Logo Aktion-Tier

Wir wollen keine Tierheime bauen

aktion tier Mitarbeiter informieren
Damit Tiere gar nicht erst im Tierheim landen: aktion tier Mitarbeiter informieren in einem Einkaufscenter zum Tierschutz. Foto: aktion tier e.V./Marut

Besonders unverständlich werden derartige polemische Angriffe auf unseren Verein, wenn man bedenkt, dass umfangreiche Aufklärung und Information z. B. im Bereich des Umweltschutzes zu unbestrittenen Erfolgen geführt hat. Organisationen wie GREENPEACE haben durch ihre publikumswirksamen Aktionen und Kampagnen zu einem ökologischen Denken und Handeln bei weiten Teilen der Bevölkerung beigetragen. Dabei haben sie versucht, den Menschen die Auswirkungen ihres Handelns auf z. B. die Klimaveränderung aufzuzeigen. Auch heute noch verwendet GREENPEACE den überwiegenden Teil seiner Einnahmen für Kampagnen, um seine Ziele nachhaltig in die Köpfe der Menschen zu pflanzen. Der Verein hat keine Auffangstationen für Wale ins Leben gerufen, weil er genau weiß, dass dies nicht möglich ist und nicht zu einer dauerhaften Verbesserung der Lebensbedingungen der Tiere führen würde.

Auch wir wollen nicht ein Tierheim nach dem anderen bauen und unterstützen oder ausschließlich Hunde- und Katzenfutter erwerben. Wir möchten, dass Tiere gar nicht erst in einem Tierheim landen! Und als offenkundig einzige große Tierschutzorganisation sehen wir die als einen wesentlichen Kernaspekt an, Tierschutz im Sinne des Tieres auch dauerhaft praktizieren zu können. Und warum sollte diese, seit Jahren im Umweltschutz erfolgreich praktizierte Vorgehensweise nicht auch zu nachhaltigen Verbesserungen im Tierschutz führen?

Ohne die Unterstützung der Öffentlichkeit hat der Tierschutz keine Chance

Trotzdem verschließen wir nicht die Augen vor dem bereits vorhandenen Tierleid. Jahr für Jahr stellen wir neben unseren anderen Aktivitäten zwischen 4 und 5 Mio. € zur Förderung von lokalen Tierschutzvereinen oder aber für den Unterhalt unserer eigenen Einrichtungen zur Verfügung. Das schafft keine andere Tierschutzorganisation in Deutschland – auch nicht diejenigen, deren Funktionäre sich nicht zu schade sind, einzelne Attacken gegen unseren Verein verbal zu unterstützen. Wie ein derartiges Verhalten mit dem eigentlichen Ansinnen des Tierschutzes zu vereinbaren ist, wird wohl immer das Geheimnis dieser Personen bleiben.

Dieser Umstand ist ein besonderes Phänomen im Tierschutz. Es gibt kaum einen anderen Bereich, in dem so unsachlich und emotional argumentiert wird. Jedes Vorstandsmitglied eines Tierschutzvereines kennt die verbalen Attacken, die sofort einsetzen, wenn man sich für ein Vorstandsamt zur Verfügung gestellt hat. Bezeichnenderweise kommen Angriffe immer von denjenigen, die nicht bereit waren, ihrerseits eine derartige Verantwortung zu übernehmen. Daran musste sich auch der Vorstand von aktion tier gewöhnen und wird wohl auch in der Zukunft damit leben müssen. Dies gilt aber nicht für unsere Mitarbeiter und deren Einsatz zum Wohle der Tiere. Sie haben ein Recht darauf, dass ihre Arbeit sachlich gewürdigt wird und sie nicht Opfer von Verunglimpfungen werden. Gerade die einzelnen Mitarbeiter an den Informationsständen leisten täglich Schwerstarbeit, denn nicht jeder „Durchschnittsbürger“ hat ein offenes Ohr für die Belange des Tierschutzes und ist bereit, sein eigenes Handeln zu reflektieren. Und über ihre eigentliche Aufgabe der Aufklärung im Tierschutz hinaus haben die Frauen und Männer an unseren Ständen außerdem dazu beigetragen, dass unsere Organisation einen hohen Bekanntheitsgrad in Deutschland erreicht hat. Wir sind präsent, wir sind ansprechbar und wir werden von den Menschen wahrgenommen. Wahrscheinlich ist dies der wesentliche Grund dafür, dass einzelne Verbandsfunktionäre anderer Organisationen versuchen, unsere Arbeit zu diskreditieren. Schließlich werden die eigenen Aktivitäten dadurch von vielen Menschen kritischer hinterfragt und man muss sich einem gewissen Wettbewerb stellen.

Für alle Organisationen gilt, dass sie ohne die Unterstützung aus der Bevölkerung ihre Vereinsziele nicht oder nur eingeschränkt umsetzen können. Da wir über den Rückhalt von rund 200.000 Mitgliedern verfügen, können wir in allen Bereichen deutlich mehr leisten als jede andere Organisation, die bundesweit im Tierschutz tätig ist.

Wir wünschen uns, dass sich unserer Mitglieder kritisch mit unseren Zielen auseinandersetzen und für sich selber entscheiden, ob sie unsere Vorgehensweise bei der Umsetzung unserer Vereinsziele für nachvollziehbar halten und mittragen wollen. Auch wenn Einzelne der Meinung sind, dass wir unsere Aufgaben anders gewichten sollten. Wir sind nach wie vor vom Erfolg unseres Konzeptes überzeugt!

Auch müssen die von uns unterstützen Tierschutzvereine sich bei aller Not darüber im Klaren sein, dass aktion tier es weder als nachhaltig noch als sinnvoll erachtet, sich immer wieder nur mit den Auswirkungen der menschlichen Gedankenlosigkeit zu beschäftigen. Und dass wir unseren Satzungsauftrag noch besser umsetzen können, wenn uns die lokalen Tierschutzvereine dabei unterstützen. Denn Tiere sollten nicht in einem Tierheim leben müssen und jedes bereits darin befindliche ist eines zu viel!