Vor Ostern besuchte ich den Lottihof zum ersten Mal. Schon beim Ankommen merkte ich, dass ich willkommen war: Das Team empfing mich sehr herzlich und führte mich zu allen Tieren. In Begleitung durfte ich auch in viele Gehege hinein, die Tiere dabei kennenlernen und sie teilweise sogar streicheln. Mir ist dabei vor allem eines aufgefallen: Hier gibt es keine Hektik. Alles ist ruhig, entspannt und zufrieden – und das hat man den Tieren sofort angesehen.
Ein Praktikum voller Begegnungen
Ein Schulpraktikum ist oft langweilig, da Schüler häufig keine wirklichen Aufgaben übernehmen dürfen, sondern eher zugucken, als anzupacken. Für mich war das keine Option. Ich wollte etwas machen, das mir Spaß macht und wo ich wirklich helfen kann. Der Lottihof war genau der richtige Ort für mich. Ich bin Lisa, wohne in einem Vorort von Berlin, besuche die 9. Klasse und habe vom 22.06. – 02.07.2026 mein Sozialpraktikum auf dem Lottihof verbracht.

Wie bin ich zum aktion tierLottihof gekommen?
Wie so oft war es purer Zufall, dass ich beim Einkaufen für meine Kaninchen auf einen Informationsstand von aktion tier aufmerksam wurde. Im Gespräch habe ich zum ersten Mal vom Lottihof gehört. Zu Hause habe ich gleich ein wenig recherchiert, und dann ging alles ganz schnell und unkompliziert. Die positive und einladende Reaktion auf meine erste Anfrage per E-Mail kam sofort. Der Lottihof hat schon sehr viel Erfahrung mit Praktikanten, ist auf alle Fragen vorbereitet und baut von Anfang an Vertrauen auf. Am Sonntag vor meinem Praktikumsbeginn bin ich angereist. In den zehn Tagen erwartete mich eine Vielzahl verschiedener Aufgaben. Ich mistete Ställe aus, kümmerte mich um die Katzenfamilien in der Quarantäne und begleitete Schul- und Kindergartengruppen. Obwohl es viel zu tun gab, wurde nicht gehetzt: Im Arbeitsalltag blieb die Atmosphäre ruhig, organisiert und angenehm. Schon am ersten Abend hatte ich das Gefühl, richtig angekommen zu sein und voll dazu zu gehören.
Für mich hat sich schnell eine Routine eingestellt; zuerst durfte ich mich um die Kitten kümmern, dann wurden die Ställe ausgemistet. Danach kamen je nach Wochentag noch besondere Aufgaben dazu, die den Alltag abwechslungsreich gemacht haben. Dazu zählte zum Beispiel das Sortieren der Futterspenden, die zweimal in der Woche am Hof ankamen, oder der wöchentliche Gesundheitscheck der Kaninchen. Eine besondere Herausforderung in meiner ersten Woche war das Einbringen der Heuernte in den Heuboden bei Temperaturen von über 35°C. Aber auf dem Lottihof muss man auf jedes Wetter vorbereitet sein, denn in meiner zweiten Woche hat es auch mal so stark geregnet, dass ich trotz regenfester Arbeitskleidung nass bis auf die Haut war.
Der Hof selbst erfordert viel Pflege, damit sich Tier und Mensch wohlfühlen.
Zweimal pro Woche kommen Futterspenden an, die alle sortiert werden müssen. Ich half dabei, das Futter vorzubereiten und verteilte es. Ich zupfte Unkraut, half bei der Wäsche der Tierdecken und kümmerte mich um alle kleinen Aufgaben, die einen großen Hof am Laufen halten. Meine Praktikumsaufgaben gingen jedoch weit über den Stall hinaus. Ich führte Interviews mit den Mitarbeitern und Freiwilligen, um zu erfahren, warum und wie sie zum Lottihof gekommen sind und welche Ausbildungen sie haben. Besonders die (Vor-)Geschichten der Tiere haben mich interessiert, um zu verstehen, warum und wie ihnen auf dem Lottihof geholfen werden muss. So habe ich erst richtig verstanden, welche wichtige Arbeit der Lottihof als Begegnungsstätte zwischen Menschen und Tieren leistet.
Auch nach getaner Arbeit habe ich meine Freizeit am liebsten draußen verbracht. Ich bin nie lange alleine geblieben. Die erste, die sich Streicheleinheiten abholen wollte, war Mama Luisa, eine besonders verschmuste Hofkatze. Aber auch die Hof-Hunde waren immer glücklich über Aufmerksamkeit und wollten gekrault werden. Um mehr Zeit mit den Kitten zu verbringen, habe ich meine Arbeitszeit an manchen Tagen auch gerne etwas ausgedehnt. Manchmal ergab sich so auch noch etwas ganz Besonderes. Als ich einmal noch ziemlich lange draußen saß, bekam ich spontan die Gelegenheit, mit zu den Waschbären in das Gehege zu gehen. Ich durfte sie füttern und sogar streicheln. An meinem letzten Arbeitstag sind wir nachmittags mit den Ponys und Eseln spazieren gegangen. Ich habe dabei „Wespe“, eines der Ponys, geführt. Das war ein schöner Abschluss für diese ereignisreiche Zeit.
Der aktion tier-Lottihof ist wirklich ein besonderer Ort – nicht nur für die Tiere.
Auch die Besucher spüren das sofort an der Lebensfreude, die die Tiere – und Menschen – ausstrahlen. Besucher sind immer willkommen: Es reicht, wenn man Interesse mitbringt. Spenden und Unterstützung sind natürlich willkommen, werden aber nicht erwartet oder vorausgesetzt. Für mich steht aber fest, dass ich auf jeden Fall wiederkommen möchte. Am liebsten würde ich auch an längeren Wochenenden oder in den Ferien freiwillig mitarbeiten – selbst wenn die Anreise etwas weiter ist. Nach meiner Schulzeit kann ich mir außerdem sehr gut vorstellen, ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) auf dem Lottihof zu machen.



