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Warum wollen Schnecken hoch hinaus?

Hain-Bänderschnecke
Hain-Bänderschnecke am Stamm eines Baumes. Foto: © Ursula Bauer

Von Ursula Bauer, Mai 2015. Sicher sind Ihnen auch schon einmal Schnecken aufgefallen, die an Baumstämmen hochkriechen oder sich teilweise in beachtlicher Höhe daran festgeklebt haben. Aber nicht nur Bäume, sondern auch Felswände, Mauern und sogar Straßenlaternen werden gerne erklommen. Die meisten Schneckenarten sind gute Kletterer. 5 Meter sind für sie überhaupt kein Problem und sogar in 20 Metern Höhe wurden diese Weichtiere schon beobachtet. Der Schneckenschleim klebt so gut, dass sich die Tiere sogar kopfüber festheften können.

Die Gründe für die „Kraxelei“ sind vielfältig. Schnecken benötigen ein gewisses Maß an Feuchtigkeit, um sich mit Hilfe ihrer „Schleimspur“ fortbewegen zu können. Trockenheit ist ihr größter Feind. Um sich vor dem Austrocknen zu schützen, suchen sie daher gerne erhöhte Standorte auf, kleben sich dort mit ihrem Schleim fest und warten in einer Art Trockenstarre teilweise wochenlang auf den nächsten Regen. In größerer Höhe sind sie vor Fressfeinden wie Käfern und kleinen Säugetieren sicherer als am Boden. Sogar Vögel sollen nur Schnecken fressen, die am Boden herumkriechen.

Außerdem weiden Schnecken mit ihrer Raspelzunge gerne die Algen, Flechten und Kleinpilze ab, die auf der Rinde von Bäumen und Sträuchern, auf Gestein und sogar auf Beton wachsen. Schließlich sollen Schnecken auch bei drohenden Überschwemmungen erhöhte Bereiche aufsuchen, um sich vor dem Ertrinken zu schützen.

Warum auch immer diese pfiffigen Gesellen hoch hinaus wollen – sie richten dort oben keinen Schaden an und tun keiner Fliege was zu leide.