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01. Dezember 2017

Daumenkralle selber kürzen

Auf einmal blutet es, und wie! Der Hundehalter weiß im ersten Moment nicht, wo die Massen an Blutspritzern herkommen. Doch schnell ist die Ursache gefunden. Der Hund hat sich die Kralle eingerissen, zumeist die Daumenkralle.

„Die Kralle der ersten Zehe auf der Innenseite der Vorderpfote hat keinen Kontakt zum Boden“, erklärt Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V. „Daher nutzt sie sich kaum ab und wird lang und länger und wächst allmählich im Kreis herum“, führt sie aus. Durch dieses kreisrunde Wachstum verhakt sich die Kralle schnell in Teppichschlaufen oder ähnlichem. Der Hund versucht sich loszureißen. Dabei löst sich das Horn und die Kralle bricht am Ansatz ab. Das Blut fließt in Strömen, doch nach einiger Zeit stagniert die Blutung von selbst. Verbluten kann das Tier dabei nicht. „Im Prinzip ist das alles nicht weiter schlimm, tut aber schon ganz schön weh“, beruhigt die Tierärztin besorgte Besitzer. Meist heilt die Geschichte ohne Entzündung mit oder ohne Verband ab. Doch besser es kommt gar nicht erst so weit.

„Es ist empfehlenswert die Daumenkralle im Auge zu behalten und gegebenenfalls regelmäßig zu kürzen“, rät Frau Dr. Hölscher. Das kann entweder durch Abfeilen erfolgen oder die Kralle kann mittels einer Krallenzange geschnitten werden. Dabei muss der Schneidende aufpassen, dass er nicht lebendes Gewebe verletzt. Bei weißen Krallen sieht man den durchbluteten Bereich gut durch das farblose Horn hindurch schimmern. Ihm darf man sich nur bis auf einen Abstand von 1-2 mm annähern. Weiter sollte nicht gekürzt werden, sonst ist das für das Tier schmerzhaft. "Schwieriger wird das Ganze bei schwarz pigmentierten Krallen. Hier muss sehr vorsichtig gekappt werden, da man beim Schneiden wortwörtlich im Dunkeln tappt“, warnt die Veterinärin. Lieber man kürzt hier öfter und dabei weniger.

Einige Vierbeiner haben auch an den Hinterbeinen Daumenkrallen, die sogenannten Wolfskrallen. Für diese Gebilde gilt natürlich das Gleiche wie für die Daumenkrallen am Vorderbein. Kürzen in regelmäßigen Abständen schützt vor schmerzhaften Verletzungen.

Weitere Informationen bei:

Dr. med. vet. Tina Hölscher

Mobil:
+49 177 2451198
E-Mail:
tierarzt[at] remove-this.aktiontier.org