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Wohnung für Haustiere sicher gestalten

Hund am Stromkabel. Foto: Ursula Bauer

Von Ursula Bauer, Dezember 2014. Auch in den eigenen vier Wänden lauern auf unsere geliebten Hunde, Katzen, Kleintiere und Vögel zahlreiche Gefahren. Wir haben Ihnen hier einige Tipps zusammengestellt, wie Sie Vergiftungen und Unfälle vermeiden und Ihre Wohnung zu einem sicheren Zuhause für Ihre Tiere machen können.

Fenster immer schließen, nie kippen.

Ein gekipptes Fenster kann für Katzen schnell zur Falle werden. Die neugierigen Miezen versuchen immer wieder, sich durch ein gekipptes Fenster zu zwängen und bleiben dann darin hängen. Durch die heftigen, aber meist zwecklosen Befreiungsversuche kommt es oft zu schweren Verletzungen, vorrangig im Beckenbereich. Wird die Katze nicht schnell aus ihrer misslichen Lage befreit, kann das Ganze tödlich enden. Inzwischen gibt es Schutzgitter für Kippfenster, die sicher sein sollen. Grundsätzlich empfehlen wir jedoch, die Fenster richtig zu schließen, wenn man die Katze allein zu Hause lässt.

Balkon mit Katzennetz absichern

Katzenbesitzer sollten ihren Balkon oder die Dachterrasse immer vernetzen lassen. Egal, in welchem Stockwerk sich die Wohnung befindet. Katzen springen auch aus dem 5ten Stock! Ein Katzenschutznetz ist selbst dann angebracht, wenn es grundsätzlich gar nicht gewollt ist, dass sich die Katze außerhalb der Wohnung aufhält. So schnell sind die flinken Tiere in einem unaufmerksamen Augenblick zwischen den Beinen durch die offene Balkontür geflitzt.

Keine Lebensmittel offen herumstehen lassen

Grundsätzlich sollten keine Lebensmittel für Haustiere zugänglich in der Wohnung herumliegen. Einerseits soll dadurch vermieden werden, dass sich unsere Tiere unkontrolliert bedienen und dabei ungesunde Bestandteile und unnötige Kalorien wie viel Salz, Fett und Zucker zu sich nehmen. Andererseits sind einige Nahrungsmittel für Tiere gefährlich und können, in größeren Mengen aufgenommen, zu tödlichen Vergiftungen führen. Dazu zählen beispielsweise Avocados, Zwiebeln, Knoblauch, Weintrauben (sowohl frisch als auch als Rosine), Nüsse und Schokolade. Besonders erwähnenswert ist, dass Lebensmittel mit Süßstoff (z.B. Süßstofftabletten, Kaugummi und Süßigkeiten mit Süßstoff) schon in sehr geringen Dosen bei Haustieren Krämpfe auslösen und sogar zum Tod führen können.

Keine Getränkereste offen stehenlassen

Jeder kennt das. Morgens ist die Zeit knapp, man hat keine Lust mehr, das Weinglas vom Vorabend oder die Kaffeetasse abzuwaschen. Hunde und Katzen machen sich jedoch gerne über die Flüssigkeitsreste in Gläsern und Tassen her und hier lauern beträchtliche Gefahren. So sind koffeinhaltige Getränke und Alkohol für Hunde und Katzen giftig. Und Kuhmilch kann bei ihnen zu starkem Durchfall führen.

Arzneimittel gehören in die Schublade

Medikamente für Menschen sind oft Gift für unsere Haustiere. Vor allem der Verzehr von Schmerzund Schlafmitteln sowie von Antidepressiva kann für Hunde und Katzen tödliche Folgen haben. Die teilweise bunten Pillen und Tabletten verleiten unsere Hausgenossen leicht zum Knabbern und sollten daher in der Wohnung immer unter Verschluss gehalten werden.

Tabak und Feuerzeuge sind gefährlich

Tabak ist, oral aufgenommen, für Mensch und Tier giftig. Zigaretten, Zigarren, offene Tabaksdosen und Aschenbecher mit Kippen sollten daher immer für Haustiere unerreichbar aufbewahrt werden. Auch Feuerzeuge sind gefährlich, da sie unter Umständen explodieren können, wenn Hunde oder Katzen darauf herumnagen.

Abfalleimer sichern

Wenn es Hunden und Katzen allein in der Wohnung langweilig wird, kommen sie schon mal auf die Idee, die Abfalleimer zu durchwühlen. Um zu verhindern, dass sie Ungeeignetes und Verdorbenes fressen oder sich an den scharfen Kanten von Dosen verletzen, sollten Mülleimer immer mit einem festen Deckel sicher verschlossen werden. Alternativ können die Abfalleimer in einem geschlossenen Unterschrank verstaut werden.

Auf giftige Pflanzen verzichten

Viele Zimmerpflanzen wie Drachenbaum, Yucca-Palme, Ficus benjamini, Christdorn, Azalee, Korallenbäumchen, Amaryllis und Becher- Primel sind giftig. Schon kleine Mengen genügen, um bei Hunden, Katzen und Kleintieren Vergiftungen hervorzurufen.

Auch Schnittblumen wie Tulpen und Lilien sind gefährlich. Sogar bei einem selbstgepflückten Strauß ist Vorsicht geboten, denn verschiedene Wildpflanzen wie etwa Buschwindröschen, Lupine, Maiglöckchen und Schneeglöckchen können unsere Haustiere vergiften. Nicht zu vergessen Arten wie Lebensbaum, Eibe, Efeu, Hyazinthe und Buchsbaum, die oft als Bestandteil von Weihnachts- oder Ostergestecken in unsere Wohnungen gelangen und ebenfalls giftig sind.

Wer sich zur Weihnachtszeit einen geschmückten Baum in die Wohnung stellt, sollte ebenfalls die Haustiere fern halten. Die Tannennadeln enthalten ätherische Öle, die Leber und Nieren unserer Haustiere schädigen können. Pflanzenliebhaber sollten außerdem darauf achten, keine chemischen Schädlingsvernichtungsmittel auf die Zimmerpflanzen zu sprühen, da auch diese bei Haustieren zu Vergiftungen führen können. Gleiches gilt für flüssige Pflanzenschutz- und Düngemittel, die meistens, im Gießwasser gelöst, verwendet werden. Reste davon beispielsweise in der Gießkanne oder im Topfuntersetzer dürfen auf keinen Fall in die Reichweite von Haustieren gelangen.

Wenn gekocht wird: Küchentür schließen

Haustiere sollten beim Kochen besser ausgesperrt werden. Auf heißen Herdplatten haben sich schon viele neugierige Katzen und freifliegende Vögel die Pfötchen bzw. Krallen schlimm verbrannt. Auch in Töpfen und Pfannen brodelndes Essen kann für Vögel gefährlich werden. Sie können sich beim Überfliegen an den heißen Dämpfen verbrennen oder in die kochenden Speisen fallen.

Türklinken nach oben drehen

Nicht nur Hunde schaffen es, mit ihren Vorderpfoten die Türklinken herunter zu drücken und sich somit Zugang in alle Bereiche der Wohnung zu verschaffen. Auch Katzen können geschickt auf die Klinken springen. Hier hilft, die Türgriffe um 90 Grad nach oben zu drehen.

Auf Ventilatoren und Klimaanlage verzichten

In der heißen Sommerzeit blasen in fast allen Wohnungen Ventilatoren oder Klimaanlagen. Doch die kühle Zugluft tut unseren Haustieren nicht gut. Vor allem Vögel und Kleintiere wie Kaninchen und Meerschweinchen können Erkältungen und Augenentzündungen bekommen. Rotierende Standventilatoren bergen außerdem vor allem für frei fliegende Vögel ein hohes Verletzungsrisiko. Daher sollte in den Aufenthaltsräumen von Tieren auf Ventilatoren und Klimaanlagen verzichtet werden.

Waschmaschine und Trockner immer geschlossen halten

Waschmaschine und Trockner können für Katzen zur tödlichen Gefahr werden, da unsere Samtpfoten gerne in dunklen Höhlen schlafen. Das wissen erfahrene Katzenhalter in der Regel, aber manchmal geht jede Vorsicht in der Hektik des Alltags verloren. Daher sollten Waschmaschine und Wäschetrockner grundsätzlich immer geschlossen bleiben. Sicherheitshalber sollte auch noch vor jedem Einschalten kontrolliert werden, ob sich nicht doch die Mieze im Innern der Geräte niedergelassen hat.

Kabel unerreichbar für Tiere verlegen

Offen liegende Stromkabel werden von jungen Hunden, verspielten Katzen sowie freilaufenden Meerschweinchen, Kaninchen und Hamstern gerne zum Spielen und Beknabbern missbraucht. Zum einen können sich die Tiere im Kabelgewirr verfangen, sich verletzen oder sogar strangulieren. Und wenn bei Elektrokabeln die Isolierung einmal bis zum blanken Metall abgenagt wurde, ist die Gefahr eines für Tiere tödlichen Stromschlags sehr groß. Aber auch die Tierhalter können einen lebensgefährlichen Stromschlag erhalten, wenn sie mit diesen angefressenen Kabeln in Berührung kommen. Daher sollten Kabel immer in Kabeltunneln verschwinden oder unter Putz gelegt werden.

Schränke und Regale gut sichern

Große Möbelstücke wie Schränke oder Regal entlang von Wänden sollten immer ohne Abstand an die Wandflächen anschließen. Haustiere kriechen oft in Spalten etwa zwischen Wand und Schrank und können dann steckenbleiben. Katzen klettern gerne auf der Wohnungseinrichtung herum und springen auch auf Regale und Schränke. Daher empfiehlt es sich außerdem, die Möbel mittels Dübel an den Wänden zu befestigen, damit sie nicht umfallen und die Tiere erschlagen können.

Alles Zernag- und Fressbare kann tödliche Folgen haben

Es gibt wohl kaum eine Wohnung, in der nicht diverse kleine Dinge wie Dekoartikel, Geschenkband, Batterien, Büroklammern, Nähutensilien (z.B. Garne, Knöpfe, Nadeln), Teelichter, Handschuhe, Nägel oder Spielzeug mehr oder weniger offen herumliegen. Kleinteile, die von Tieren im Ganzen heruntergeschluckt werden können, sind gefährlich, da sie zu Magen- oder Darmverschlüssen führen können, die Atemwege blockieren oder auch den Darm perforiere können. Aber auch Gegenstände, die zum Herunterschlucken zu groß, zum Beknabbern aber hervorragend geeignet sind, sollten sich außerhalb der Reichweite unserer Haustiere befinden. Vor allem Produkte aus Metall und Plastik enthalten giftige Substanzen und sollten auf keinen Fall in die Mägen unserer Lieblinge gelangen.