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Das Eichhörnchen

Eichhörnchen gehören in die Freiheit
Der Aktionsradius eines Eichhörnchens kann viele Hekart umfassen. Eine dauerhafte Haltung in Gefangenschaft lehnt aktion tier ab. Foto: © Ursula Bauer
Eichhörnchen-Schutz: Das erste aktion tier Eichhörnchenseil wurde im März 2014 in Berlin installiert.
Eichhörnchen-Schutz: Das erste aktion tier Eichhörnchenseil wurde im März 2014 in Berlin installiert. Foto: © aktion tier e.V.
Fütterung eines verwaisten Eichhörnchens
Die aktion tier Eichhörnchenhilfe berät Interessenten zum Thema und kümmert sich um kranke oder verwaiste Hörnchen. Foto: © aktion tier/Bauer
Stark abgemagertes Grauhörnchen
Ungewöhnlicher Animal Hoarding Fall: Ein „Liebhaber“ fremdländischer Hörnchenarten hatte es in einem kleinen Dorf in Brandenburg auf die stattliche Anzahl von 30 Tieren gebracht. Foto: aktion tier e.V./Bauer
Tanya Lenn ist schockiert über die schlechte Eichhörnchenhaltung
Die aktion tier Eichhörnchenhilfe nahm sich der Tiere an. Einen Bericht dazu finden Sie im Bereich [Animal Hoarding]. Foto: aktion tier e.V./Bauer
 
 

Von Ingeborg Polaschek. Die hübschen roten Eichhörnchen sind beliebt bei Jung und Alt. In ganz Europa und ebenfalls bis China, Korea und Japan verbreitet, reichen ihre Reviere bis zur Baumgrenze. Die Farbe ihres Pelzes variiert von fuchsrot bis tief braunschwarz, die Bauchseite zeigt sich mehr oder weniger weiß. Wendig und außerordentlich behände klettern sie mit Hilfe ihrer Greifzehen bis in die höchsten Baumkronen, um Nüsse und andere Leckerbissen zu erreichen. Den Weg hinab nehmen sie stets kopfabwärts.

Eichhörnchen wiegen 300- 400 g, ihre Kopf-Rumpfgröße beträgt etwa 20-30 cm und ihr breiter, etwa 14-25 cm langer, buschiger Schwanz hilft ihnen, beim Klettern und Springen die Balance zu halten. Er ist außerdem ein Signalgeber bei Verständigungen untereinander. Je nach Situation verfügen die munteren Nager über verschiedene Quietsch-, Kecker- und Knurrlaute. Sie sind mit einem guten Gehörsinn ausgestattet und haben nicht zu unterschätzende Feinde wie Luchse, Katzen, Wiesel, Baummarder, Greifvögel und Krähen.

Eichhörnchen leben nicht zufällig auf Bäumen, sondern gerade dort, wo es ihren Lebensansprüchen gerecht wird, mit Zufluchtsmöglichkeiten, Nistgelegenheiten und ausreichend Nahrung. Die kleinen Kobolde mit den Pinselohren sind gern gesehen, und man findet sie nicht nur in Waldgebieten, sondern auch in Parkanlagen, denn sie wissen genau, dass sie dort von etlichen Besuchern mit Leckerbissen gefüttert werden. Der Tisch ist für die so genannten „Parkhörnchen“ immer gut gedeckt, und die putzigen Tiere werden oft sogar sehr handzahm. Natürlich ist es besonders für Kinder eine Freude, wenn ihnen die kleinen Bettler das dargebotene Futter direkt von der Hand nehmen.

Wichtige Hinweise

Sollten Eichhörnchen durch Fällarbeiten oder andere Ursachen in Not geraten, wird wohl jeder Tierfreund Hilfe leisten. Er muss aber wissen, dass er in diesem Falle die gesetzliche Verantwortung für den Findling übernimmt. Das heißt auch, dass man diesen nach erfolgreicher Aufzucht in die Freiheit zurückgeben muss. Vorher allerdings ist eine Vorbereitung auf das freie Leben notwendig. Gerade hier liegen die Schwierigkeiten. Eichhörnchenfindlinge sollten daher so schnell wie möglich in eine Wildtierstation oder in kundige Hände abgegeben werden. Ohne eine so weit wie möglich artgerechte Auswilderung können sie nicht die Gefahren erkennen, die in freier Natur auf sie warten. Sie werden Katzen, Marder, Greifvögel und andere Beutegreifer nicht als ihre Feinde ansehen, denn jegliches Fluchtverhalten ist ihnen abhanden gekommen. So niedlich sie auch anzusehen sind – Eichhörnchen sind keine Kuscheltiere.

Das vergessliche Eichhörnchen hilft seiner Umwelt

Das große, kugelige Nest der Eichhörnchen – Kobel genannt – ist aus kleinen Zweigen, Blättern, Haaren, Gras und Moos gebaut. Es befindet sich oben in den Bäumen, jedoch werden auch Höhlungen oder verlassene Vogelnester bezogen. Auch Ausweichnester für den Notfall – wie etwa Unruhe oder starker Parasitenbefall des Nistmaterials – werden angelegt. Einen Winterschlaf halten die geschickten Kletterkünstler nicht, sondern müssen auch bei Eis und Schnee ihre Nahrung suchen. Vorsorglich legen sie schon im Sommer und Herbst Speisekammern an. Hier und dort im Waldboden verstecken sie Wintervorräte wie Nüsse und Eicheln. Ein zweibeiniger „Mitesser“, der Eichelhäher, sitzt gerne mal oben im Geäst auf der Lauer und merkt sich sehr genau, wie er ohne Mühe diese Leckerbissen erreichen könnte. Denn gelegentlich sind auch Eichhörnchen vergesslich und erinnern sich nicht an alle Verstecke in ihrem weitläufigen Revier. Jedoch haben nicht nur gewitzte Eichelhäher den Nutzen dieser praktischen Vorratshaltung. Auch der Mensch profitiert von den „vergessenen“ Sämereien, denn diese entwickeln sich zu neuen Pflanzen und sorgen jährlich immer wieder für den notwendigen Waldbewuchs. Außer Nüssen und Eicheln ernähren sich Eichhörnchen auch von Pilzen, Früchten, frischen Trieben der verschiedensten Waldpflanzen und Nadelbaumzapfen. Hier erweisen sie sich als sehr geschickt, wenn sie mit Hilfe ihrer scharfen Zähne die Schuppen lösen, um an die ölhaltigen Samen zu gelangen. Animalische Kost wie Vogeleier und Vogelküken wird ebenfalls nicht verschmäht.

Für Nachwuchs wird je nach Wetterlage vom Spätwinter bis August gesorgt. Zweimal im Jahr liegen nach einer Tragzeit von 38 Tagen meist zwei bis vier, teils auch mehr nackte, blinde und taube Jungen im Nest. Dann werden die Männchen nicht mehr im Kobel geduldet und müssen schleunigst das Weite suchen. Im Alter von zwei Monaten verlassen die Jungen das Nest und sind bald darauf selbstständig.

Eichhörnchen gehören in die Freiheit
Foto: © Ursula Bauer

Das Eichhörnchen

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