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Im Herbst Nistkästen reinigen

Nistkasten am Baum. Foto: © Ursula Bauer

Von Ursula Bauer. Wenn im September auch die letzten Vogelkinder ausgeflogen sind, ist es Zeit, die im Garten oder am Haus angebrachten Nisthilfen einem gründlichen „Herbstputz“ zu unterziehen.

Denn in den Vogelnestern leben immer auch diverse Parasiten wie Milben, Zecken und Flöhe, die der Brut teilweise erheblich zusetzen. Diese Plagegeister überleben in der Regel den Winter und warten schon auf den Vogelnachwuchs im kommenden Jahr. Daher ist es sinnvoll, im Frühherbst alle alten Vogelnester aus den Nistkästen zu entfernen. Wer sich vor den nach allen Seiten flüchtenden „Mitbewohnern“ ekelt, sollte Handschuhe überstreifen. Gelegentlich findet man in den alten Nestern auch nicht ausgebrütete Eier oder verstorbene Vogelküken. In der Natur geht eben nicht immer alles glatt.

Es genügt, wenn Sie die leeren Nisthilfen ausfegen oder mit klarem Wasser ausspülen und dann gut trocknen lassen. Bitte verwenden Sie keine Reinigungs- oder Insektenvernichtungsmittel. Wenn die Nistkästen dann wieder an ihrem alten Platz hängen, dienen sie anderen Gartenbewohnern wie Ohrwürmern, Schmetterlingen, Wespenköniginnen oder auch Haselmäusen und Siebenschläfern als Winterquartier. Auch manche Vögel polstern sich die gereinigten Nistkästen neu aus und nutzen sie in der kalten Jahreszeit als Schlafplatz. Aber nur die sogenannten Höhlenbrüter unter den Wildvögeln nisten in Vogelkästen, da diese ihren natürlichen und inzwischen rar gewordenen Brutstätten wie Astlöcher und Baumhöhlen sehr ähnlich sind. Zu den Höhlenbrütern zählen unter anderem die meisten Meisenarten, Haus- und Feldsperlinge sowie Star und Kleiber. Andere Vogelarten wie Buchfink, Grünfink, Zaunkönig und Amsel bevorzugen als sogenannte Freibrüter Hecken, Bäume, Gebüsche oder mit Kletterpflanzen bewachsene Hauswände, in die sie ihre Nester bauen. Strukturen, die in unseren teilweise sehr „aufgeräumten“ Ziergärten häufig nicht mehr vorhanden sind.

Und bitte denken Sie daran: Auch die schönsten Nistkästen nützen nichts, wenn das ökologische Umfeld nicht vorhanden ist. Gestalten Sie daher Ihren Garten möglichst vielfältig und naturnah. Lassen Sie ein bisschen Wildnis zu und pflanzen Sie statt Exoten heimische Baum- und Straucharten. Dann finden Ihre Gartenvögel auch genug Beeren, Früchte, Insekten und Spinnentiere, um sich zu ernähren und ihre Brut aufzuziehen.