Nicht jeder Jungvogel am Boden ist in Not. aktion tier erklärt, woran Sie erkennen, wann Hilfe nötig ist – und wann nicht.
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Ästling (Junge Nebelkrähe). © Ursula Bauer
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aktion tier News | Hände weg von Jungvögeln, die keine Hilfe brauchen
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Hände weg von Jungvögeln, die keine Hilfe brauchen!

Wie jedes Jahr im Frühsommer erhalten wir derzeit viele Anrufe von Menschen, die ein vermeintlich hilfloses Vogeljunges gefunden haben. Im Gespräch stellt sich dann oft heraus, dass es sich um einen sogenannten Ästling handelt. Diese etwas älteren, befiederten Jungvögel haben das Nest bereits verlassen und sitzen in Büschen, im Geäst von Bäumen (daher der Name) oder am Boden. Sie können noch nicht sicher fliegen, werden aber auch außerhalb des Nestes von ihren Eltern versorgt und beschützt.

Besonders junge Amseln, Elstern und Krähen werden derzeit häufig mitgenommen, obwohl die Altvögel teils lautstark protestieren und ihre Jungen mitunter sogar aktiv verteidigen. Ein gesunder Ästling, der aus Unwissenheit eingesammelt wird, wird unnötig zur Waise. Da die wenigen fachkundigen Einrichtungen, die eine zeitaufwendige und letztlich nur bedingt optimale Aufzucht übernehmen können, bereits ausgelastet sind, stellt sich anschließend oft die Frage: Wohin mit dem Jungvogel?

Damit es gar nicht so weit kommt, bittet aktion tier: Beobachten Sie den Vogel zunächst aus einiger Entfernung und holen Sie im Zweifel erst Rat bei einem vogelkundlichen Verein ein, bevor Sie eingreifen. Ein munter auf dem Boden herumhüpfender oder im Gebüsch sitzender Jungvogel braucht meist keine Hilfe.

Wer etwas Geduld hat, wird oft beobachten können, wie die Eltern zurückkehren und ihren Nachwuchs versorgen. Dass Ästlinge bei Annäherung sitzen bleiben, ist übrigens eine ganz natürliche Schutzstrategie und kein Zeichen von Krankheit oder Hilflosigkeit.

Hilfe benötigen vor allem sehr junge, nackte oder kaum befiederte Vögel, die aus dem Nest gefallen sind (Nestlinge), sowie alle offensichtlich verletzten Vögel.

Befindet sich ein Ästling an einem gefährlichen Ort, etwa an einer stark befahrenen Straße, kann er vorsichtig in ein nahegelegenes Gebüsch oder an einen anderen geschützten Platz umgesetzt werden. Die Vogeleltern stören sich nicht an menschlichen Gerüchen und finden ihr Junges über dessen Bettelrufe wieder. Damit diese gehört werden können, sollte der Jungvogel jedoch nur wenige Meter vom Fundort entfernt abgesetzt werden.

Weitere Informationen bei:

aktion tier – menschen für tiere e.V.
Ursula Bauer, Diplom-Biologin
Jüdenstr. 6
13597 Berlin

Tel.: +49 30 30 111 62 30
E-Mail: berlin@aktiontier.org
www.aktiontier.org

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