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Igelfamilie erfolgreich ausgewildert

Ein Bericht von Ursula Bauer, aktion tier Berlin

Können Sie sich noch an die Igelfamilie erinnern, die wir Ende September bei Tierfreund Thomas Mewes in der Berliner Kolonnenstraße abgeholt hatten?

Am 21. September fuhren wir die 6 Igelchen mit ihrer Mutter dann zur aktion tier- Eichhörnchenhilfe nach Teltow, wo Frau Lenn, die Leiterin der Eichhörnchenstation, in ihrem schönen, naturnahen Garten bereits ein großes Gehege zur Eingewöhnung aufgestellt hatte.

Die Kleinen brachten zwischen 250 und 350 Gramm auf die Waage. Damit sie den Winterschlaf überstehen, sollten sie jedoch mindestens 500 Gramm wiegen. Das Muttertier hatte mit knapp 800 Gramm etwas Untergewicht und sollte vor dem Winterschlaf auch noch mindestens 200 Gramm zunehmen. Durch die gute Betreuung von Frau Lenn nahmen alle Igel eifrig zu. Am 6. Oktober, also nur 2 Wochen später, hatte die Igelmutter bereits 360 Gramm zugelegt und wog nun 1.160 Gramm. Die Jungen waren auch gewachsen und brachten zwischen 460 und 530 Gramm auf die Waage. Dann begann die Igelin plötzlich zu Husten. Sie war mit Lungenwürmern infiziert, wurde von den Kleinen isoliert gehalten und tierärztlich behandelt.

Die Igelkinder (3 Weibchen und 3 Männchen) waren gesund und munter und wurden kurze Zeit später in die Freiheit entlassen. Das heißt es wurde die Umzäunung des Geheges geöffnet, so dass die Tiere ein und aus gehen konnten, wie sie mochten. Futter stand auch weiterhin bereit, falls die Igel nicht in der Lage waren, draußen ausreichend Nahrung selbst zu sammeln. Nach ihrer Genesung wurde auch mit der Igelmutter so verfahren. Wir nennen diese Methode „sanfte Auswilderung“.

Unser Ziel war, dass sich die Tiere draußen einen Unterschlupf suchen, selbstständig natürliches Futter suchen und schließlich in Winterschlaf gehen. Und das haben wir geschafft.