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Das Hausrind (Bos primigenius taurus)

Rinder sind paarhufige Säugetiere und gehören zur Familie der Hornträger (Bovidae).
Rinder sind paarhufige Säugetiere und gehören zur Familie der Hornträger (Bovidae). Foto: © Ursula Bauer
Auerochsen
Das Heckrind ist eine dem augestorbenen Auerochsen ähnliche Rinderrasse. Foto: © Ursula Bauer
Nguni-Rind
Nguni-Rind in Südafrika. Foto: © Ursula Bauer
Enthornte Milchkuh
Enthornte Milchkuh -Holstein Frisian- in Anbindehaltung. Foto: © Ursula Bauer
Milchkuh
Milchkuh mit Rieseneuter. Foto: © Ursula Bauer
Mutterkuh mit Kälbchen.
Mutterkuh mit Kälbchen. Foto: © Ursula Bauer
Milchkühe in Anbinde-Stallhaltung
Milchkühe in der Anbinde-Stallhaltung. Foto: © Ursula Bauer
Milchkuh
Milchkuh auf der Weide. Foto: © Ursula Bauer
Mastbullen
Mastbullen in Anbindehaltung. Foto: © Ursula Bauer
Schweizer Braunvieh
Schweizer Braunvieh im Auslauf vor dem Laufstall. Foto: © Ursula Bauer
Mutterkuhhaltung im Winter. Foto: © Ursula Bauer
 
 

Ursprung und Biologie

Das Hausrind (Bos primigenius taurus) ist die domestizierte Form des Auerochsen (auch Ur genannt). Nachdem der letzte Auerochse 1627 erschossen wurde, gilt diese ehemals weit verbreitete Wildform unseres Hausrindes als ausgerottet. Seither wurde immer wieder versucht, eine Rinderrasse zu züchten, die dem äußeren Erscheinungsbild des mächtigen Auerochsen entspricht (z.B. das Heckrind). Bereits vor mehr als 10.000 Jahren wurden Rinder von Menschen als Nutztiere gehalten und gezüchtet. Inzwischen gibt es weltweit etwa 500 verschiedene Rinderrassen, die teilweise auch durch Kreuzungen von Hausrindern mit Wildrindern wie dem Bison entstanden sind.

Rinder sind paarhufige Säugetiere und gehören zur Familie der Hornträger (Bovidae). Heutzutage werden leider immer die Tiere an die Haltung angepasst und nicht umgekehrt. Dementsprechend werden auch Rindern meistens die Hörner entfernt. Außerdem wird schon seit vielen Jahren auf Hornlosigkeit gezüchtet, so dass bei einigen Rassen wie Galloway oder Deutsch Angus das Fehlen der Hörner dauerhaft genetisch verankert ist.

Das Hausrind ist als Wiederkäuer ein reiner Pflanzenfresser und besitzt ein vierteiliges Magensystem, bestehend aus dem Pansen, dem Netzmagen, dem Blättermagen und dem Labmagen. Sie sind ausgesprochene Herdentieren und zeigen im Verband nicht nur ein arttypisches Rangordnungsverhalten sondern auch eine ganz charakteristische Vorliebe für Gemeinschaftlichkeit (z.B. möglichst gleichzeitiges Fressen, Ruhen).

Bezeichnungen

Geschlechtsreife männliche Hausinder nennt man Stier oder Bulle. Sie werden zur Zucht oder zur Fleischgewinnung (Mastbullen) verwendet. Kastrierte männliche Rinder heißen Ochsen. Ochsen sind die ältesten in der Landwirtschaft eingesetzten Zug- und Arbeitstiere. Sie sind im Gegensatz zum unkastrierten Stier friedfertig und leicht zu handhaben.

Ein weibliches Rind wird bis zum ersten Kalben als Färse bezeichnet. Nach der ersten Geburt heißt es Kuh. Kühe, die zur Milchproduktion gehalten werden heißen Milchkuh. Kühe, die nicht gemolken werden sondern mit ihrer Milch nur ihr Kalb säugen heißen Mutterkühe.

Weibliche Rinder gebären nach etwas mehr als 9 Monaten Tragzeit in der Regel 1 Kalb. Als Kalb bezeichnet man Rinder bis zu einem Alter von etwa 6 Monaten. Bullenkälber werden zur Zucht oder zur Mast verwendet, weibliche Kälber werden entweder ebenfalls gemästet oder als Mich- oder Mutterkuh gehalten.

Nutzung und Haltungsformen

Die Rinderhaltung dient vorrangig der Erzeugung von Fleisch und Milch. Dementsprechend wurden spezielle Milch- und Fleischrassen gezüchtet, welche die jeweils gewünschte Eigenschaft (hohe Milchleistung, großer Fleischzuwachs) aufweisen. Typische Milchrassen sind Holstein Frisian, Braunvieh und Angler-Rotvieh, als charakteristische Fleischrassen gelten Charolais, Limousin und Galloway.

Steht die Erzeugung von Milch im Vordergrund der Haltung werden die Kälber direkt nach der Geburt von ihren Müttern (den Milchkühen) getrennt. Kühe geben nur dann permanent Milch, wenn sie im Reproduktionszyklus stehen, d.h. 1 x pro Jahr ein Kalb zur Welt bringen. Bei der intensiven Milchkuhhaltung ausschließlich im Stall ist das Anbinden der Tiere immer noch weit verbreitet. Daneben gibt es diverse Laufstallsysteme, die den Milchkühen mehr oder weniger Bewegungsmöglichkeiten und teilweise auch einen Auslauf im Freien bieten. Die Weidehaltung ist, wie bei Rindern grundsätzlich auch für Milchkühe die ideale Haltungsform, wird heute jedoch fast nur noch in der extensiven und ökologischen Tierhaltung praktiziert.

Hierzulande müssen Fleischrinder größtenteils in spezialisierten Bullen- Mastbetrieben leben. Diese intensive und meist ausschließliche Stallhaltung erfolgt entweder in Gruppen (Laufstall, meist mit Vollspaltenböden) oder in der besonders tierfeindlichen Anbindehaltung. Ein Verbot der Anbindung in der konventionellen Rinderhaltung soll im Jahr 2020 in Kraft treten. Daneben entwickelt sich zunehmend die extensive Haltung von Fleischrindern in der sogenannten Mutterkuhhaltung, wo Rinder beiden Geschlechts gemeinsam auf der Weide stehen. Die geborenen Kälber dürfen hier bei der Mutterkuh bleiben und in der Herde groß werden. Die Ochsen- und Kälbermast spielt in Deutschland keine wesentliche Rolle.

Mastkälber werden im Alter von 3-5 Monaten geschlachtet, Jungbullen (Mastbullen) mit etwa 18 Monaten. Das Schlachtalter einer Milchkuh beträgt durchschnittlich 5 Jahre. Dabei haben Rinder eine natürliche Lebenserwartung von bis zu 30 Jahren.

Kampagne "Rinder- Wahnsinn: Wie Kühe, Kälber und Mastrinder leiden"

Im Oktober 2016 startete aktion tier e.V. eine neue Aufklärungskampagne zum Thema "Rinder-Wahnsinn", welcher Sie viele nützliche Informationen zum Rind und der Rinderhaltung in Deutschland entnehmen können. Mit dieser Kampagne möchten wir über das Leiden der Kühe, Kälber und Mastrinder in Deutschland informieren zu einem tierschutzbewussteren Konsumverhalten animieren.

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Schweizer Braunvieh
Foto: © Ursula Bauer

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