aktion tier Tierheim Teneriffa

Tierschutzpreisverleihung 2011

Unser Tierheim „acciòn del sol“ hat im Laufe seines nunmehr rund fünfjährigen Bestehens ein hohes Maß an Zuspruch erfahren. Besucher der Einrichtung haben immer wieder den hohen Standard gelobt, den wir dort bei der Betreuung der Hunde an den Tag legen.

Begrüßung der Gäste auf dem Gelände des Tierheims „acciòn del sol“. Foto: © aktion tier Teneriffa

Diese Einschätzung war unabhängig davon, ob es sich dabei um einen Bewohner der beliebten Ferieninsel handelt oder um eines der vielen deutschen Mitglieder, die inzwischen dem Tierheim einen Besuch abgestattet haben. Der gute Eindruck, den die Anlage in der Nähe der Gemeinde Granadilla im Süden Teneriffas hinterlässt, lenkt ein wenig von den eigentlichen Zielen des Projektes ab, die wir mit der Errichtung des Tierheimes von Beginn an verfolgt haben. Entsprechend der Philosophie von aktion tier soll nicht nur die Versorgung von in Not geratenen Tieren alleiniges Anliegen darstellen, sondern dieses einzigartige Projekt soll sich auch gegen die Ursachen wenden, die für die nach wie vor hohe Anzahl von Streunerhunden verantwortlich sind. Wie in allen anderen Ländern, ist auch in Spanien eine in der Gesellschaft vorhandene Verantwortungslosigkeit gegenüber dem Tier ursächlich dafür, dass derartige Einrichtungen sich einem fortwährenden Zustrom von Streunertieren gegenüber sehen.

Dieser Sorglosigkeit entgegen zu treten, war von Beginn an eines der zentralen Momente der Arbeit von „acciòn del sol“. Dieser Weg konnte aber nur beschritten werden, indem politische Entscheidungsträger in diesen Prozess mit eingebunden wurden und entsprechende Entscheidungen auf der kommunalen Ebene getroffen werden konnten. So wurden im Laufe der letzten Jahre mehrere Fundtierverträge mit umliegenden Gemeinden geschlossen, womit sich diese Gemeinden nicht nur ihrer Verantwortung für die Streunerhunde gestellt haben, sondern auch einen Teil der Kosten dieser Anlage bestreiten. Um diese weitreichenden Veränderungen zu erzielen, bedurfte es einer langwierigen Überzeugungsarbeit.

Inzwischen sind andere Gemeinden diesem Beispiel gefolgt. So wurden in diesem und im letzten Jahr mit den Kommunen von San Miguel, Guía de Isora sowie Arona gleichlautende Vereinbarungen getroffen. Folgerichtig wurden bei der Verleihung des diesjährigen Tierschutzpreises von aktion tier am 07.04.2011 auf Teneriffa mit Victor Chinea Niebla, der Bürgermeister von San Miguel, sowie Maria Clara Perez Perez, Stadträtin von Arona, ausgewählt, die sich als treibende Kraft innerhalb der Verwaltungen zur Umsetzung des Vorhabens erwiesen haben. Gleichzeitig wurde mit Jose Joaquin Bethencourt, der auch für den Tierschutz zuständige Landwirtschaftsminister bedacht, der mit seinem Ministerium wichtige politische Überzeugungsarbeit geleistet hat.

Neben diesen politischen Entscheidungsträgern wurden mit Karen Clack und Myrna Vaele zwei Personen geehrt, die ihre Leistungen zum Wohle des Tierschutzes auf Teneriffa im Rahmen eines rein privaten Engagements erbracht haben. Damit sollte auch zum Ausdruck gebracht werden, dass nachhaltige Erfolge in der Tierschutzarbeit nur erreicht werden können, wenn privates Engagement und politische Arbeit gemeinsam an der Lösung der Probleme wirken.

Im Rahmen der feierlichen Übergabe der Tierschutzpreise 2011 wurden die Preisträger auch folgerichtig für die Rationalität ihres gemeinsamen Vorgehens gelobt, welches ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl durch aktion tier dargestellt hat. Ein derartiges Verhalten macht Mut, die anstehenden Probleme auf Teneriffa lösen zu können. Denn auch dort, wie häufig gerade in südlichen Ländern zu beobachten, gibt es Einzelpersonen, die unter dem Deckmantel des Tierschutzes eine große Anzahl von Tieren in ihren angeblichen Tierheimen horten, ohne die dafür notwendigen Voraussetzungen schaffen zu können. Dennoch melden sie sich lautstark zu Wort, um vor allem finanzielle Unterstützung für ihre zumeist illegalen Einrichtungen zu bekommen. Gerade solche vermeintlichen Tierschützer stellen ein großes Problem dar, weil sich dort mangels Vorsorge die Tiere unter zumeist katastrophalen Bedingungen auch noch stark vermehren.

In ihren Ansprachen würdigten die politischen Vertreter auch ausnahmslos das verantwortungsbewusste Vorgehen von aktion tier und den hohen Standard der Einrichtung, der neben der Unterbringung auch eine lückenlose medizinische Betreuung beinhaltet. Die tierheimeigene Klinik mit inzwischen zwei Tierärzten betreut die Tiere bereits bei der Aufnahme und leistet alle notwendigen Behandlungen, die leider oftmals aufgrund des schlechten Zustandes der Streuner notwendig sind. Die Preisträger waren sich darüber einig, dass mit der Zusammenarbeit mit aktion tier und seinem Tierheim „acciòn del sol“ die richtigen Entscheidungen zur Lösung des Problems der Streunerhunde auf Teneriffa getroffen wurden. Das Regierungspräsidium Cabildo möchte gerne das Tierheim zum Muster für zwei weitere Einrichtungen machen, die zukünftig auf der Insel geplant werden sollen.

Am darauf folgenden Sonntag fand das jährliche Tierheimfest statt, welches der breiten Öffentlichkeit die Möglichkeit zu einem Besuch geben sollte. Wie in den vergangenen Jahren auch, fanden mehrere hundert Menschen den Weg zu unserem Tierheim, um sich vielfach auch über die Adoption eines der dort befindlichen Hunde zu informieren. Dieser Sachverhalt ist für uns besonders wichtig, da wir nach wie vor den Großteil der Hunde auch auf Teneriffa vermitteln möchten. Denn auch dort ist es möglich, für die in der Regel sehr sozialen Tiere ein verantwortungsbewusstes Zuhause zu finden. Langfristig soll ein Transport von Hunden nach Deutschland nur in Ausnahmefällen notwendig sein, da letzten Endes eine Veränderung der Zustände auch nur vor Ort erfolgen kann.

Das Veranstaltungsprogramm war wie gewohnt vielfältig und bot für die Besucher und vor allem die vielen Kinder viel Spaß. Neben einer Modenschau, in der die gesponserten Bekleidungsstücke zu Gunsten des Tierheimes versteigert wurden, wurden regelmäßige Tierheimführungen sowie ein musikalisches Unterhaltungsprogramm geboten. Ein Vielzahl von freiwilligen Helfern stand an den einzelnen Ständen oder als „tierische Entertainer“ bereit, um sich um das Wohl und die Unterhaltung der Besucher zu kümmern. Der auf Teneriffa übliche strahlende Sonnenschein tat ein Übriges zu einer gelungen Veranstaltung, lediglich (der auch übliche) starke Wind erschwerte bisweilen den Ablauf.

Verlängerung des Fundtiervertrages von Granadilla besiegelt

Nach diesem arbeits- und ereignisreichen Wochenende stand am Montag, den 11.04.2011, noch ein offizieller Termin an, der zwar nicht besonders publikumswirksam war, für unser Tierheim dennoch ein weiteres wichtiges Ereignis darstellte. Die amtierende Bürgermeisterin von Granadilla bat die Verantwortlichen von „acciòn del sol“ ins Bürgermeisteramt, um den bestehenden Vertrag zur Aufnahme der Fundhunde vorzeitig zu verlängern. Damit wurde die wichtige vertragliche Grundlage geschaffen, um auch weiterhin die erfolgreiche Zusammenarbeit fortsetzen zu können. In den Gesprächen brachte die Bürgermeisterin ihre Zufriedenheit über das Erreichte zum Ausdruck, welches nicht nur einen problemlosen Ablauf beinhaltet, sondern auch im Laufe der letzten Jahre leichte Rückgänge bei der in der Gemeinde aufgefunden Hunde erbracht hat. Damit sah sich Doña Nieves zu Recht in ihrer Entscheidung bestätigt, als erste Bürgermeisterin der Insel einen entsprechenden Vertrag mit dem Tierheim unterzeichnet zu haben.

Nach diesem arbeits- und ereignisreichen Wochenende stand am Montag, den 11.04.2011, noch ein offizieller Termin an, der zwar nicht besonders publikumswirksam war, für unser Tierheim dennoch ein weiteres wichtiges Ereignis darstellte. Die amtierende Bürgermeisterin von Granadilla bat die Verantwortlichen von „acciòn del sol“ ins Bürgermeisteramt, um den bestehenden Vertrag zur Aufnahme der Fundhunde vorzeitig zu verlängern. Damit wurde die wichtige vertragliche Grundlage geschaffen, um auch weiterhin die erfolgreiche Zusammenarbeit fortsetzen zu können. In den Gesprächen brachte die Bürgermeisterin ihre Zufriedenheit über das Erreichte zum Ausdruck, welches nicht nur einen problemlosen Ablauf beinhaltet, sondern auch im Laufe der letzten Jahre leichte Rückgänge bei der in der Gemeinde aufgefunden Hunde erbracht hat. Damit sah sich Doña Nieves zu Recht in ihrer Entscheidung bestätigt, als erste Bürgermeisterin der Insel einen entsprechenden Vertrag mit dem Tierheim unterzeichnet zu haben. Auch wenn es sicherlich noch viele Probleme zu lösen gibt und die Anzahl der auf Teneriffa vorhandenen Streunerhunde im westeuropäischen Vergleich zu hoch ist, geben die Erfolge der Vergangenheit und das hohe Maß an Zuspruch für unser Tierheim großen Mut für die Zukunft. Bei aller Zufriedenheit darüber darf jedoch nicht vergessen werden, dass der Betrieb dieses modernen Tierheimes nur durch die Unterstützung unserer deutschen Mitglieder möglich ist. Auch wenn die spanischen Gemeinden inzwischen einen Teil der Kosten tragen, ist deren Höhe nicht ausreichend um den hohen Aufwand des Projektes auch finanzieren zu können. Ohne die Hilfe aus Deutschland wären alle Erfolge undenkbar und somit ist das Erreichte auch ein Verdienst jedes Einzelnen unserer Mitglieder!

 

Holger Knieling