Tierwissen Wildtiere

Als Wildtiere gelten alle Tiere, die nicht durch den Menschen domestiziert wurden und meist frei in der Natur leben. Manche Arten kommen auf der ganzen Welt oder zumindest in vielen Ländern vor, während andere nur in ganz bestimmten, teilweise sehr kleinen Gebieten zu finden sind.

Vom Wild- zum Haus- oder Nutztier

Die Domestikation oder Haustierwerdung bezeichnet den teilweise Tausende von Jahren dauernden Prozess, im Rahmen dessen Menschen bestimmte Wildtiere wie beispielsweise Wölfe, Wildkatzen, Wildschweine und Wildrinder bei sich aufnahmen und durch Züchtung in Hunde, Hauskatzen, Hausschweine und Hausrinder verwandelt haben. Alle Haus- und Nutztiere haben also eine Wildform. Hauskaninchen beispielsweise stammen von Wildkaninchen ab, Hausgänse von der Graugans, Hausschafe vom Mufflon- Wildschaf und Hausschweine vom Wildschwein.

Manche dieser Wildformen existieren nicht mehr. So wurde der letzte der mächtigen, in Eurasien, Indien und Nordamerika lebenden Auerochsen, aus dem unsere Rinderrassen gezüchtet wurden, im Jahr 1627 erschossen. Auch der Wolf, Stammform unserer Hunde, hat zumindest in Deutschland nur knapp überlebt und breitet sich dank intensiver Schutzmaßnahmen wieder in mehreren Bundesländern aus.

Andere hatten da mehr Glück. So lebt das Bankiva-Huhn (Gallus gallus), das als Ausgangsform unserer Hühnerrassen gilt, heute noch frei in vielen Teilen Südostasiens. Auch wilde Truthühner, aus denen unsere Hausputen gezüchtet wurden, kann man immer noch zum Beispiel in Kanada, den USA und Mexiko in freier Natur beobachten. Wildkaninchen und Wildschweine sind hierzulande noch so häufig, dass sie jeder schon einmal in Wald und Feld gesehen hat.

Breits Artenspektrum

Betrachtet man die Gesamtheit aller Wildtiere, so bilden die Säugetiere mit ungefähr 5.500 Arten eine vergleichsweise kleine Gruppe, während es mit 7.000 schon etwas mehr Reptilienarten gibt. Die Gewinner in diesem Ranking sind jedoch eindeutig die Insekten. Sie machen etwa 80% aller bekannten Tierarten aus. Weltweit wurden bisher fast 1,7 Million verschiedene Insektenarten erfasst und beschrieben. Fachleute schätzen, dass es sich hierbei sogar um lediglich 1/3 des tatsächlichen Artenspektrums handelt.

Das Artensterben nimmt zu

Alarmierend ist die Tatsache, dass die Anzahl wild lebender Tiere kontinuierlich abnimmt. Schuld am Rückgang ist unter anderem der Verlust von Lebensräumen, da der Mensch immer mehr Fläche für sich beansprucht. Aber auch der Klimawandel, die Umweltverschmutzung sowie die Jagd auf Wildtiere und der Handel mit Teilen von ihnen spielt eine Rolle.