Logo Aktion-Tier

Hausratten

Farbratte
Ratten sind tag- und nachtaktiv und sehr gesellig, sie sollten immer mindestens zu zweit gehalten werden. Foto: © aktion tier e.V.
Farbratte
Freigang sollten Ratten unter Aufsicht erhalten, denn sie schlüpfen leicht unter Möbel und könnten erhebliche Schäden anrichten. Foto: © IPO
Eine Wanderratte (rattus norvegicus). Foto: Salix / CC BY-SA 3.0 CC BY-SA
 
 

Die Stammform unserer als Heimtier gehaltenen Ratten sind die Wanderratten (Rattus norvegicus). Sie ernähren sich von allem, was genießbar ist und gelten inzwischen als Weltbürger. Inzwischen gibt es Ratten in vielen verschiedenen Farben. Sie sind tag- und nachtaktiv und sehr gesellig. Daher sollten sie mindestens zu zweit gehalten werden. Menschliche Gesellschaft alleine reicht ihnen nicht. Sie brauchen die gegenseitige Körperpflege durch Belecken und Beknabbern.

Wie sollte der Käfig aussehen?

Damit sich Deine Ratten wohlfühlen, brauchst Du einen artgerechten Käfig in dem sie umherlaufen und klettern können. Eine Mindestgröße von L 80 cm x B 50 cm x H 80 cm mit verschiedenen Ebenen sollte das Rattenheim schon haben mit einem Gitterabstand von 1-1,5 cm. Breiter darf der Abstand nicht sein, denn wo ein Rattenkopf durchpasst, passt auch der Körper durch. Ungünstig sind Käfige, die Etagen aus Gitterböden haben. Es besteht die Gefahr, dass Deine Ratten bei ihren oft wilden Spielen mit den Füßchen in den Zwischenräumen der Gitter hängen bleiben und sich schwer verletzen. Die Etagen sollten aus Holz oder Kunststoff bestehen. Achte darauf, dass sich die Ratten in jeder Etage zu ihrer vollen Größe aufrichten können. Man kann auch selber einen großen Käfig bauen, z.B. aus einem Schrank, den man nicht mehr braucht. Wenn man einen Käfig selbst baut, kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen und die Ratte hat in jedem Fall mehr Platz als in einem Käfig, der im Zooladen gekauft wird.

Zur Inneneinrichtung des Rattenheims gehören standfeste Futternäpfe, Trinkröhrchen und Schlafhäuschen. Außerdem Klettergeräte, Nagerhölzer, Röhren und andere Verstecke. Toll sind auch kleine Hängematten zum reinkuscheln. Es ist sehr wichtig, dass Du für die Bodenwanne staubfreie Einstreu verwendest, denn Ratten haben sehr empfindliche Atemwege. Optimal ist eine weiche Hanfstreu. Die unterste Streulage sollte immer saugfähig sein. Entferne jeden Tag Kot und Urin und reinige einmal in der Woche den Käfig gründlich.

Freigang

Freigang sollten Deine Ratten nur unter Aufsicht erhalten, denn sie schlüpfen leicht unter Möbel und könnten erhebliche Schäden anrichten. Auch Elektrokabel müssen vor ihren kräftigen Nagezähnen geschützt werden.

Sinne und Wahrnehmung

Ratten haben ein sehr gutes Gehör. Sie können sogar Ultraschall wahrnehmen (das hören wir Menschen gar nicht) und brauchen auch besonders nach den Spielstunden Ruhe. Daher muss das Rattenheim an einem ruhigen Platz untergebracht werden, jedoch nicht in einem abgelegen Raum, denn die Tiere sollen ja zahm werden und brauchen so oft wie möglich Sichtkontakt mit „ihren Menschen“. Und nicht vergessen: Zigarettenrauch ist schädlich für die Tiere!

Ratten sind Nagetiere!

Ratten müssen nagen, um auch ihre Zähne abzuwetzen. Das übliche Körnerfutter reicht nicht aus, um Rattenzähne abzunutzen. Hartes (nicht schimmeliges!) Brot, Hundekuchen und Nagerhölzer von heimischen Obstbäumen machen Ratten nicht nur Spaß, sondern verhindern auch, dass die Zähne der Ratten immer länger werden.

Ernährung

Frisches, gewaschenes Obst und Gemüse, ein Stückchen milden Käse, Quark und pro Woche ein halbes gekochtes Ei sowie ein Mehlwurm hier und da bereichern den Speisezettel. Bei Steinobst müssen die Steine entfernt werden, denn sie enthalten im Inneren giftige Blausäure. Ratten nagen auch gerne Knochen ab. Achten Sie aber darauf, dass Essenreste vorher entfernt werden.

Vergessen Sie nie, täglich das Wasser in der Tränke zu erneuern, denn Ratten haben einen hohen Flüssigkeitsbedarf.

Einen Salzleckstein darf bei Ratten nicht im Käfig angebracht werden, denn er kann zu Nierenproblemen führen. Damit die Ratten nicht krank werden, muss altes und welkes Futter immer aus dem Rattenheim entfernt werden.

Wenn eine Ratte krank wird

Wer seine Tiere kennt, stellt schnell fest, wenn etwas nicht stimmt. Raschelnder Atem, verklebte Nasenlöcher, trübe, tränende Augen, struppiges, verschmutztes Fell, krummer Rücken, allgemeine Unlust und Durchfall: hier sollte man nicht lange zögern und den Tierarzt aufsuchen, denn all diese Anzeichen müssen ernst genommen werden.

Achten Sie auch darauf, dass die ständig wachsenden Zähne nicht zu lang werden. Das kann nämlich geschehen, wenn zu wenig Nagermaterial angeboten wird.

Spielen und Beschäftigung

Wenn es irgendwie geht, sollten täglich etwa zwei Stunden für die Ratten „reserviert“ werden, denn sie brauchen viel Beschäftigung. Die meisten entwickeln dann zu ihrer Pflegeperson eine enge Beziehung.

Lebenserwartung

Leider haben Ratten nur eine Lebenserwartung von etwa drei Jahren. Und diese solltest Du ihnen so „rattenfreundlich“ wie möglich gestalten.

Farbratten
Foto: Kapa65 / CC0 1.0 Universell CC0 1.0

Mehr Artikel zu Hausratten

Wenn der Ratte der Pelz juckt