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Schenkelbrand ade

Foto: SeppH. Lizenz: CC0 1.0 Universell (CC0 1.0)

Ab und an gibt es sie – die guten Nachrichten aus dem Tierschutz. Und da sie so rar sind, sollten sie auch besonders hervorgehoben und gefeiert werden. Seit dem 1. Januar 2019 dieses Jahres ist der Schenkelbrand bei Pferden verboten.

Bei diesem Ritus handelt es sich um ein Relikt aus vergangenen Tagen. Die jeweiligen Zuchtverbände verpassten ihren Fohlen mit einem hocherhitzen Stück Eisen ein Brandzeichen. Das betroffene Pferd litt nach der Prozedur tagelang Schmerzen. Die dadurch verursachte Verbrennung war jeweils so schwer, dass sie lebenslange Narben hinterließ. Und wofür? Ohne reellen Nutzen. Mittels dieser Brandmarkung repräsentierten die Pferde lediglich das Zuchtgebiet auf Lebenszeit. Als Werbeträger sozusagen.

Doch damit ist jetzt Schluss! Trotz intensiver Widerstände und Bemühungen seitens der Pferdezüchter und der Reitvereinigungen ist das Setzen der Brandzeichen seit diesem Monat verboten. Nicht zuletzt, weil Tierschutzorganisationen immer wieder auf die Nutzlosigkeit dieses archaischen Brauches hingewiesen haben. Pferde dürfen und sollen nun nur noch mittels eines Mikrochips gekennzeichnet werden. Das Setzen diese kleinen Magnetspulen verursacht nur einen kurzen Injektionsschmerz, wie man ihn beim Verabreichen einer Spritze spürt. Kein Vergleich also zu den Folgen der Verbrennungen, die die Rösser bis dato ertragen mussten. Darüber hinaus kann auf diese Weise jedes einzelne Pferd zweifelsfrei identifiziert werden, was beim Schenkelbrand gar nicht möglich war, da alle Pferde eines Verbandes gleich gekennzeichnet wurden.

Dieser Fortschritt sollte allen Tierschützern Mut machen. Unsere Arbeit trägt Früchte, auch wenn es dauert.