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Das Hauspferd (Equus ferus caballus)

Die Geschichte des Pferdes reicht viele Millionen Jahre zurück. Das Foto zeigt Friesenwallach 'Max' beim aktion tier Partner "Lottihof" in Seefeld.
Die Geschichte des Pferdes reicht viele Millionen Jahre zurück. Das Foto zeigt Friesenwallach 'Max' beim aktion tier Partner "Lottihof" in Seefeld. Foto: © Sabo
Urpferd Eohippus
Urpferd Eohippus (Präparat). Foto: © Ursula Bauer
Tarpane im Tierpark Sababurg (Hessen). Foto: © Ursula Bauer
Przewalski-Pferde
Przewalski-Pferde in einem Schaugehege in der Döberitzer Heide (Brandenburg). Foto: © Sabo
Przewalski-Pferd, Equus ferus przewalskii (Präparat). Foto: © Ursula Bauer
Pferde erfüllen auch heutzutage vielfältige Aufgaben. Unter anderem werden Sie in der Therapie eingesetzt. Foto: IPO
Reiten lernen ist für viele Kinder ein Traum. Foto: IPO
 
 

Von Alexandra Diezemann. Pferde gehören zur Familie der Pferdeartigen (lat. der Equiden). Zu deren Untergattungen gehören auch Zebras, Esel und Pferdeesel. Vor ca. 50 bis 60 Millionen Jahren lebte in den Wäldern der nördlichen Hemisphäre das Urpferd „Eohippus“, benannt nach dem Erdzeitalter „Eozän“ (60-40 Millionen Jahre v. Chr.). Dieses kleine Urpferd hatte eine Höhe von rund 35 Zentimeter, leicht gesprenkeltes Fell und an den Hinterbeinen jeweils nur drei Zehen, vorne vier. Diese Zehen verkümmerten mit der Zeit, so dass sich der einzelne Huf herausbildete (vor gut zehn Millionen Jahren) und sich der so genannte „Pliohippus“ entwickelte. Noch größer und robuster entwickelte sich diese Urform zum „Plesihippus“, der direkte Vorläufer des „Equus caballus“. Einige Meinungen gehen dahin, dass sich aus den Wildpferdeformen „Tarpan“ (Steppen- und Waldform) und Przewalski-Pferd (Mongolisches Wildpferd, benannt nach dem russischen Expeditionsreisenden Nikolai Michailowitsch Przewalski, der 1878 die Wildpferdart nach St. Petersburg mitbrachte) das Hauspferd entwickelt hat. 

Bei dem Tarpan und Przewalski- Pferd vermischten sich im Laufe der Jahre, auch durch die Beeinflussung des Menschen, verschiedene Blutlinien. Man geht davon aus, dass bereits vor der Domestikation durch den Menschen vier Urtypen des Pferdes existierten:

Typ 1. Das Nordpony lebte in weiten Teilen Nordeuropas und in Teilen Ostasien. Am ähnlichsten sieht dieser Urform das heutige Exmoorpony, das mit typischem Ponygesicht, kleinen Ohren, großen Nüstern, kurzen, kräftigen Beinen und harten, kleinen Hufen an die klimatischen Bedingungen des feuchtkalten Nordens gut angepasst war.

Typ 2. Das Tundrenpony war mit ca. 140-170 cm etwas größer als das Nordpony und lebte ebenfalls im Norden Europas. Eine extreme Witterung war auch für diese Art unproblematisch, die meist in engem Herdenverband mit einer Leitstute in Waldgebieten lebten. Ähnlichkeiten finden sich im heutigen Highland Pony, Yakuten-Pony oder auch im Przewalski-Pferd.

Typ 3. Das Ramskopfpferd lebte in verschiedenen Regionen Asiens, Südeuropa und Nordafrika. Der Körperbau dieser Art war auf eine große Trag- und Sprungkraft ausgerichtet, was in den teilweise gebirgigen Landschaften von Vorteil war. Mit den langen, schlanken Beinen konnten sich diese Pferde, die in eher lockeren Herdenverbänden lebten, elastisch fortbewegen. Ähnlichkeiten finden sich heute in vielen Pferden, die vor allem im Sport eingesetzt werden, z.B. der Turkmene oder Berber.

Typ 4. Das Steppenpferd war in subtropischen Regionen Zuhause (Südasien/ Orient/ Ägypten) und entwickelte sich, auf der Suche nach Nahrung, und getrieben von der Dürre der Landschaften, zu einem Wanderpferd. Auf diesen Wanderungen traf es auf die Gattung des Nordponys und vermischte sich. Aus dieser Verpaarung entstand der Tarpan. Mit schlanken und sehnigen Beinen ausgestattet, vermochten sie in gesellig ausgeprägten Herdenverbänden mit Leithengst weite Strecken zu laufen. In vielen orientalischen Rassen sowie im Kaspischen Pony lassen sich Ähnlichkeiten entdecken.

Funde aus der späten Alt- und Mittleren Steinzeit belegen, dass die Domestikation des Pferdes durch den Menschen sehr viel früher erfolgte als ursprünglich angenommen. Bereits ca. 30 000-20 000 v. Chr. lässt sich laut einiger Forschungsergebnisse feststellen, dass das Pferd langsam zum Haustier sowie als Lasten- und Reittier genutzt wurde. Andere Meinungen sehen diese Entwicklung erst viel später, um 5000 v. Chr. Die Schwierigkeit, eine genaue Zeit anzugeben, liegt in der oftmals geringen Unterscheidung zwischen Haus- und Wildtierknochen. Großen Ruhm erlangten im Laufe der Jahre die Reitervölker der Mongolen und Skythen, die Ägypter und Perser sowie die Hethiter und Thraker in Kleinasien. Unter dem Einfluss der Skythen übernahmen auch die Kelten des Nordens viele derer Eigenschaften und nutzten ebenfalls vermehrt das Pferd als Transportmittel und Reittier und brachten ihre Kultur nach Spanien, England, Irland und Frankreich. Die Römer hingegen waren ein eher unbegabtes Reitervolk, trugen aber durch Zuchten erheblich zu einer Verfeinerung des Pferdetypus bei. So bildeten sich allmählich klare Typologien heraus: schnelle Rennpferde, leichte Pferde, die sich für lange Reisen eigneten, sowie die schweren Streitrösser. Nach Amerika kam das Pferd mit den spanischen Eroberern. Diese Pferde verwilderten dort zum Teil, so dass die bekannten Mustangherden hier ihren Ursprung finden, die schließlich von den Indianern als Reitpferde genutzt wurden und deren Jagdmöglichkeiten deutlich verbesserten. 

Deutlich wird, dass das Pferd in seiner Geschichte dem Menschen vornehmlich als Nutztier diente – ob in der Landwirtschaft oder im Militär. Pferde dienten den Menschen als entscheidende Waffenträger in den Kriegen des Altertums und Mittelalters. Auch im Ersten Weltkrieg gab es zahlreiche Kavallerieverbände. Diese konnten aber den immer mehr zum Einsatz kommenden Panzerdivisionen nicht mehr standhalten und verloren im Zuge der Technologisierung zunehmend an Bedeutung. Im Zweiten Weltkrieg wurden rund sieben Millionen Pferde „nur noch“ in Hilfs- und Versorgungsdiensten (z.B. als Lastentiere) eingesetzt und leisteten vor allem den Gebirgstruppen auf unwegsamen Gelände ihre Dienste.

In Europa und Nordamerika wird das Pferd heutzutage in erster Linie als Freizeitpferd genutzt. Nur noch selten werden Pferde in der Landwirtschaft eingesetzt. In einigen europäischen Städten sieht man Pferdekutschen als Touristenattraktion, so z.B. in Wien, Berlin, Florenz oder Barcelona. Moderne Zuchten spezialisieren sich heutzutage auf Hochleistungspferde, die im Sport ihren Einsatz finden. Der sportliche Ehrgeiz der Menschen lässt das Pferd hierbei allerdings lediglich als „Werkzeug“ fungieren, wenn man dabei an Sportarten wie z.B. Military denkt. Als älteste Pferdesportart sei hier auch die Jagd genannt, wobei vor allem bei der umstrittenen Fuchsjagd das Pferd als Fortbewegungsmittel die zentrale Rolle spielt.

Die liebevolle Haltung von Pferden gibt es natürlich auch – von pferdebegeisterten Haltern wird Wert gelegt auf ein harmonisches Zusammenspiel von Mensch und Tier, wobei die emotionale Hinwendung zu den edlen und feinsinnigen Tieren im Vordergrund steht.

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Foto: © aktion tier e.V.

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Foto: aktion tier e.V./Bauer

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