Bereits am Tag der Installation turnte ein neugieriges Hörnchen in den Bäumen des angrenzenden Parks am Körnerteich herum und beobachtete uns. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Nüsse und Samen in den von uns an beiden Seilbäumen aufgehängten Futterkästchen entdeckt werden würden. Ziel des Anfütterns war es, dass die Tiere das Seil über die Bäume entdecken und schließlich nutzen. Eine Anwohnerin, die ehrenamtlich nach dem Futter sieht und bei Bedarf nachfüllt, hatte uns schließlich berichtet, dass sich regelmäßig Hörnchen an den Kästen bedienen würden. Tiere auf dem Seil wurden jedoch bislang nicht beobachtet.
Entsprechend gespannt waren wir, als wir vor einigen Tagen die Speicherkarte der Wildkamera austauschten, die an einem der Seilbäume angebracht war. Die Auswertung bestätigte den Erfolg, denn zahlreiche „Blitzerfotos“ belegen die intensive Nutzung der neuen Luftbrücke. Nach der Installation am 14. April überquerte bereits gut sechs Wochen später das erste Eichhörnchen das Seil. In der Folge wurde die Querungshilfe fast täglich von unterschiedlichen Hörnchen in beiden Richtungen genutzt. Auf den Fotos sind Tiere mit und ohne Ohrpinsel zu sehen. Sie bewegen sich völlig selbstverständlich auf dem Seil, zum Teil sogar zu zweit, manchmal mit einer Nuss im Maul, und haben sogar die Muße, sich auf der „Luftbrücke“ in schwindelnder Höhe zu putzen.
Der rege Verkehr auf dem Seil in der Kohlisstraße zeigt, dass derartige Querungshilfen dem arttypischen Verhalten von Eichhörnchen entgegenkommen: Sie stellen eine wertvolle Tierschutzmaßnahme dar, indem sie maßgeblich dazu beitragen, Verkehrsunfälle zu vermeiden und Eichhörnchenleben zu retten.


















