Doch wie kommt das Haustier überhaupt in Kontakt mit Monoxidil? Ganz einfach, weiß Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V.: „Wenn der Hund sein Herrchen ableckt oder der Stubentiger mit dem Frauchen schmust, reichen schon Rückstände an den Händen, um das eigene Haustier zu vergiften!“ Doch auch das Schlafen auf ein und demselben Kopfkissen, oder das Stöbern im Abfall, in dem eine Verpackung liegt, kann ein Kontaminationsweg sein.
„Das Problem ist die minimale Dosis, die ausreicht, um eine Intoxikation auszulösen“, betont die Veterinärin. Atemnot, Blutdruckabfall und Untertemperatur gehören zu den ersten Symptomen. Im Anschluss bekommen Hunde ernste Probleme mit dem Kreislauf, Katzen eher mit der Lunge. Da Katzen unter dem Strich ein geringeres Körpergewicht als Hunde aufweisen, versterben diese nach aktueller Studienlage insgesamt häufiger als Hunde. Sie bekommen im Verhältnis mehr Gift ab.
Erschwerend kommt hinzu - auf den Verpackungen finden sich keinerlei Hinweise, wie giftig diese Stoffgruppe für unsere Haustiere wirklich ist. Daher gehen Tierhalter in der Regel völlig sorglos mit dem Produkt und deren Umverpackung um. Tierbesitzer, die Haarwuchsmittel benutzen, sollten also auf peinlichste Hygiene achten. Schlafen im gemeinsamen Bett muss tabu sein. Die Kosmetikflaschen sollten absolut tiersicher entsorgt werden.
„Das Wissen um die Gefährlichkeit ist in diesem Fall die ganze Miete“, betont die Tierärztin und hofft, dass durch die Verbreitung dieser Informationen weitere Todesfälle vermieden werden.
