„Grannen sind Pflanzenteile, die oft sehr starr, spitz und mit Widerhaken besetzt sind“, erklärt Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e. V. Sie befinden sich vor allem an Getreideähren sowie verschiedenen Gräsern. Streifen Hund oder Katze durch eine Wiese oder am Rand eines Getreidefeldes entlang, bleiben die Pflanzenteile leicht im Fell hängen.
„Besonders häufig finden wir Grannen an den Pfoten und in den Zehenzwischenräumen“, berichtet die Veterinärin. Doch auch Ohren, Nase, Beine und Unterbauch können betroffen sein. Das Heimtückische: Aufgrund ihrer Widerhaken können Grannen tiefer in das Gewebe wandern. „Verschwindet eine Granne vollständig unter der Haut, wird sie vom Tierhalter häufig gar nicht mehr bemerkt“, warnt Dr. Hölscher. Später können Schwellungen und Entzündungen entstehen. In seltenen Fällen wandern die Fremdkörper sogar bis in die Brust- oder Bauchhöhle.
Ist die Granne noch oberflächlich sichtbar und lässt sie sich problemlos greifen, kann sie vorsichtig mit einer Pinzette entfernt werden. „Sitzt sie jedoch bereits tief im Gewebe oder sind deutliche Beschwerden zu erkennen, gehört das Tier in tierärztliche Hände“, so Dr. Hölscher.
Nach Spaziergängen über Wiesen oder entlang von Getreidefeldern sollten Tierhalter daher das Fell ihres Vierbeiners daher gründlich kontrollieren. „Wer Grannen frühzeitig entdeckt, kann seinem Tier schmerzhafte Entzündungen und aufwendige tierärztliche Eingriffe ersparen“, sagt Dr. Hölscher abschließend.


