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Alte Katzen brauchen Liebe und Pflege

Gesund im Alter.
Katzen können bis ins hohe Alter fit und gesund sein. Foto: Ursula Bauer
Gutes Katzenfutter ist wichtig
Das richtige Futter ist im Alter besonders wichtig. Foto: Ursula Bauer
Schlafende Katze.
Alte Katzen schlafen viel. Foto: Ursula Bauer
Spielende Katze.
Denken Sie daran, dass Ihre Katze im Alter nicht mehr so gut Klettern und Springen kann. Foto: Ursula Bauer
Entspannte Katze.
Nur kein Streß - alte Katzen lieben Ruhe und einen geregelten Tagesablauf. Foto: Ursula Bauer
Übergewichtige Katze.
Übergewicht ist gesündheitsschädlich für Katzen. Foto: Ursula Bauer
Katze mit verfilztem Fell.
Vermindertes Putzen führt oft zu Verfilzungen. Daher kann man sanfte Bürstenmassagen in die tägliche Schmusezeit einbauen. Foto: Ursula Bauer
Katze beim Wassertrinken.
Direkt aus dem Wasserhahn schmeckt´s oft am besten. Foto: Ursula Bauer
Katze beim Tierarzt.
Durch eine regelmäßige tierärztliche Untersuchung können Krankheiten früh erkannt werden. Foto: Ursula Bauer
 
 

Von Ursula Bauer. Unsere Hauskatzen können im Durchschnitt zwischen 15 und 20 Jahre alt werden. Der Alterungsprozess des einzelnen Tieres ist von vielen Faktoren abhängig und, wie bei uns Menschen auch, ein individueller Prozess. Was Katzenhalter wissen sollten und wie sie ihr älter werdendes Tier unterstützen können erfahren Sie hier.

Reine Wohnungskatzen haben größere Chancen, 20 Jahre oder sogar älter zu werden als Freigänger, die beim Herumstromern natürlich überfahren oder auf andere Arten verunfallen können. Manche Katzen fangen schon mit 8 Jahren an, greisenhaft zu werden. Vor allem, wenn Krankheiten wie Tumore oder Arthrose auftreten. In der Regel kommen Samtpfoten jedoch zwischen 10 und 12 Jahren in die Seniorenphase ihres Lebens. Wie bei allen Lebewesen wirken sich auch bei Katzen altersbedingte körperliche Veränderungen auf das Verhalten aus. Wenn die Muskulatur abnimmt und sich die gesamte Elastizität des Körpers verringert, lässt auch die Fitness nach – die Katze wird ruhiger und langsamer. Sie ist nicht mehr so agil wie in jungen Jahren, das Putzverhalten nimmt ab, sie zieht sich häufiger zurück, schläft mehr als früher und wird meistens zunehmend verschmuster. Eine verminderte Seh- und Hörfähigkeit führt auch dazu, dass sie vorsichtiger und ängstlicher wird.

Oft legen Katzen im Alter an Gewicht zu, was mit der reduzierten Aktivität und dem sich verlangsamenden Stoffwechsel zu tun hat. Sie sollten unbedingt darauf achten, dass Ihr Tier nicht fett wird, da Übergewicht Diabetes fördert, die Gelenke belastet und dicke Katzen kaum noch Spaß an der im Alter so wichtigen Bewegung haben. Reduzieren Sie daher rechtzeitig die Futtermenge oder verfüttern Sie, genau dosiert, spezielles Diätfutter. Da ältere Katzen ihre Krallen nicht mehr so intensiv gebrauchen, können diese schnell zu lang werden, einwachsen und Entzündungen hervorrufen. Hier sollte man regelmäßig kontrollieren und die Krallen bei Bedarf kürzen.

Weitere, im Alter auftretende Probleme, bei denen der Tierarzt konsultiert werden sollte:

  • Zahnprobleme: Die Katze frisst schlecht und „sabbert“ beim Fressen;
  • Gelenkserkrankungen: steife Bewegungen, Vermeidung von Sprüngen;
  • Unsauberkeit: Ursachen können körperliche Erkrankungen/ Schmerzen oder Senilität sein;
  • Unregelmäßiger Stuhlgang: seltener als alle 2 Tage ist alarmierend;
  • Wassertrinken: Katzen haben im Alter häufig nicht mehr viel Durst. Trinken sie weniger als 200 bis 250 ml Flüssigkeit pro Tag besteht die Gefahr des Austrocknens. Es sollte immer Frischwasser in erreichbarer Nähe zur Verfügung stehen und der Tierhalter sollte die aufgenommene Menge kontrollieren. Nassfutter kann einen Teil des Flüssigkeitsbedarfs decken.
  • Diabetes aufgrund hormoneller Veränderungen: vermehrte Wasseraufnahme, vermehrter Urinabsatz, ständig hungrig, deutliche Gewichtszu- oder -abnahme, gelegentlich Fellveränderungen (z.B. Schuppen, Haarausfall).

Manche Katzen können auch an Altersdemenz leiden. Symptome sind hier beispielsweise stereotypes Miauen vor allem nachts, allgemeine Unruhe und Verwirrtheit. An dieser für Katzenbesitzer sicher etwas aufreibenden Alterserscheinung lässt sich nichts ändern.

Sehr häufig im Alter auftretende Erkrankungen wie Nieren-, Herzoder Tumorerkrankungen kann man als Tierbesitzer kaum erkennen. Bei Anzeichen von Krankheit oder Schmerzen muss jedes Tier, also auch unsere alte Katze, sofort dem Tierarzt vorgestellt werden. Daneben sollte man aber auch mindestens zwei Mal pro Jahr eine tierärztliche Routineuntersuchung durchführen lassen. Optimal wäre, wenn der Tierarzt zur Kontrolle und für kleinere Behandlungen ins Haus käme, da vor allem der Transport zum Doktor für alte Katzen oft mit Stress verbunden ist.

Altersangepasstes Futter

Man sollte alten Katzen immer nur das beste Futter geben. Zwei kleine Mahlzeiten am Tag sind für Senioren besser als eine Riesenportion. Katzen sind von Natur aus Fleischfresser. Sie können proteinreiche Nahrung wie Fisch, Geflügelfleisch und Ei sowie Fette und Öle sehr gut verwerten. Stärke, die zum Beispiel in Getreide, Reis, Mais und Kartoffeln enthalten ist, wird dagegen nur begrenzt verdaut, in der Regel schnell in Fettdepots gelagert und macht daher dick. Den Protein- und Stärkegehalt von Katzenfutter können Sie der Zutatenliste auf der Verpackung entnehmen. Bei alten Katzen nimmt, wie bei Menschen, der Geruchs- und Geschmackssinn ab. Das kann ihren Appetit dämpfen und zur Gewichtsabnahme führen, was ebenso gefährlich sein kann wie Übergewicht. Außerdem können die Senioren in der Regel nicht mehr so gut kauen und auch die Verdauung klappt nicht mehr optimal. Das Futter sollte also leicht zu zerkleinern, sehr schmackhaft, appetitlich riechend und leicht verdaulich sein. Der Energiegehalt sollte gering sein, damit die Katze nicht zunimmt. Dafür sollte das Futter aber einen hohen Nährstoffgehalt (u.a. Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe) aufweisen. Kranke, unter- oder übergewichtige Tiere sollten Spezialfutter nach tierärztlicher Empfehlung erhalten. Katzengras sollte übrigens immer angeboten werden.

Wie kann ich meine alte Katze unterstützen

Man sollte seiner Katze mit zunehmendem Alter grundsätzlich mehr Aufmerksamkeit widmen. Alte Katzen ziehen sich oft zurück und schlafen viel, aber sie einfach nur in Ruhe lassen ist nicht der richtige Weg. Besser ist, sich viel mit dem Tier zu beschäftigen – so bekommt man auch am besten mit, wie es der Katze geht. Außerdem sollten Katzenbesitzer zum Beispiel durch gemäßigtes Spielen dafür Sorge tragen, dass sich die betagte Mieze ausreichend bewegt, damit Übergewicht vermieden wird und die Muskulatur erhalten bleibt. Um das reduzierte Putzverhalten von alten Katzen zu kompensieren, kann man sanften Bürstenmassagen in die tägliche Schmusezeit einbauen. Vorsichtiges Bürsten regt die Durchblutung an und verhindert Verfilzungen des Felles. Da Springen und Klettern zunehmend schwierig wird, sollten vertraute Plätze und Gegenstände in leicht erreichbarer Höhe sein. Den Kratzbaum beispielsweise kann man leicht etwas verkürzen, „Treppchen“ zum Lieblingsplatz sind ebenfalls schnell installiert. Ein geregelter Tagesablauf mit festen Zeiten für Fressen, Spielen und Schmusen ist für alte Katzen genauso wichtig wie für alte Menschen. Stress und Unruhe (z.B. Festivitäten mit vielen fremden Menschen, lärmende Kindergeburtstage) sollte vermieden oder die Katze in dieser Zeit in einem ruhigen Raum untergebracht werden. Mit alten Katzen sollte man nicht mehr auf Reisen gehen. Auch ein Umzug in eine völlig neue Umgebung ist für das betagte Tier schwierig. Katzen-Senioren sind anfälliger für Erkrankungen als junge Tiere. Sie müssen daher vor zu großer Kälte und vor allem vor Zugluft geschützt werden. Auch große Hitze im Sommer belastet die Tiere. Hier sollte ein schattiges kühles Plätzchen vorhanden sein. Grundsätzlich sollte man den alten Tieren immer mit sehr viel Liebe und Verständnis begegnen, die schlafende Katze nicht stören und auch etwas zurückstecken, wenn das Tier beispielsweise nun unbedingt auf unserem Lieblingsplatz sitzen möchte. Damit unsere Miezen ihren Lebensabend möglichst lange und in Ruhe genießen können.