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Der Eichen-Prozessionsspinner

Prozessionsspinnerraupennest in Spanien. Foto: © Pfitzmann

Ein Bericht von Alexandra Pfitzmann

Der Eichen-Prozessionsspinner hat ein Gelege von ca.100 bis 200 Eiern, die bei der Eiablage jeweils ca. 1 mm groß sind. Diese werden im Kronenbereich an dünneren Zweigen von bevorzugt älteren Eichenbäumen abgelegt und durch Schuppen und Sekret getarnt.

Noch im Herbst entwickelt sich der Embryo zur fertigen Jungraupe, die im Ei überwintert und Anfang Mai schlüpft. Es gibt fünf bis sechs Entwicklungsstadien, die bis zur Verpuppung durchlaufen werden. Im letzten Stadium vor der Verpuppung sind die Raupen ca. 5 cm groß, haben eine dunkle, breite Rückenlinie mit samtig behaarten Feldern und rotbraunen, lang behaarten Warzen. Sie bilden für die Nahrungssuche Gruppen von 20 bis 30 Individuen, die dann aneinander gekettet im „Gänsemarsch“ laufen, daher der Name „Prozessions-Spinner“. Tagsüber ziehen sich die schon älteren Raupen zur Häutung in Raupennester (Gespinste) zurück, die bis zu einem Meter lang werden können. Erst ab dem dritten Stadium entwickeln die Larven die gefährlichen Brennhaare mit Widerhaken, die das gefürchtete Nesselgift, das Thaumetopoein, enthalten.

Gefräßige Tierchen

Die kleine Raupe des Eichenprozessions- Spinners vertilgt einen Quadratmeter Eichenlaub bis sie sich verpuppt und zum Schmetterling wird. Ganze Wälder können dadurch von den Raupen entlaubt werden. Sie fressen dabei die gesamte Gewebefläche der Blattspreite und lassen nur die Mittelrippe und stärkere Seitenrippen des Blattes übrig. Die Verpuppung findet dann in einem dichten Kokon statt, der bei den Arten der Gattung „Anaphe“ zu großen Gespinsten mit anderen Kokons verwoben wird.