Haustiere Exotische Haustiere

Exotische Reptilien oder Kriechtiere sind keine Kuscheltiere. Ihre Haltung in Gefangenschaft erfordert Geld, Zeit und Fachwissen. Da diese Grundvoraussetzungen häufig fehlen, leiden viele Reptilien in nicht artgerechten Haltungen. Außerdem werden zunehmend Tiere von ihren überforderten Besitzern abgegeben oder einfach ausgesetzt. Wildtiere sind unserer Meinung nach keine Kuscheltiere und als Haustiere ungeeignet!

Königspython (Python regius). Foto: © aktion tier, Ursula Bauer

Lukratives Geschäft auf Kosten der Tiere

Die Nachfrage nach immer ungewöhnlicheren Haustieren wächst. Entsprechend umfangreich ist die Angebotspalette im Internet, die neben Vögeln, Reptilien, Fischen und Skorpionen zunehmend auch Säugetiere wie kleine Raubkatzen und Affen umfasst. Der Großteil dieser Exoten wird aus dem Herkunftsland, meist aus dem ostasiatischen, afrikanischen und amerikanischen Raum, nach Deutschland importiert. Die Lagerhaltung vor Ort ist häufig katastrophal und den Transport sollen weniger als 20% der Tiere überleben.

Außerdem werden viele Exoten im Ursprungsland auf teilweise brutale Weise in der Natur gefangen (Wildfänge), was verheerende Folgen für den dortigen Tierbestand und die lokalen Ökosysteme hat. Experten gehen davon aus, dass selbst geschützte Arten verbotenerweise in freier Wildbahn gefangen und, als „Nachzucht“ deklariert, nach Europa gelangen. Sind die Exoten endlich bei ihrem neuen Besitzer gelandet, geht das Leiden weiter, denn diese halten ihr „wildes Haustier“ oft nicht artgerecht und unter Berücksichtigung der rechtlichen Vorschriften. So werden beispielsweise kleine Affenarten wie Krallen- und Kapuzineraffen, die ausgesprochene Gruppentiere sind, meistens einzeln und verbotenerweise ausschließlich in der Wohnung gehalten. Wildtiere sind keine Kuscheltiere und als Haustiere ungeeignet!

aktion tier Kampagnen zum Thema:

Muss es denn unbedingt exotisch sein?

Unsere heimische Flora und Fauna hat viel zu bieten. Vor allem, weil man Igel, Biene und Co mit etwas Glück beobachten kann, ohne dass man sie dafür in einen Käfig sperren muss. Es macht Spaß, Wildtiere in der freien Natur zu beobachten und ihre arttypischen Verhaltensweisen zu entdecken. Deswegen hat aktion tier e.V. verschiedene Aufklärungskampagnen unseren heimischen Wildtieren gewidmet. Zum Beispiel zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihren Garten oder Balkon in eine tierfreundliche Oase verwandeln können. So kommen die Tiere Sie gern und ganz von selbst besuchen!