Alles begann mit einem Anruf. Besorgte Tierfreunde meldeten uns, dass in einem Maisfeld ein winziges Kätzchen laut schreiend umherlaufen würde. Mehrere Menschen hatten bereits versucht sie einzufangen. Doch sobald sich jemand näherte, verschwand sie blitzschnell zwischen den hohen Maispflanzen. Wir fuhren also zum gemeldeten Standort und machten uns ein Bild von der Situation. Das Kätzchen zeigte sich nach einigen Minuten und lief schreiend umher, von einem Muttertier und Geschwistern gab es keine Spur. Da sich das Feld in einem Gebiet befand, was wir schon gut kennen, fuhren wir die umliegenden Höfe ab und fragten, ob es dort Neuzugänge mit Kitten geben würde, alle Landwirte verneinten das.
Also zurück zum Maisfeld. Aus Sorge, dass die Kleine kein Futter findet, hatten die Finder überall zwischen den Pflanzen Futter ausgelegt. Das war lieb gemeint, machte unsere Arbeit aber deutlich schwieriger. Denn ein sattes Kätzchen hat keinen Grund, in eine Lebendfalle zu gehen, und bei so einer Fangaktion ist die Zeit zwischen Falle stellen und Einfangen ein wichtiger Faktor. Schließlich ist ein Maisfeld ein gefährlicher Ort für so ein klitzekleines, mutterloses Katzenkind. Greifvögel, Füchse oder andere Beutegreifer hätten der Kleinen jederzeit zum Verhängnis werden können.



