Feuchte Nase = gesunder Hund? Ganz so einfach ist es nicht. aktion tier erklärt, woran Tierhalter wirklich erkennen, ob ihr Vierbeiner krank ist.
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aktion tier News | Ammenmärchen "Feuchte Nase"
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Ammenmärchen "Feuchte Nase"

„Mein Hund verhält sich komisch, aber krank kann er eigentlich nicht sein, denn er hat eine ganz nasse Nase“, so oder so ähnlich beginnen viele Gespräche beim Termin in der Tierarztpraxis. Im Glauben, ein feuchter Nasenspiegel sei ein untrügliches Anzeichen für einen gesunden Tierkörper, werden Hund und Herrchen oder Frauchen mit fragendem Blick beim Veterinär vorstellig. Doch weit gefehlt – so einfach ist es leider nicht.

„Wenn die Unterscheidung zwischen gesund und krank so simpel wäre, könnte man auf uns Tierärzte verzichten“, schmunzelt Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V.. Sie räumt mit einem weit verbreiteten Volksglauben auf: „Ob die Nase des Hundes feucht oder trocken ist, sagt rein gar nichts über seinen Gesundheitszustand aus!“

Viel wichtiger sind andere Parameter. Ein verlässliches Zeichen ist beispielsweise die Körpertemperatur. Sie sollte beim Hund zwischen 38 und 39 °C liegen und kann leicht mit einem herkömmlichen Fieberthermometer gemessen werden. Ungeeignet sind hierfür Ohrthermometer aus dem humanen Bereich, da Hundeohren gänzlich anders aufgebaut sind als die menschliche Ohrmuschel. Die Trinkmenge sollte ohne außerordentliche Aktivitäten oder besonders hohe Außentemperaturen 50 ml pro Kilogramm Körpergewicht nicht übersteigen. Bei dieser Bilanzierung muss allerdings unbedingt auch der Feuchtigkeitsanteil, der über das Futter mit aufgenommen wird, mit eingerechnet werden. Im besten Fall ist der Stuhl geformt, und der Urin klar, das Fressverhalten unauffällig. Glattes, glänzendes Fell ist ein weiterer Hinweis auf gute Gesundheit. Sind die Vierbeiner darüber hinaus aufmerksam und an ihrer Umwelt interessiert, deutet aktuell eher nichts auf ein Krankheitsgeschehen hin.

„Wenn oben genannte Voraussetzungen erfüllt sind und das Tier außerdem in Ruhe weniger als dreißigmal in der Minute atmet und das Herz weniger als einhundertzwanzigmal pro Minute schlägt, ist eine akute Krankheit eher nicht wahrscheinlich“, fasst Dr. Hölscher zusammen. Sicher sein, kann man erst nach dem Besuch beim Tierarzt. Auf die nasse Nase aber sollte man sich keinesfalls verlassen!

Weitere Infos bei:

Dr. med. vet. Tina Hölscher
Tierärztin bei aktion tier – menschen für tiere e.V.
Mobil: +49 177 245 11 98
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