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Unsere Tierschutzfälle im Sommer 2026

Der Sommer ist für die Igel die Zeit der Paarung und des Nachwuchses. Jedoch hält er auch einige Gefahren bereit, wie diese drei Patienten im Beitrag verdeutlichen.

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Dr. Karolin Schütte, Tierärztin mit Igel
Dr. Karolin Schütte, Tierärztin. Foto: © aktion tier-Igelzentrum

Ein junges Igelweibchen wurde mit schwerer Atemnot gefunden. Zudem war es stark abgemagert und dehydriert. Die Atemprobleme wurden vermutlich durch eine Verletzung im Nasenbereich verursacht. Besonders auffällig war jedoch der massive Befall mit Fliegeneiern. Besonders in den wärmeren Monaten treten solche Fälle deutlich häufiger auf. Geschwächte oder verletzte Igel können sich oft nicht mehr ausreichend gegen Fliegen wehren. Diese nutzen das und legen ihre Eier im Fell, in Wunden oder – wie in diesem Fall – sogar im Maul des Tieres ab. Aufgrund ihrer körperlichen Schwäche gelingt es den Igeln anschließend auch nicht, die Eier selbst aus dem Fell zu entfernen. Solche Tiere sind Notfälle und gehören sofort in professionelle Hände.

Dieses Igelweibchen war massiv von Fliegeneiern befallen
Dieses Igelweibchen war massiv von Fliegeneiern befallen Foto: © aktion tier-Igelzentrum

Fliegeneier erkennt man an kleinen gelblich-weißen Päckchen, die am Körper des Igels haften. Sie müssen schnellstmöglich entfernt werden. Denn aus den Eiern schlüpfen Maden, die beginnen, sich in das Gewebe des Igels zu fressen.

Igel mit abgeschnittener Nase

Ein Igel wurde aufgrund von Atemgeräuschen und abgeschnittenem Stachelkleid in unserem Igelzentrum vorgestellt. In der Untersuchung mussten wir leider feststellen, dass er wahrscheinlich Opfer eines Gartengerätes wurde. Neben den abgeschnittenen Stacheln auf dem Rücken wurde ein großer Teil seines Nasenspiegels abgetrennt. Auch eine Verletzung vor dem Auge war zu sehen. Während unserer Behandlung verheilte die Nase gut. Wie zu erwarten, wird sie jedoch deformiert bleiben.

Igel mit Schnittverletzung wurde wieder ausgewildert!

Ende Januar 2026 wurde ein Igel mit einer Schnittverletzung bei uns vorgestellt. Kurz vor dem Fund wurden im Wohnbereich der Finder Schnittmaßnahmen von der Stadt vorgenommen. Nachdem wir die Wunde zunächst gründlich gereinigt hatten, wurde sie zum Teil genäht, um einen kleineren Narbenbereich zu erhalten. Die Wunde verheilte gut. Und so ging der Patient in unserer Igelstation in den geschützten Winterschlaf und wurde im April gesund und munter wieder ausgewildert. Der Igel hatte Glück. Denn viele Igel, die mit Schnittverletzungen bei uns ankommen, können wir leider nicht mehr retten. Viele Schnittverletzungen werden bei Garten- und Grünpflegearbeiten verursacht. Gegen die Gartenmaschinen haben Igel keine Chance. Wenn es möglich ist, sollten zumindest private Gartenbesitzer auf den Einsatz von Maschinen verzichten und Hecken besser mit der klassischen Heckenschere und den Rasen mit dem Handrasenmäher schneiden. Hierbei kann man schnell reagieren, wenn man bei der Arbeit auf ein Nest oder ein Tier stößt.

Müssen Gartenmaschinen unbedingt im Einsatz sein, bitten wir Sie um eine äußerst behutsame Vorgehensweise. Am besten sieht man vor Beginn der Arbeiten erst einmal nach, ob sich unter dichteren Gehölzbeständen ein Igel befindet.

Jetzt im Herbst benötigen viele Igel unsere Unterstützung. Erfahren Sie mehr zu den sympathischen Stacheltieren und zum aktion tier-Igelzentrum in unserem Flyer, den Sie im Downloadbereich herunterladen oder kostenfrei anfordern können unter shop[at]aktiontier.org oder telefonisch unter 030 3011162-55.

Anne Sopart

Grafikerin und Social Media Managerin