Woher die sogenannte „Mal-siebenRegel“ ursprünglich stammt, lässt sich heute nicht mehr eindeutig belegen. Vermutlich entstand sie nicht aus biologischen Erkenntnissen, sondern aus einer einfachen statistischen Überlegung. Häufig wird angenommen, dass sie auf dem groben Verhältnis zwischen der durchschnittlichen Lebenserwartung von Menschen und Hunden beruht. Während Menschen heute in vielen Ländern durchschnittlich rund 80 Jahre alt werden, liegt die Lebenserwartung von Hunden, abhängig von Rasse, Körpergröße und weiteren Faktoren, häufig zwischen etwa 10 und 15 Jahren. Daraus ergibt sich in etwa das Verhältnis 1:7.
Biologisch betrachtet greift diese einfache Rechnung jedoch zu kurz. Hunde entwickeln sich deutlich schneller als Menschen und das besonders in den ersten beiden Lebensjahren. Die meisten Hunde kleiner und mittelgroßer Rassen sind bereits mit etwa einem Jahr körperlich ausgewachsen und geschlechtsreif. Große und sehr große Hunderassen benötigen dafür nicht selten bis zu zwei Jahre. Ein einjähriger Hund entspricht daher in seiner körperlichen Entwicklung keineswegs einem siebenjährigen Kind, sondern eher einem jungen Erwachsenen. Nach dieser frühen Entwicklungsphase verlangsamt sich der Alterungsprozess deutlich.
Einen neuen wissenschaftlichen Ansatz präsentierten Forschende der University of California San Diego, der National Institutes of Health (NIH) und weiterer Forschungseinrichtungen im Jahr 2020 im Fachjournal Cell Systems. Statt die Lebenserwartung von Hunden und Menschen miteinander zu vergleichen, untersuchten sie altersabhängige Veränderungen der DNAMethylierung. Diese epigenetischen Veränderungen gelten als Marker biologischer Alterungsprozesse. Die Forschenden stellten fest, dass Hunde und Menschen vergleichbare biologische Alterungsprozesse durchlaufen, diese jedoch unterschiedlich schnell ablaufen. Auf Grundlage ihrer Daten entwickelten sie ein mathematisches Modell, das den Zusammenhang zwischen Hunde- und Menschenalter genauer beschreibt und die klassische „Mal-sieben-Regel“ widerlegt.








