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Tierfreundlich gärtnern ohne Maschinen!

Verständlich, dass sich viele Menschen darüber freuen, dass es heutzutage zahlreiche motorisierte Geräte gibt, mit denen die Gartenarbeit mühelos und nahezu perfekt gelingt. Dass durch deren Gebrauch Millionen Kleintiere wie Käfer und Spinnen, aber auch Ringelnattern, Kröten und Igel getötet oder schwer verletzt werden, bleibt oft unbemerkt.

21. Mai 2021
Ein Beitrag von Ursula Bauer

Entscheiden Sie selbst, ob Sie Ihren Garten in Zukunft tier- und umweltfreundlich pflegen möchten, damit er zu einem ökologisch wertvollen Ort der Ruhe und Sicherheit wird. Auch für Sie!

Alles easy?

Mit der elektrischen Heckenschere bekommt die Hainbuchenreihe den perfekten Fassonschnitt, das Rasenkantenschneiden geht mit der Akkuschere ganz ohne Blasen an den Händen, und die Motorhacke gräbt den Nutzgarten fast von alleine um. Die verbuschte Ecke ist mit dem Motor-Freischneider schnell wieder tiptop, beim Baumschnitt hilft die Kettensäge, und der Häcksler schreddert alles gleich kurz und klein. Zusätzlich ersparen Laubbläser und -sauger das mühsame herbstliche Zusammenrechen der Blätter.

Zwei Benzin-Rasenmäher
Zwei Benzin-Rasenmäher Foto: Ursula Bauer

Nicht zu vergessen die modernen Benziner, Akku- oder Elektromäher, die in fast jedem Geräteschuppen stehen. Sehr angesagt sind auch die stylischen Mähroboter, die ihre Arbeit fast unbemerkt verrichten und Grünflächen immer penibel kurz halten.

Gut für den Menschen?

Auf den ersten Blick ja. Aber abgesehen von der Zeit- und Kraftersparnis haben Gartengeräte mit Motorisierung zahlreiche Nachteile. Sie sind meistens laut und nerven die sowieso schon lärmgeplagte Stadtbevölkerung. Exemplare mit Verbrennungsmotor stoßen auch noch stinkende, gesundheitsschädliche Abgase aus. So haben Untersuchungen der Deutschen Umwelthilfe ergeben, dass unter anderem manche Kettensägen die EU-weit geltenden Abgas-Grenzwerte massiv überschreiten.

Außerdem ist aufwändige Gartentechnik Ressourcenverschwendung, da für die Herstellung viel Energie benötigt wird, die Geräte dann aber meist nur sporadisch verwendet werden. Die Maschinen sind in der Regel weder langlebig noch recycelbar und auch nicht reparaturfreundlich.

Auch das Verletzungsrisiko ist nicht unerheblich. So können zum Beispiel Kettensägen, Heckenscheren und Freischneider Schnittwunden und Schlimmeres verursachen. Mähroboter sind für neugierige Kinderfinger gefährlich, und manch einer wurde schon beim Rasenmähen von einem hochgeschleuderten Stein getroffen. Des Weiteren kann es zu Stromunfällen aufgrund defekter Kabel und maroder Außensteckdosen kommen.

Lebensgefährlich für Tiere!

Tiere haben gegen Motoren keine Chance. Wo mit rasender Geschwindigkeit gesaugt, geblasen, gehäckselt, geschnitten und gemäht wird, gibt es kaum Überlebende. Käfer, Tausendfüßler, Regenwürmer Schmetterlinge, Spinnen, Bienen, Schnecken und Asseln werden unmittelbar zerquetscht, geschreddert oder zu Tode geschleudert. Verletzte Frösche, Mäuse und Eidechsen schleppen sich manchmal noch davon und sterben im Verborgenen. Kettensägen und Heckenscheren machen auch vor Vogelnestern und Eichhörnchenkobeln keinen Halt. Befinden sich Tierkinder darin, sind diese häufig dem Tod geweiht, da sie zu schwer verletzt sind oder die Aufzucht selbst Fachleuten nicht gelingt

Auch Igel sind betroffen

Für unsere Igel sind alle motorisierten Gartengeräte gefährlich, die zum Schneiden in Bodennähe gedacht sind. Mit Motorsensen und Freischneidern beispielsweise wird oft das hohe Gras unter Hecken, an Gebüschen und Bäumen gekürzt. Gerade dort bauen Igel gerne ihre Nester. Sie schlafen tagsüber darin, wenn die todbringenden Maschinen anrücken. Ganz besonders problematisch sind die stark im Trend liegenden Mähroboter, da diese in der Regel auch in den Abend- und Morgenstunden laufen. Gerade dann sind die dämmerungs- und nachtaktiven Stacheltiere unterwegs. Erschwerend kommt hinzu, dass sich Igel bei Gefahr instinktiv zusammenrollen, statt davon zu laufen. Diese Eigenschaften machen vor allem junge Exemplare leicht zu Opfern der scharfen Roboter-Klingen.

Für unsere Igel sind alle motorisierten Gartengeräte gefährlich, die zum Schneiden in Bodennähe gedacht sind. Mit Motorsensen und Freischneidern beispielsweise wird oft das hohe Gras unter Hecken, an Gebüschen und Bäumen gekürzt. Gerade dort bauen Igel gerne ihre Nester. Sie schlafen tagsüber darin, wenn die todbringenden Maschinen anrücken. Ganz besonders problematisch sind die stark im Trend liegenden Mähroboter, da diese in der Regel auch in den Abend- und Morgenstunden laufen. Gerade dann sind die dämmerungs- und nachtaktiven Stacheltiere unterwegs. Erschwerend kommt hinzu, dass sich Igel bei Gefahr instinktiv zusammenrollen, statt davon zu laufen. Diese Eigenschaften machen vor allem junge Exemplare leicht zu Opfern der scharfen Roboter-Klingen.

Zurück zur Muskulatur

Wer ohne Blutbad und noch dazu umweltfreundlich gärtnern will, sollte die Muskeln spielen lassen und handbetriebene Geräte verwenden. So, wie es üblich war, bevor das Aufrüsten in Sachen Gartentechnik begann. Ob Rechen, Astsäge, Schere oder Spindelmäher – all diese Handwerkzeuge sind leise, umweltschonend, platzsparend und tierfreundlich, da man beim langsamen Arbeiten Tiere besser bemerkt und schützen kann. Warum muss immer alles schnell gehen? Um Zeit zu sparen zum Beispiel fürs Sport-Studio? Das brauchen Sie nicht mehr, denn die regelmäßige Gartenarbeit mit ihren vielfältigen Bewegungen hält Menschen jeden Alters fit.

Wenn Sie zum Beispiel die Hecke gemächlich Stück für Stück von Hand stutzen, entdecken Sie auch das Amselnest mit den blaugesprenkelten Eiern und können diesen Bereich erst einmal aussparen, damit die Vogelmutter Ruhe hat. Begrüßen Sie den seltenen Bockkäfer, der den Stamm des Obstbaumes hochklettert, dessen Äste Sie mit einer Handsäge behutsam kürzen, und beobachten Sie beim Rasenkantenschneiden die Blindschleiche, die sich auf dem Plattenweg sonnt. Und wenn Sie beim Arbeiten mit der Handsichel ein Igelnest im hohen Gras unter den Büschen gefunden haben, können Sie großzügig darum herumschneiden.