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Aufklärung ist Tierschutz!

Unsere Mitarbeiter der Aufklärungsteams verhelfen aktion tier e.V. bundesweit zu einem hohen Bekanntheitsgrad - und tragen so Tierschutzthemen in die Öffentlichkeit! Foto: aktion tier e.V.

Komplexe Inhalte werden durch das 4-Augen-Prinzip vermittelt

aktion tier e.V. setzt in diesem Segment seit vielen Jahren auf das sog. „4-Augen-Prinzip“, welches nichts anderes als den direkten Dialog mit den Menschen, also der eigentlichen „Zielgruppe“, versucht zu umschreiben. Dabei werden bundesweit, nach Möglichkeit an belebten Plätzen, unsere Informationsstände platziert, an denen unsere Mitarbeiter das Gespräch mit der Bevölkerung suchen können. In mehr als 4000 einzelnen Aktionen jährlich findet dies bundesweit statt. Der wesentliche Vorteil dabei ist die Tatsache, dass ein entsprechend ausgebildeter Vertreter unseres Vereines das Interesse für den Tierschutz wecken und sich individuell auf seinen Gesprächspartner einstellen kann. Gleichzeitig können auf diesem Wege komplexe Inhalte deutlich nachhaltiger vermittelt werden als dies in Form plakativer Aussagen eines Tierschutzvereines möglich sein kann.

Zudem erfüllen diese Mitarbeiter eine weitere wichtige Funktion für unseren Verein, der quasi einen Nebeneffekt der eigentlichen Tätigkeit darstellt. Mit ihrem bundesweiten Auftreten tragen sie zu einem hohen Bekanntheitsgrad von aktion tier e.V. bei, der sich letztlich zu Einen in einer hohen Unterstützung unserer Organisation durch die Bevölkerung äußert und zum Zweiten dazu beiträgt, dass auch eine Vielzahl von Nichtmitgliedern Beratung und Hilfestellung bei uns sucht. Da wir auf den Einzelnen nur dann positiv einwirken können, wenn auch der Kontakt zu uns gesucht wird, erachten wir diese Tatsache als sehr wichtig im Hinblick auf ein verantwortungsbewusstes Eigenverhalten der Bürger.

Der einzelne Mitarbeiter an einem Informationsstand ist im Rahmen seiner Tätigkeit einem hohen Druck ausgesetzt. Dies liegt weniger darin begründet, dass der eigentliche Aufgabenbereich besonders widrige Umstände mit sich bringt, sondern vielmehr an den Reaktionen eines kleinen Teiles unserer Bevölkerung, denen unsere Dialoger ausgesetzt sind. Unfreundliche Zeitgenossen gibt es überall, aber Anfeindungen wie die Titulierung eines angeblichen „Drückers“ sind auf Dauer für jeden Menschen nur schwer zu ertragen. Obwohl unsere Mitarbeiter eine wichtige und vor Allem nachhaltige Funktion für unseren Verein erfüllen, gibt es offensichtlich nach wie vor Menschen, die diese Tatsache nicht bereit sind zu würdigen.

Sucht (und findet) man das Gespräch mit negativ auftretenden Passanten, wird schnell deutlich, dass dieser Einschätzung offenkundig eine völlige Fehleinschätzung des Berufsfeldes unserer Mitarbeiter zugrunde liegt. Ein großer Teil der Bevölkerung geht offensichtlich davon aus, dass die Entlohnung dieser Tätigkeit auf der Basis einer erfolgsabhängigen Provision erfolgt. Dabei glauben viele, dass die Grundlage dieser Bezahlung eine möglichst hohe Anzahl von Bürgern sei, die eine Unterstützung für den Verein leisten oder ein Interesse an einer Mitgliedschaft darin bekunden.

Foto: aktion tier e.V./Bauer

Diese (Fehl-)Einschätzung mag darin begründet sein, dass in den meisten Fällen ein Auftreten von Ständen in der Öffentlichkeit in der Tat gleichbedeutend mit einer Produkt- oder Mitgliederwerbung erfolgt, bei dem ein Mitarbeiter in der Tat ein Interesse an möglichst hohen Provisionserlösen hat. Dies trifft jedoch keineswegs auf unsere Mitarbeiter zu. Wie jeder andere Berufstätige auch, befinden sich diese in einem sozialversicherungspflichtigen Angestelltenverhältnis mit einem festen Gehalt, ohne eine wie auch immer geartete erfolgsabhängige Entlohnung. Sie gehen ihrem Beruf an fünf Arbeitstagen in der Woche nach und haben einen gesetzlichen Anspruch auf Urlaub.

Während diese beruflichen Rahmenbedingungen in jedem anderen Berufsfeld als völlig selbstverständlich erachtet werden, rufen sie im Bereich der Durchführung von Informationsständen regelmäßig Erstaunen hervor. Obwohl ein soziales Verhalten den eigenen Mitarbeitern gegenüber in Deutschland zu Recht gefordert wird, gilt dies offensichtlich im Tierschutz nicht. Der Fairness halber sei erwähnt, dass diese Sichtweise nicht von rational handelnden Menschen an den Tag gelegt wird, jedoch gerne im Bereich einer polemischen Diskussion angeführt wird. Und da eine tendenziös negative Darstellung gerade im Bereich des Tierschutzes eine gewisse Tradition hat, wird eine Aufklärungsarbeit, die in allen anderen gesellschaftlich relevanten Bereichen als zielführend erachtet wird, als vermeintlich nicht zum Schutze der Tiere bezeichnet.

Unsere Erfahrungen sind da andere. Da wir jedoch zu den wenigen Organisationen im Tierschutz zählen, die den Aufklärungsgedanken als zielführend erachten und diesen zudem zum Inhalt unserer Satzung bestimmt haben, können wir auch aus den eigenen Erfahrungen berichten. Und wie die EU- Kommission auch sind wir von der nachhaltigen Wirkung einer möglichst flächendeckenden Information und Aufklärung zu Belangen des Tierschutzes überzeugt. Wir wollen nicht ständig neue Tierheime oder Auffangstationen errichten und unterhalten müssen, da sich an den grundlegenden Problemen nichts ändert!

Ein tierschutzgerechtes Verhalten und Handeln kann jedoch kein Freibrief für ein unsoziales Verhalten den Angestellten gegenüber sein. Ohne deren Arbeit und Wissen können wir nicht große Teile der Bevölkerung erreichen, um dort Verständnis für die Zusammenhänge zwischen dem eigenen Verhalten und den Auswirkungen zu erzielen. Also müssen wir Rahmenbedingungen schaffen, innerhalb derer ein angestellter Mitarbeiter seinem Beruf nachgehen kann, ohne um die eigene Existenz fürchten zu müssen. Eine freiwillige Arbeit nach „Feierabend“, so lobenswert ein solcher Einsatz auch sein mag, kann niemals eine professionelle hauptamtliche Tätigkeit ersetzen!

Diese Erkenntnis ist keineswegs neu. Niemand käme auf die Idee, ein Kinderheim auf der Basis einer ehrenamtlichen oder nebenberuflichen Tätigkeit aufbauen zu wollen. Bei einem Tierheim schon. Oder die Entlohnung einer angestellten Bäckereiverkäuferin auf der Grundlage der von ihr verkauften Brötchen entrichten zu wollen. Bei der Durchführung von öffentlichen Informationsaktionen soll jedoch eine leistungsbezogene Provision geleistet werden?

Eine große Organisation wie aktion tier ist immer die Summe ihrer Vorgehensweisen in den unterschiedlichsten Bereichen des Tierschutzes. Und wenn man es genau betrachtet, sollte eigentlich das Wirken einer jeden Hilfsorganisation zumindest perspektivisch darauf ausgerichtet sein, sich selber überflüssig zu machen. Denn das würde bedeuten, dass die vorhandenen Probleme, egal ob im Bereich des Umwelt- oder Tierschutzes oder humanitärer Projekte, nicht mehr bestehen. Um diesem ideellen Anspruch gerecht werden zu können, müssen wir nicht nur Tierheime unterhalten, sondern auch gegen die dafür verantwortlichen Ursachen kämpfen. Dieses Ziel zu erreichen, wird auch in der Zukunft ein entscheidender Ansatz unserer Arbeit im Tierschutz sein!