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Pony Prinz hat es nicht geschafft

Ein Bericht von Doreen Huff | aktion tier Seefeld

Im September 2013 bat uns der Amtstierarzt um Hilfe. Nicht weit von uns entfernt stand seit 24 Jahren ein Pony alleine auf einer kleinen Koppel und wurde seit einigen Jahren stark vernachlässigt.

Der Besitzer war mittlerweile ein alter Mann, der sich leider keine Hilfe holte, als er mit dem Pony überfordert war. Ursprünglich wurde das Ponyfohlen für die Enkelkinder angeschafft, doch die verloren schnell das Interesse an Prinz.

Besonders schlimm war, dass die Hufe die letzten Jahre nicht mehr gemacht wurden und die Hufe weiterwuchsen. Man sagt dazu auch Schnabelhuf. Bei Pferden, die sich zu wenig bewegen, laufen sich die Hufe nicht ab und ein Hufpfleger oder Hufschmied muss alle 6-8 Wochen in der Regel die Hufe zurückschneiden. Als wir Prinz sahen, entschieden wir uns, ihn gleich in eine Pferdeklinik zum Röntgen zu bringen. Es war nicht so leicht, ihn in den Pferdeanhänger zu bekommen, da er natürlich auch seit 24 Jahren nicht transportiert wurde und auch nicht mehr so viel Menschenkontakt hatte. Nach ein paar Tagen holten wir ihn aus der Pferdeklinik ab, nachdem ein großer Teil des Hufes dort zurück geschnitten wurde. Es sah anfangs ganz gut aus, dass er es schaffen kann. Alle zwei Wochen kam unser Hufpfleger und nahm immer nur einen kleinen Teil vom Huf weg. Leider hat unsere Tierärztin schwere Osteoporose (Knochenschwund) festgestellt. Ohne Schmerzmittel hätte er nie laufen können, so haben wir uns dann entschieden, ihn zu erlösen.

Prinz war uns sehr ans Herz gewachsen, alle haben ihn verwöhnt und gepflegt und er hatte in der kurzen Zeit wieder Vertrauen aufgebaut. Er hat dann wenigstens noch einmal ein paar Wochen ein anderes Pferdeleben erleben dürfen.

Im Fall von Prinz waren wir enttäuscht, dass die Nachbarn den Zustand des Pferdes nicht vorher gemeldet haben. Prinz stand auf einer Wiese im Wohngebiet in Sichtnähe von anderen Menschen. Sein vernachlässigtes Fell und auch die Hufe konnte man deutlich sehen. Hätte der Besitzer sich vorher Hilfe gesucht oder dies Nachbarn, Behörden, Amtstierärzten oder dem Tierschutzverein Prinz gemeldet, wäre Prinz noch da. Wir werden ihn nie vergessen, den kleinen Schatz.