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Fisch, Milch und andere Spezialitäten

Die art- und bedarfsgerechte Ernährung einer Katze ist nicht so einfach! Foto: Ursula Bauer

von Dr. Tina Hölscher. Liebe geht durch den Magen, heißt es. Doch viele Katzenhalter sind verunsichert, ob sie ihrem Tier statt einem Liebes- nicht eher einen Bärendienst erweisen, wenn sie ihm Sahnetörtchen und Kaviar servieren. Diese Zweifel sind absolut berechtigt. 

Die art- und bedarfsgerechte Ernährung des Schmusetigers ist alles andere als einfach. Es geht schon im Jugendalter los. Hier gilt: was Hänslein nicht frisst, frisst Hans nimmer mehr. Also muss besonders bei Jungkatzen auf die richtige Nahrungszusammensetzung geachtet werden. Bekommt der Junior nur Thunfisch aus der Dose, verweigert er womöglich lebenslang jedes andere Futtermittel. Das hat langfristig fatale Folgen. Katzen unterscheiden sich in ihrem Stoffwechsel von anderen Tieren. Sie benötigen dringend bestimmte Eiweiße (Taurin und Arginin), Vitamine (Vitamin A und D) und Fettsäuren (Arachidonsäuren). Andere Tierarten können diese Bestandteile selber produzieren, die Katze nicht. Daher können Katzen auch nicht mit Hundefutter ernährt werden. Eine Katze mit vegetarischer Kost gesund zu halten, ist ebenfalls nicht möglich. Das Futter für den Stubentiger selber zu kochen, kann pauschal auch nicht empfohlen werden. Denn fehlen diese bestimmten Nahrungsmittelanteile, kommt es zu Blindheit, Durchfällen, Vergiftungen des Körpers und Knochenveränderungen.

Doch was füttert der verantwortungsbewusste Katzenfreund nun?

Da die meisten Katzen ganz oder größtenteils in Wohnungen leben, kann ihr Futterbedarf nicht wie früher durch Mäuse und Co. erfolgen. Die ursprüngliche Futterzusammensetzung muss künstlich nachgeahmt werden. Sahneberge und Schokodrops sind tabu für die Katze. Sie führen zu Übergewicht und ernsthaften Erkrankungen wie z.B. Diabetes mellitus, auch Zucker genannt. Handelsübliche Alleinfuttermittel werden den Ansprüchen von Katzen gerecht. Das Futter sollte nach Möglichkeit keine Konservierungsstoffe enthalten. Etliche Katzen reagieren darauf mit Juckreiz und Hautveränderungen. Weder eine reine Fütterung von Trockenfutter, noch von Feuchtfutter ist optimal. Am besten soll beides angeboten werden. Bei ausschließlich trockener Nahrung nimmt die Katze zu wenig Wasser auf. Da diese Tierart ohnehin zu Nierenerkrankungen neigt, ist dies zu vermeiden. Der positive Aspekt des Trockenfutters liegt hingegen in der Zahnpflege. Durch den Abrieb der harten Brocken vermindert sich die Zahnsteinbildung. Im besten Fall gibt der Besitzer zweimal täglich Feuchtfutter und bietet seinem Liebling außerdem ein Schüsselchen mit Trockenfutter zur freien Verfügung an. Die Näpfe sollten nicht alle an einem Platz stehen, auch das Wasserschüsselchen ist in einiger Entfernung zu platzieren. Eine konkrete Empfehlung, wie viel insgesamt gefüttert werden soll, kann man leider nicht aussprechen. Die Menge hängt vor allem von der Aktivität der Katze ab und weiterhin davon, wie viel Energie das Futter enthält. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass man sich an der unteren Grenze der vom Hersteller angegebenen Menge orientieren sollte.

Was die Milch betrifft, zeigen viele Katzen mit zunehmendem Lebensalter eine Unverträglichkeit, die sich in Durchfall äußert. Entweder wird auf die Gabe von Milch gänzlich verzichtet oder aber ein Versuch mit laktosefreier Milch durchgeführt. Außerdem sind bei der Fütterung das Lebensalter und die Lebensumstände der Katze zu berücksichtigen: Tiere im Wachstum sowie ältere, weniger aktive Tiere benötigen Spezialfutter in Form von Welpen- und Seniorennahrung. Trächtige Kätzinnen oder Katzen mit Erkrankungen wie Blasensteinen, Allergien oder Niereninsuffizienzen benötigen darauf abgestimmte Futtermischungen. Für übergewichtige Tiere gibt es kalorienarmes Futter.

Nulldiäten dürfen mit Katzen nicht durchgeführt werden, da der Stoffwechsel entgleist. Wer es also schafft, auf kulinarische Besonderheiten bei der Ernährung seiner Katzen zu verzichten, fährt am besten. Er läuft nicht Gefahr, täglich zum Drei-Sterne-Koch avancieren zu müssen und sorgt dabei zudem für die Gesundheit seines Tieres.