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Vögel

Foto: TomaszProszek / CC0 1.0 Universell CC0 1.0

Über 260 Vogelarten in Deutschland sind Brutvögel, dazu kommen noch Zugvögel und Wintergäste. Die Vielfalt ist groß: Die kleinsten Vögel, die Sommer- und Wintergoldhähnchen als auch die Zaunkönige, bringen gerade einmal 5-6 Gramm auf die Briefwaage. Hingegen kann man in Brandenburg die schwersten flugfähigen Vögel, die Großtrappen, beobachten, die bis zu 16 kg schwer werden können. Die Vogelart mit der größten Flügelspannweite hierzulande ist mit 2,5 Metern Länge der Seeadler. Doch auch den größten stehenden Vogel, den Kranich mit 1,2 Metern, kann man vielerorts beobachten.

Neben genannten Arten gibt es natürlich eine Vielzahl weiterer bunter oder weniger farbiger, scheuer oder zutraulicher, seltener oder häufiger vorkommender Vogelarten in Deutschland.

Vögel besiedeln hierzulande alle Lebensräume. Vom Steinadler in den Alpen bis zum Baßtölpel auf Helgoland, schöne Vogelbeobachtungen können wir nahezu überall machen. So vielfältig wie die Vogelarten selbst sind auch Nahrung, Lebensraum und Verhalten. Frisst die Schleiereule beispielsweise meist kleine Säugetiere (Mäuse), so gibt es Vogelarten die ihre Nahrung aus dem Schlamm hervorholen oder andere, die sich fast vollständig vegetarisch ernähren, so wie beispielsweise der Stieglitz.

Für Vielfalt ist also gesorgt. Allen Vogelarten ist aber gemeinsam, dass die Zeit zur Jungenaufzucht nur sehr kurz bemessen ist (beim Spatz ca. drei Wochen, beim Seeadler ca. zwölf Wochen), weshalb die Jungen in dieser Zeit auf bestes Futter angewiesen sind. Selbst die Körnerfresser unter den Vögeln ernähren deshalb ihre Jungen meist mit Insekten.

Vogelfütterung

Vogelfütterung: ja oder nein?

Beerensträucher, Brachland und naturnahe Hausgärten mit samentragenden Stauden sowie Obstgärten mit liegenbleibendem Fallobst sind die natürlichen, jedoch inzwischen selten gewordenen Nahrungsquellen für unsere Vogelwelt im Winter. Handelsübliches Vogelfutter, vom Menschen ausgelegt, kann vor allem bei länger anhaltender Schneedecke einigen Arten helfen. Außerdem ist die an den Futterplätzen mögliche direkte Tierbeobachtung ein Erlebnis für Kinder- und Erwachsene. Verschiedene Vogelarten aus nächster Nähe beobachten zu können, ist gerade in der Stadt ein eher seltenes Vergnügen.

Wann und wie füttern?

Bitte füttern Sie niemals während der Brutzeit von April bis August! Jungvögel brauchen für eine gesunde Entwicklung Insekten also eiweißreiches Futter. Im Herbst kann man mit geringen Mengen die Fütterung beginnen, welche jedoch erst bei geschlossener Schneedecke, oder bei Dauerfrost dauerhaft erfolgen sollte.

Was füttern?

Unterschiedliche Vogelarten haben unterschiedliche Ansprüche. Deshalb ist eine gesunde Mischung us Körnern (z.B. Getreide und Sonnenblumen) und Früchten (Äpfel) erforderlich. Besonders energiereich und von allen Arten gerne genommen werden Nüsse (Spezialtipp: zerkleinerte Walnüsse aus dem eigenen Garten). Niemals gesalzenes, gezuckertes oder anders gewürztes Futter verwenden!

Vogelzug

Millionen Vögel treten jedes Jahr im Spätsommer oder Herbst die Reise in den Süden an, sie verbringen die in Deutschland unwirtliche Jahreszeit im Süden oder Westen Europas oder ziehen bis nach Afrika.

Schon in der Antike haben sich die Menschen gefragt, wo die Vögel im Winter bleiben. Bis heute haben die Forscher noch nicht alle Rätsel des Vogelzugs völlig durchschaut. Zugvögel orientieren sich bei ihrer Reise in den Süden an der Sonne, an den Sternen und am Magnetfeld der Erde.

Die Mauersegler ziehen bereits Ende Juli, Anfang August in den Süden nach nur drei Monaten Brutzeit unter deutschen Dächern. Sie sind nicht nur die ersten Vögel, die von der Zugunruhe erfasst wurden, sondern auch die schnellsten. Mit bis zu 160 Stundenkilometer düsen die "Schwalben der Städte" zurück nach Afrika. Dort gibt es auch dann genügend Insekten zu fressen, wenn es in den gemäßigten Zonen kalt wird.

Vögel im Garten und Park

Auffälligster und wahrscheinlich auch häufigster Vogel im Garten ist die Amsel oder auch Schwarzdrossel. Aber nur die ausgewachsenen Männchen haben ein schwarzes Federkleid, Weibchen und Jungvögel sind braun gefärbt.

Weitere typische häufige Arten sind Blau und Kohlmeise sowie der Haussperling. Deutlich seltener sind im Siedlungsbereich Grünfinken (Grünling), Feldsperlinge, Stare und die Klappergrasmücken anzutreffen.

Rotkehlchen, Mönchsgrasmücke, Zaunkönig, Singdrossel, Girlitz und Buchfink sind eher in großen Gärten oder Parks zu beobachten. Hier brüten dann auch Elster, Ringeltaube, Eichelhäher und Nebel- bzw. Rabenkrähe.

Noch mehr Platzbedarf haben Greifvögel wie Habicht und Mäusebussard, die inzwischen auch wieder große Parkgebiete wie den Berliner Tiergarten besiedeln. Ganz selten im Siedlungsbereich sind die Tannen- und die Haubenmeise, der Stieglitz aber auch das Wintergoldhähnchen anzutreffen.

Vogel des Jahres 2015

Der Vogel des Jahres 2015 ist der Habicht (Accipter gentilis). Der 50 bis 60 Zentimeter große Habicht ist ein kräftiger Greifvogel mit kurzen gerundeten Flügeln und einem relativ langen Schwanz. Er ist, wie viele andere seiner Verwandten, immer noch der illegalen Verfolgung ausgesetzt. Illegal abgeschossene, vergiftete oder gefangene Habichte sind nach wie vor trauriger Alltag und das obwohl die Jagd auf den Habicht seit den 1970er Jahren verboten ist. Nach aktuellen Erfassungen leben in Deutschland 11.500 bis 16.500 Brutpaare (Stand 2014). Eine der höchsten Siedlungsdichten von Habichten weltweit hat die Hauptstadt Berlin mit etwa 100 Brutpaaren.

Kanincheneule
Foto: © Sabo

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Foto: MdF (eigenes Werk) / CC BY-SA 3.0 CC BY-SA

Vogelarten im Portrait

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