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Der Waldkauz (Strix aluco)

Diesem verunglückten Waldkauz eilte die aktion tier Tierrettung München zur Hilfe. Nach der Erstversorgung wurde er in eine Vogelklinik gebracht. Foto: © aktion tier Tierrettung München
Nachdem die jungen Waldkäuze nach etwa 35 Tagen Nestlingsdauer aus dem Nest klettern, sitzen sie noch in den nahen Bäumen bis sie nach etwa sieben Wochen flügge sind. Foto: © Ingeborg Polaschek
 
 

Der Waldkauz, Strix aluco, ist ein ruhiger Geselle. Selbst das Gezeter kleinerer Vögel stört ihn wenig, wenn sie sich schimpfend um den schlafenden Nachtjäger scharen. Allerdings jagt dieser bei knapper Nahrung im Winter auch am Tag. Mit seinem außergewöhnlich wendigen Hals kann er den Kopf nahezu rundherum drehen und hat sozusagen „alles im Blick“. Ursprünglich ein Vogel des Waldes, wanderte er über Parks, Alleen und Gärten in menschliche Siedlungen ein.

Ein Bericht von Ingeborg Polaschek, aktion tier-Beratungsstelle für Wild- und kleine Haustiere

Keineswegs wählerisch brütet er auch in Baumhöhlen, auf Dachböden, in Felsnischen und in angebotenen Nistkästen. Das dumpf heulende „Huuuh-hu-huuuuuuh“ des männlichen Kauzes kann man nach Einbruch der Dunkelheit schon vor Frühlingsanfang hören. Auch ein „Duettgesang“ mit verschiedenen Lauten kommt vor. Miauend wie eine Katze oder auch das schrille „kuitt-kiwitt“ lässt so manchen nächtlichen Spaziergänger erschauern. Diese Duettgesänge dienen der Abgrenzung ihres Brutrevieres. Außerdem lassen sich vielleicht damit Feinde wie Uhu, Habicht, Bussard, Sperber und Krähen vertreiben.

Das Weibchen legt meist 2-4 runde, weiße Eier auf den vorhandenen Höhlenboden ohne Auspolsterung und brütet sie vom ersten Ei an alleine in 28 bis 31 Tagen aus. Ebenfalls hudert sie die Jungen in den ersten drei Lebenswochen, während das Männchen für ausreichend Nahrung sorgt. Später jagen beide. Wie fast alle Eulen jagt der Waldkauz in der Nacht und schläft am Tag. Hat sich ein Waldkauzpaar gefunden und irgendwo angesiedelt, hält es andere Eulen mit bestimmten Schreien von ihrem Revier fern. Diese Rufe dienen auch dem Zusammenhalt des Paares. Waldkäuze sind dämmerungs- und nachtaktiv. Ursprünglich waren sie Vögel des Waldes. Inzwischen besiedeln sie Parks, Alleen und Gärten in menschlichen Siedlungen, und wenn ihnen Nistgelegenheiten zur Verfügung stehen wie spezielle Nistkästen, sind sie nicht wählerisch und beziehen diese sofort. Während des Tages scharen sich oft kleinere Vögel um den schlafenden Kauz. Dieser lässt sich von der schimpfenden Truppe nicht beirren, denn ihn stört dieses Gezeter recht wenig, das besonders Eichelhäher, Amseln und Buchfinken vollbringen.

Nachdem die jungen Waldkäuze nach etwa 35 Tagen Nestlingsdauer aus dem Nest klettern, sitzen sie noch in den nahem Bäumen bis sie nach etwa sieben Wochen flügge sind. Sie lassen sich jedoch noch etwa zwei Monate von den Eltern führen, werden die Umgebung kennen lernen und auch mögliche Feinde wie etwa Uhu, Habicht, Bussard und Krähen. Aber leider auch Unwetter und menschliche Feinde.

Steckbrief Waldkauz

Wissenschaftlicher Name: Strix aluco
Größe: Mittelgroß, etwa 38-40 cm
Gewicht Männchen: 400-480 g
Gewicht Weibchen: 480-660 g
Flügelspannweite: 105 cm
Brut: 1 Jahresbrut
Brutzeit: April bis Juni
Brutplatz: Baumhöhle
Gelege: meist 2-4 runde, weiße Eier
Brutdauer: 28-30 Tage
Nestlingsdauer: 31 Tage
Die meist vom Männchen gefütterten
Jungen sind nach 30-37 Tagen flügge