Logo Aktion-Tier

Fledermaus in Not

Mitte April bat eines unserer Mitglieder um Hilfe. Die Frau wohnt in einer ruhigen Gegend bei Berlin direkt am Wald. Eine Fledermaus war in ihrer Wohnung aufgetaucht und im Wohnzimmer herumgeflattert, was die Frau derart in Panik versetzt hatte, dass sie außer Stande war, sich selbst um das Tier zu kümmern.

Eine aktion tier-Mitarbeiterin fuhr sofort los und fand die Zwergfledermaus, die reglos an einer Bodenleiste „klebte“. Sie ließ sich problemlos aufnehmen, denn sie war für größere Abwehrreaktionen schon zu schwach. Kein Wunder – zwei Tage ohne Futter und Wasser würde jedem Tier zusetzen, und Fledermäuse trocknen besonders schnell aus.

Also ging es ab in die Tierklinik nach Düppel, wo die untersuchende Tierärztin zum Glück recht zufrieden war. Der kleine Fledermausmann wies weder Brüche noch Wunden auf und war augenscheinlich gesund. Dass der Winzling nur 4 Gramm auf die Waage brachte ist für Zwergfledermäuse, die zwischen 3 bis 7 Gramm wiegen, noch kein Drama. Das Tier war nur ein wenig ausgetrocknet und entsprechend schlapp, bekam eine Elektrolytlösung injiziert und war kurz darauf schon wieder recht lebendig. Jetzt wird unser Schützling noch ein paar Tage in der Fledermausstation in der Spandauer Zitadelle betreut, und dann geht es wieder nach draußen in die Freiheit.

Es kommt öfter vor, dass sich vor allem kleine Fledermausarten wie die Zwergfledermaus oder die Mückenfledermaus in Wohnungen verirren, da sie offene Fenster anscheinend mit Höhleneingängen verwechseln. Tagsüber sollte man sie auf keinen Fall nach draußen scheuchen, da die Nachttiere im grellen Tageslicht ziemlich hilflos sind. Besser wartet man bis zum Abend, öffnet alle Fenster und schaltet das Licht aus. In der Regel finden die Tiere dann von allein wieder hinaus.

Flugunfähige Fledermäuse könnten Träger des Tollwutvirus sein

Finden Tierfreunde in diesen Tagen flugunfähige Fledermäuse, sollten sie Vorsicht walten lassen. Die Wildtiere könnten Träger des Tollwutvirus sein. Das Virus wurde ganz aktuell schon in mehreren Fällen nachgewiesen. Es ist streng genommen nicht identisch mit dem durch Füchse übertragenen Tollwutvirus, sondern nur verwandt. Für Menschen extrem gefährlich ist es leider trotzdem. Die Symptome einer Erkrankung sind dieselben.

[mehr]