Haustiere Hamster

Hamster sind liebenswerte Heimtiere und besonders für Berufstätige eine gute Wahl. Sie schenken viel Freude und Entspannung. Nach einem langen Arbeitstag den kleinen Kerl zu beobachten und auch mit ihm zu spielen macht vielen Menschen Spaß.

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Hamster wohnen natürlicherweise in wenig bewachsenen Lebensräumen und so bleibt es nicht aus, dass die europäischen wie auch die asiatischen Arten oft endlose Strecken laufen müssen, um ihre Nahrung zu finden und in ihren großen Backentaschen in den Bau zu tragen. Hier legen sie eine Art Futterkammer an. Dort ist das Essen sicher, denn sie selbst sind eine leichte Beute für andere Tiere. Auch ihre Nachtaktivität bedeutet Schutz vor Beutegreifern. Hamster haben dieses lebensrettende Verhalten trotz der jahrelangen Züchtungen beibehalten, und wir sollten sie daher im wahrsten Sinne des Wortes „artgerecht“ halten.

Lebenserwartung

Hamster haben keine sehr hohe Lebenserwartung. Sie werden meistens nur 2-4 Jahre alt. Wenn Du also unbedingt einen Hamster Zuhause halten möchtest, dann solltest Du Dir ganz viel Mühe geben, sein Leben so schön wie möglich zu gestalten! Du weißt jetzt, dass Du viele Sachen beachten musst, damit sich der Hamster bei Dir wohlfühlt.

Sozialverhalten

Hamster sind Einzelgänger. Ein Hamsterpärchen trennt sich nach der Paarung meist schnell. Das Männchen wird vom Weibchen meistens so heftig gebissen, dass es schnell die Flucht ergreift. Die Haltung von zwei Weibchen oder auch von Geschwistern kann man nicht empfehlen, denn das dominantere Tier wird das unterlegene immer wieder jagen. Hamster brauchen keine Artgenossen, jedoch sollte auch für Einzeltiere das Hamsterheim so groß wie möglich sein. Sie brauchen Platz, um herumzutollen und sich zu beschäftigen.

Haltung

Hamster gehören, wie alle anderen Tiere unserer Meinung nach auch, nicht in einen kleinen Käfig gesperrt. Ein liebevoll gestaltetes, großes Gehege (Minimum 100x50x50 cm) sollte dem Hamster ein artgerechtes Zuhause bieten. Versteckmöglichkeiten (z.B. Häuschen), ein der Größe des Tieres angepasstes Laufrad und ein Sandbad zur Fellpflege gehören dazu. Zum Befüllen des Geheges eignen sich Rindenmulch, Strohpresslinge und auch Fertigmischungen aus dem Zoohandel.

Schlafhäuschen sind nicht alleine zum Schlafen da. Sie sollten nicht zu klein sein, denn dort lagern Hamster meistens ihre Vorräte. Praktisch sind Häuschen mit einem abnehmbaren Dach, denn sie vereinfachen die Kontrolle der Vorratshaltung. Du musst auch hin und wieder diese „Futterhalde“ abräumen. Andernfalls könnte sich schnell Schimmel bilden.

Der ideale Platz für das Hamsterheim ist ein ruhiger Raum bei normaler Zimmertemperatur von 20 bis 24°C und einer Luftfeuchtigkeit von 40 bis 70%.

Hamster brauchen kein Laufrad!

Wenn der Käfig mit Kletter- und Buddelmöglichkeiten eingerichtet ist und der Hamster regelmäßig geschützten Auslauf erhält, braucht der Hamster kein Laufrad. Laufräder machen auch süchtig. Es gibt Hamster, die wie verrückt den ganzen Tag in ihrem Rad laufen und sich für nichts anderes mehr interessieren. Man kann hier schon von einem sogenannten „stereotypischem Verhalten“ sprechen. Das heißt, die Tiere sind eigentlich unterfordert, haben Langeweile und nicht genügend Abwechslung. Dann neigen die Tiere dazu, immer dieselben Handlungen durchzuführen. Das sieht man auch oft im Zoo, wenn Tiere am Zaun ständig hinund herlaufen.

Wer dennoch unbedingt ein Laufrad kaufen möchte, sollte einige Dinge beachten. Beim Kauf eines Rades sollte man beachten, dass die Sprossen unbedingt geschlossen sind, sonst klemmt sich das Tier beim Laufen Füße und Beine ein. Außerdem befinden sich bei einigen Hamsterrädern die Aufhängungen der Laufräder unglücklich in der Mitte des Rades. Diese Fehlkonstruktion zwingt Hamster beim Laufen ihren Rücken durchzubiegen. Rückendeformationen und Bandscheibenvorfälle sind die Schmerz bringenden Folgen.

Futter

In Zoohandlungen gibt es ein verschiedenartiges Sortiment aus hartschaligen Samen von Hirse- bis Haselnussgröße, außerdem kleine Leckerbissen und Knabberstangen. Obst und Saftfutter, bestehend aus Kräutern und Gräsern sind beliebt – natürlich ungespritzt und nicht vom Straßenrand. Trockenfrüchte und Raufutter wie Heu und Stroh gehören ebenso zur Hamsternahrung.

Um dem Hamster das Heu im Käfig anzubieten, sollte am besten eine Heuraufe verwendet werden. Tierisches Eiweiß ist auch ein wichtiger Bestandteil. Zwei- bis dreimal in der Woche etwas Rinderhack, Quark oder Hüttenkäse und als Lebendfutter zwei Mehlwürmer (gibt es auch im Zoohandel zu kaufen) am besten alles im Wechsel, decken den Eiweißbedarf. Hundekuchen enthält ebenfalls tierisches Eiweiß. Süßigkeiten wie zum Beispiel Schokolade stehen auf der Verbotsliste. Ungespritzte Äste (also ohne Pflanzenschutzmittel) zum Benagen sind ein gesunder Knabberspaß.

Eine Wasserflasche mit Trinknippel gehört in jedes Hamsterheim. Ein Wasserschälchen ist nicht geeignet, es würde in der ersten Nacht verschmutzen. Gib Deinem Hamster niemals Kartoffelchips, Schokolade oder andere Süßigkeiten! Mit Leckerbissen kannst Du den noch etwas scheuen Hamster vorsichtig an Deine Hand gewöhnen. Ansonsten kann es passieren, dass Dein kleiner Freund seine Zähnchen vor Schreck einsetzt oder auch, um sein Reich zu verteidigen.

Kein Spielgefährte für Kinder

Oft ist ein Hamster das erste Tier auf der Wunschliste unserer Kinder. Meist wird dabei nicht bedacht, dass der kleine Wicht den Tag verschläft und erst abends sein Häuschen verlässt. Durch seine nächtlichen Aktivitäten bringt er Unruhe in das Kinderzimmer, indem er in seinem Käfig krabbelt, raschelt und das Laufrad ohne Ende in Bewegung setzt. Enttäuschung ist programmiert, denn seine Lebensgewohnheiten sind weit davon entfernt, für Kinder immer bereit zu sein zum Schmusen und Kuscheln.

Wann muss ein Hamster zum Tierarzt?

  • Wenn sich der Hamster laufend kratzt und kahle Stellen in seinem Fell entdeckst, könnte er Milben haben.
  • Wenn sein Fell am Schwanz nass und schmutzig ist, könnte er Durchfall haben.
  • Wenn seine Augen tränen und die Nase läuft und es länger als einen Tag andauert, könnte er sich erkältet haben.
  • Wenn der Hamster nicht mehr fressen möchte und eine geschwollene Backe hat (nicht verwechseln mit der dicken Backe, die er kriegt, wenn er sich z.B. Nüsse reinstopft), könnte er eine Verdauungsstörung haben.