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aktion tier-Tierheim in Roggendorf übernimmt beschlagnahmte Welpen

In der Nacht von Sonntag auf Montag wurden zwei ca. fünf Wochen alte Malteser-Welpen von der Polizei in unser aktion tier- Tierheim in Roggendorf gebracht. Die Welpen waren bei einer routinemäßigen Kontrolle eines Kleintransporters aus Rumänien auf der Autobahn bei Stolpe (Mecklenburg-Vorpommern) von den Beamten entdeckt worden. Sie befanden sich, zusammen mit weiteren leeren Transportboxen und von Möbeln verdeckt, im hinteren Teil des Fahrzeugs und sollten in Bremen übergeben werden.

Die vom Fahrer mitgeführten EU-Heimtierpässe stammen aus Rumänien und sind eindeutig gefälscht, da sie handschriftlich eingetragene, fiktive Chipnummern enthalten. Die Welpen sind jedoch nicht gechippt. Außerdem sind sie mit ca. 5 Wochen zum Verkauf viel zu jung, denn unser Tierschutzgesetz schreibt hierfür ein Mindestalter von 8 Wochen vor.

Des Weiteren fehlt bei beiden Tieren die vorgeschriebene Tollwutimpfung, ohne die kein Hund aus dem EU-Ausland nach Deutschland einreisen kann. Daher müssen die Malteser nun erst einmal für die nächsten 10 Wochen in Tollwutquarantäne. Welpen können grundsätzlich erst ab der 12. Lebenswoche gegen diese gefährliche Virusinfektion geimpft werden. Danach muss man 3 Wochen warten, bis sich der Impfschutz ausgebildet hat. Somit dürfen Junghunde erst mit frühestens 15 Wochen nach Deutschland eingeführt werden. Unsere Pfleglinge, die außerdem unter schwerem Parasitenbefall mit Giardien und Spulwürmern leiden, können also nicht in absehbarere Zeit vermittelt werden.

Die Missachtung der rechtlichen Vorgabe für die Einfuhr von Hunden sowie die vielen leeren Transportboxen im Fahrzeug und weitere 10 EU-Heimtierpässe mit zweifelhaften Eintragungen legen den Verdacht nahe, dass wir es hier mit einem Fall von organisiertem Welpenhandel zu tun haben. Vermutlich wurden mit dem Transporter mehrere, via Internet bestellte Hunde nach Deutschland gebracht und unsere Malteser waren die letzten, die abgeliefert werden sollten. Gerade jetzt, in Zeiten der Corona-Pandemie, ist die Nachfrage nach Welpen besonders hoch und kann von heimischen Züchtern und Tierheimen kaum mehr befriedigt werden.

Auch wenn die Verlockung im Moment groß ist, sich zur Gesellschaft einen Hund per Mouseklick im Internet zu bestellen, warnen wir eindringlich davor! Die Gefahr, ein krankes Tier zu erstehen, ist sehr groß. Denn den skrupellosen Massenvermehrern und profitorientierten Tierhändlern ist die Gesundheit ihrer „Ware“ egal. Ganz zu schweigen von den Muttertieren, die vorrangig in den osteuropäischen Nachbarländern oft unter fürchterlichen Bedingungen ihr Leben als Gebärmaschinen fristen. Die neuen Besitzer der beiden Malteser Welpen hätten nicht nur zwei kranke und aufgrund der frühen Trennung von der Mutter traumatisierte Hunde bekommen. Sie hätten sich außerdem durch den Kauf illegal importierter Tiere strafbar gemacht. Denn auch hier gilt: Unwissenheit schützt nicht vor Strafe!

Ausführliche Informationen zum Thema "Welpenhandel" sowie "Kein Internethandel mit Tieren" finden Sie auf unserer Webseite.

Weitere Informationen bei:

aktion tier e.V.
Diplom Biologin Ursula Bauer

Jüdenstr. 6
13597 Berlin

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aktion tier Tierheim Roggendorf
Maike Jaworski

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