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Tier des Jahres 2020Der Maulwurf

Maulwurf
Nur sehr selten bekommt man einen Maulwurf zu sehen. – Foto: Bruno Germany / Lizenz: Pixabay
Nicht unbedingt so beliebt – Maulwurfshügel im eigenem Garten. – Foto: Dirk (Beeki®) Schumacher / Lizenz: Pixabay
Ein ca. 100 Gramm schwerer Maulwurf frisst pro Jahr ungefähr 20-30 Kilo Insekten und Würmer. Würde ein Maulwurf einen Tag lang nichts essen, stirbt er. – Foto: Dirk (Beeki®) Schumacher / Lizenz: Pixabay
Der Maulwurf lebt in einem weit verzweigten Tunnelsystem unter der Erde. – Foto: Dirk (Beeki®) Schumacher / Lizenz: Pixabay
 
 

Vor allem von Gartenbesitzern wird er oft verflucht. Der Maulwurf. Manchmal schafft er es, mit seinen starken Grabschaufeln über Nacht den schönen Garten in eine braune Hügellandschaft zu verwandeln, die unterirdisch ein großes und verzweigtes Tunnelsystem beherbergt. In der Beliebtheitsskala ist er bei Gartenbesitzern daher nicht gerade ganz oben zu finden. Für 2020 wurde er nun von der Deutschen Wildtier Stiftung zum Tier des Jahres ernannt.

Ein Bericht von Alexandra Pfitzmann

Die plüschige Rüsselnase ist doch sehr putzig. Und wenn ein kleiner Maulwurf mit seinem so weich anmutenden Fell vor einem sitzt, kann man ihn ja auch nur noch niedlich finden. Zu Gesicht bekommt man den kleinen Kerl allerdings selten. Er verbringt die meiste Zeit bis zu einem Meter unter der Erde in einem kilometerlangen Labyrinth mit vielen Kammern und Gängen. Daher rührt auch sein Name. Denn „Maulwurf“ entstammt dem Mittelhochdeutschen „Molte“, was Erde bedeutet. Er verursacht allerdings nicht nur ein verändertes Bild in der liebevoll gestalteten Gartenanlage. Nein, er vertilgt vor allem sehr viele „Schädlinge“ und vertreibt Mäuse. Insofern mögen die Gartenbesitzer bitte ein Nachsehen haben …

Eine Besonderheit des 10-17 cm langen Maulwurfs ist die Form seiner „Handflächen“. Sie sind nach Außen gedreht und werden von ihm wie Schaufeln genutzt. Des Weiteren hat der Maulwurf sehr kleine Augen. Er ist nicht in dem Sinne blind, kann aber nur zwischen hell und dunkel unterscheiden. Viel zu sehen gibt es aber unter der Erde ohnehin nicht – da hat die Natur wieder mitgedacht. Die Tasthaare, die an der Schnauze des Maulwurfs wachsen, helfen ihm, sich in der Dunkelheit zu orientieren und anhand von erfühlten Erschütterungen Gefahren zu umgehen.

Der Maulwurf steht unter Naturschutz

Der unter Naturschutz stehende Maulwurf ist derzeit nicht bedroht. Bis zu 50.000 Euro Strafe zahlt aber der, der versucht, einen Maulwurf zu fangen oder gar zu verletzen. Der Maulwurf findet immer weniger Gärten, da vieles mittlerweile leider zubetoniert wird. Erdhaufen im Garten können auch einfach abgetragen werden. Das stört den Maulwurf nicht, der einfach unter der Erde seine Ruhe möchte.