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Schnell selber gebautNisthilfen für Wildbienen

Nisthilfe für Solitärbienen
Solitärbienen bevorgzugen für ihr Brutgeschäft Hohlräume, die ihrer Körpergröße entsprechen. Da die meisten Arten sehr klein sind, sollten Nisthilfen vor allem kleine Löcher aufweisen. Foto: Ursula Bauer
Nisthilfe
Einfach und effektiv: Ein Holzstück, in welches unterschiedlich große Löcher gebohrt werden, die jeweils mindestens 5 cm tief sein sollten. Foto: Ursula Bauer
Nisthilfe
Dieses Insektenhaus bietet durch verschiedene Strukturen und Materialien vielen solitär lebenden Wildbienen und Wespen geeignete Nistplätze. Foto: Ursula Bauer
Insekten-Nisthilfe
Bei dieser Insekten-Nisthilfe sieht man schön, welche Löcher von Solitärbienen als Brutzelle genutzt wurden, da diese nach dem Legen der Eier verschlossen wurden. Foto: Ursula Bauer
Insektenhotel beim aktion tier Projektpartner aktion tier Seefeld (Mecklenburg Vorpommern). Foto: Sabo
In der Berliner Geschäftsstelle von aktion tier e.V. können fertige Nistkästen für Bienen und Vögel erworben werden. Foto: aktion tier e.V.
 
 

von Dr. Matthias Baeseler. Im Gegensatz zu Hummeln, Honigbienen oder Hornissen bilden Wildbienen (sogenannte Solitärbienen) keine Staaten. Sie haben eine geringere  Fortpflanzungsrate als z.B. Honigbienen: In ihrem vier- bis sechswöchigen Leben können sie zwischen 10 und 30 Brutzellen anlegen, in denen sich auf Grund natürlicher Umstände wie z.B. Feuchtigkeit aber nicht alle Larven entwicklen. Deswegen sind Wildbienen umso mehr auf einen geeigneten Nistraum angewiesen, wie sie die Honigbiene beim Imker vorfindet.

Um die Wildbiene zu unterstützen, können wir ihnen mit einfachen Mitteln Nisthilfen bauen. Dazu reicht zum Beispiel ein Stück Holz, in das mit einem kleinen Bohrer ca. 3 cm tiefe Löcher gebohrt werden. In diese Löcher legt die Wildbiene später ihre Larven: nach einem von der Natur ausgeklügelten Prinzip.

Die erste Larve wird von der Wildbiene ganz nach hinten in das Loch gebracht, der Raum wird mit einer Wachsschicht versiegelt. Vor diese Versiegelung setzt die Wildbiene dann die nächste Larve, und wieder die nächste, bis sie am Anfang des Loches angekommen ist und den gesamten Gang mit einer letzten Versiegelung abschließt. Die Larven schlüpfen dann in der "richtigen" Reihenfolge: Damit die Larve am hinteren Ende des Loches nicht über die anderen hinüber krabbeln muss, um ans Tageslicht zu gelangen, hat es die Natur so eingerichtet, dass die zuletzt im Loch plazierte Larve auch als erstes schlüpft. Am Ende verlässt die Wildbiene, deren Larve als erstes eingebracht wurde, das Loch als letzte.

Die Wildbiene wird für ihre Larven immer ein Loch bevorzugen, das in etwa ihrer eigenen Körpergröße entspricht. Deswegen empfielt es sich, einen nicht allzugroßen Bohrer zu verwenden. Einige Beispiele für selbstgebaute Nisthilfen finden Sie in der folgendene Galerie.

Wer selbst keine Nisthilfe bauen möchte, kann für Wildbienen in unserer Geschäftsstelle am Kaiserdamm in Berlin-Charlottenburg solche käuflich erwerben. Diese Nisthilfen sollte dann sehr sonnig plaziert werden. Weitere Informationen zu den von uns angebotenen Nisthilfen für Wild- bzw. Solitärbienen gibt es auch auf www.vivara.de.

Honigbienen sind als staatenbildende Insekten übrigens etwas wählerischer: Sie nutzen Bienenkästen oder hohle Baumstämme, um ihre Larven schlüpfen zu lassen.