Aufklärungsarbeit | Stadttauben- gefiederte Obdachlose

Stadttaube vertraut auf die Experten

Unverhoffter Gast am Infostand von aktion tier in Potsdam-Babelsberg

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Andreas Marut und Vivien Witschkowski vom aktion tier Aufklärungsteam
Andreas Marut und Vivien Witschkowski vom aktion tier Aufklärungsteam Foto: © aktion tier e.V.

Potsdam-Babelsberg, 7. Oktober 2026 – Einen ungewöhnlichen Besucher erhielt der Infostand von aktion tier am EDEKA-Markt Meinke in Potsdam-Babelsberg: Eine Stadttaube kam offenbar direkt nach einer Kollision mit einer Fensterscheibe angeflattert und steuerte ohne Umwege den Informationsstand an. Dort suchte sie Schutz unter dem Standtisch und schien sich von ihrem unfreiwilligen Zusammenstoß zu erholen.

Die aktion tier-Mitarbeiter Andreas Marut und Vivien Witschkowski beobachteten den unerwarteten Gast aufmerksam und gewährten der Taube die benötigte Ruhepause. Nach einiger Zeit hatte sich das Tier vollständig erholt und konnte seinen Weg aus eigener Kraft fortsetzen. Ein Besuch beim Tierarzt war glücklicherweise nicht erforderlich. „Offenbar wusste die Taube ganz genau, an wen sie sich in ihrer Not wenden musste“, kommentiert Andreas Marut, Mitarbeiter des aktion tier-Aufklärungsteams mit einem Augenzwinkern.

aktion tier setzt sich schon seit vielen Jahren für ein besseres Verständnis von Stadttauben ein. Bereits 2018 startete die Aufklärungskampagne „Stadttauben – gefiederte Obdachlose“. Ziel der Kampagne war es, Vorurteile gegenüber Stadttauben abzubauen und aufzuzeigen, dass es sich bei ihnen nicht um Wildtiere, sondern um verwilderte Nachkommen ehemaliger Haustauben handelt, die auf menschliche Hilfe angewiesen sind. Die Kampagne informierte außerdem darüber, dass Stadttauben keine besondere Gesundheitsgefahr für Menschen darstellen und stellte betreute Taubenschläge mit Eieraustausch als tierschutzgerechte und nachhaltige Lösung für die Bestandskontrolle vor.

Dass sich die erschöpfte Taube ausgerechnet unter dem Infostand von aktion tier in Sicherheit brachte, lässt sich vermutlich nicht wissenschaftlich erklären. Die Mitarbeiter nehmen den Vorfall dennoch als schönes Zeichen dafür, dass Mitgefühl und praktische Hilfe manchmal genau dort zu finden sind, wo sie gebraucht werden. Oder wie man in Taubenkreisen vielleicht sagen würde: Wer schon einmal von aktion tier gehört hat, weiß eben, wo man nach einer Bruchlandung am besten aufgehoben ist.

Ursula Bauer

Diplom-Biologin bei aktion tier – menschen für tiere e.V.