Pressemitteilung

Außergewöhnliches Fell, aber oft unheilbar krank

Wer sehnt sich nicht danach, sich von anderen positiv abzuheben? "Schöner" zu sein als die Masse? Dieser Trend hat auch unsere Haustiere beziehungsweise deren Besitzer erreicht. Begehrt sind beispielsweise blauschwarz schimmernde Dobermänner oder silbrig glänzende Labradore. Doch leider bezahlen diese Schönheiten oft einen völlig unangemessenen Preis für ihre Andersartigkeit.

Foto: Guidwy. Lizenz: Pixabay

Sie leiden unter einer Erkrankung, die CDA (Colour Dilution Alopecia) oder auch Blue Dog Syndrom genannt wird. „Bei betroffenen Tieren ist die Pigmentierung der Haare gestört“, erklärt Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin bei aktion tier e.V. Hierdurch verändert sich die Fellfarbe. Die einzelnen Haare sind dabei schwächer und brechen schneller ab. Es kommt zum Fellverlust, in der Fachsprache Alopezie genannt.

Das Gemeine daran: Als Welpe sehen die Tiere wunderschön aus. Dann kommt das böse Erwachen. Erste kahle Stellen entstehen meist ab der Pubertät oder noch später. Hinzu können vermehrte Schuppenbildung und Entzündungen der Haut kommen. „Oft müssen diese mit Antibiotika behandelt werden, um sie in Schach zu halten“, berichtet die Tierärztin aus der Praxis. „Dann bessert sich das Krankheitsbild durch die Medikamente zwar kurzzeitig, eine echte Heilung gibt es aber nicht!“, erläutert sie bedauernd. Die Tiere sind lebenslang gezeichnet. Eine Ausnahme bildet hierbei der Weimaraner. Sein grausilbernes Fell ist in aller Regel auch im Alter dicht und weist keine Krankheitsanzeichen auf. Warum das so ist, ist noch nicht abschließend geklärt.

Verantwortungsvolle Züchter unterziehen ihre Zuchttiere einem Gentest vor der Verpaarung. Eine einfache Blutprobe reicht als Untersuchungsmaterial. So können sie sicherstellen, nur Elterntiere auszuwählen, deren Nachkommen keine Fehlfarben - so werden die Fellveränderungen nämlich von Fachleuten genannt – zeigen.

Echte Tierliebhaber nehmen besser Abstand vom Kauf eines Hundes, der mit einer derartigen Fellfarbe ausgestattet ist. Und geht die Tierliebe noch eine bisschen weiter, verzichtet man gänzlich auf den Gang zum Züchter und besucht auf der Ausschau nach einem Vierbeiner lieber die Tierheime in der Umgebung.

weitere Informationen bei:

Dr. med. vet. Tina Hölscher

Tierärztin bei aktion tier – menschen für tiere e.V.

Mobil: +49 177 2451198
E-Mail: tierarzt[at]aktiontier.org