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Plastik tötet

Wir müssen mithelfen, unsere Umwelt zu erhalten. Foto: © Ursula Bauer
Haufenweise Plastikmüll am Strand. Foto: © Ursula Bauer
Plastik tötet
Plastik tötet. Foto: © Ursula Bauer
 
 

Ein Tag am Meer könnte eigentlich schön und unbeschwert sein. Das Schaukeln der Wellen, Möwen, die sich schreiend um Futter streiten, die Luft riecht frisch nach Salz und Tang. Gute Voraussetzungen zum „Seele-baumeln-lassen“. Wäre da nicht der Müll am Strand. Schnüre, Plastikflaschen, Verschlüsse, Dosen, Glasscherben … hat man sich erst einmal auf den ganzen Unrat konzentriert, ist die Erholung schnell dahin. Nicht nur, dass sich die vielen Lach- und Silbermöwen, die am Strand herumlaufen, jederzeit in den Schnüren verfangen oder an scharfen Müllteilen verletzen können. Im seichten Wasser treibt auch noch eine tote Silbermöwe neben einer Plastiktüte. Ein junger Vogel, das erkennt man am bräunlichen Gefieder.

Dabei ist die weltweite Verschmutzung unserer Flüsse, Seen und Meere durch Kunststoffmüll mittlerweile weitaus größer, als es die deutlich sichtbaren Abfallteile aus Kunststoff vermuten lassen. Zur zunehmenden Belastung der Gewässer werden nämlich die nicht löslichen, klitzekleinen Kunststoffpartikel, auch Mikroplastik genannt (Durchmesser kleiner als 5mm). Mikroplastik entsteht einerseits, wenn sich größere Plastikteile zum Beispiel durch Sonne, Wind und Wellenbewegung zersetzen. Zum anderen wird Mikroplastik in Putzmitteln und Kosmetikprodukten beispielsweise als Füllstoff, Bindemittel, Glanzverstärker oder Schleifmittel (Peelings) verwendet. Mit dem Abwasser gelangen die Kunststoffteilchen dann in die Gewässer.

Kunststoffe werden in der Natur nicht abgebaut. Sie zerfallen im Laufe der Zeit in immer kleinere Partikel, aber sie verschwinden nicht. Mittlerweile ist Mikroplastik in allen Arten von Binnengewässern und in allen Meeren zu finden. Es wird von den Wasserlebewesen (z.B. Muscheln, Wasserflöhe, Würmer, Fische) entweder mit dem Wasser oder über die Nahrung aufgenommen. Oft werden die Kunststoffteilchen auch mit Futter verwechselt und gezielt gefressen. Entsprechend der Nahrungskette reichert sich Mikroplastik zum Beispiel in größeren Raubfischen an, die sich von Fischen und Muscheln ernähren. So gelangt es schließlich auf unsere Teller und in unsere Körper. Inzwischen wurde Mikroplastik auch an Land in den Böden festgestellt, was zusätzlich Grund zum Handeln gibt. Dass Müll nicht in der Natur zurücklassen wird, sollte selbstverständlich sein.

Außerdem sollten wir nicht darauf warten, dass Kunststoffe in Kosmetika irgendwann einmal verboten werden, sondern schon jetzt bewusst einkaufen und auf derartige Produkte verzichten. Zum Beispiel sind vor allem in Peelings, Waschlotionen und Cremes häufig die Kunststoffe Acrylates Crosspolymer (ACS) und Polyethylen (PE) enthalten. In Duschgels und Flüssigseifen ist ferner Acrylates Copolymer (AC) ein weit verbreiteter Inhaltstoff. Entweder wirft man einen Blick auf das Etikett oder kauft gleich zertifizierte Naturkosmetik, die garantiert keine Kunststoffe wie Plastik und Silikone enthält.

Kunststoff kann an vielen anderen Stellen im Alltag vermieden werden. Etwa, indem man Stoffbeutel statt Plastiktüten für den Einkauf verwendet. Auch synthetische Kleidung zum Beispiel aus Elasthan oder Polyester ist bedenklich, da bei jedem Waschen etliche Kunststofffasern verloren gehen und mit dem Abwasser in die Gewässer gelangen.

Wir sollten unsere Umwelt schützen und erhalten - denn wir sind ein Teil davon!