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Der Steinmarder - ungeliebter Nachbar

Nur der Steinmarder ist regelmäßig im Siedlungsbereich, aber auch in der Großstadt anzutreffen. Der in etwa gleich große Baummarder bewohnt ausschließlich große naturnahe Laubwaldgebiete. Steinmarder und Baummarder gehören in die Familie der Marder, zu der auch Dachs und Fischotter, Iltis, Hermelin und Mauswiesel gehören. Steinmarder leben ursprünglich in offenen Gelände mit Höhlen insbesondere im Berg- und Bergvorland. Wie Mauersegler und Haus(felsen-)Taube hat der Steinmarder sich den Lebensraum "Steinstadt" und "Dorf" erschlossen und lebt hier fast überall.

Der Steinmarder ernährt sich von kleinen Säugetieren (Mäuse, Ratten aber auch Vögel). Der Steinmarder ist durch den Menschen nicht bedroht, größte Gefahr für den kleinen Räuber ist der Straßenverkehr.

Steinmarder sind fast überall anzutreffen und niedlich sehen sie auch aus. Trotzdem können im Zusammenleben mit den niedlichen Gesellen atmosphärische Störungen auftreten. Waren früher die Hühner auf dem Bauernhof größtes Problem im Zusammenleben von Mensch und Marder, sind es heute vor allem zerbisse Kabel im Auto und das Tagesschlafquartier auf dem Dachboden.

Marder im Auto

Problematisch ist auch die "Autonutzung" der Marder – Schutz und Wärme im Motorraum scheinen sie anzuziehen. Leider hinterlassen sie auch andere Spuren: Die Kennzeichnung des Reviers eines Tieres kann, insbesondere wenn das Auto zwischen Marderrevieren pendelt, den nächsten Marder dazu verleiten sein Revier zu verteidigen und Beißattacken auf Kabel und Schläuche, die nach der Konkurrenz riechen, und meist kostspielige Reparaturen sind die Folge.

Sichere Abhilfe bieten Kabelummantelungen aus Metall. Zur Vergrämung der Tiere werden verschiedenste Duftstoffe wie Diesel, Hundehaare und Klosteine empfohlen. Die Wirksamkeit ist aber oft zweifelhaft oder von begrenzter Dauer. Am wirksamsten scheinen Geräte zu sein, die entweder Ultraschallwellen (mehr als 100 Dezibel, um Gewöhnungen zu vermeiden) aussenden oder nach dem Weidezaunprinzip arbeiten. Diese Geräte unterschiedlicher Hersteller sind in gut sortierten Zooläden oder aber über das Internet zu beziehen, aber Achtung: auch Haustiere wie Hund und Katze hören Töne in diesem Frequenzbereich!

Marder im Haus

Haben sich Steinmarder den Dachboden von Häusern als Rückzugsgebiet ausgesucht, können sie nicht nur durch lautes Poltern (insbesondere dann, wenn Jungtiere anwesend sind) auffällig werden, sondern ihre Verdauungsspuren können ebenfalls sehr unangenehm werden.

Verhindern kann man das Eindringen der Marder ins Haus durch massive Abdichtung aller Öffnungen am Haus (der Marder kann auch am Regenwasserrohr hochsteigen). Bitte aber darauf achten, dass sich keine Tiere mehr im Dachraum befinden!