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Wenn die Trennungsangst kommt

Der Alltag hat uns eingeholt, fast alle gehen wieder zur Arbeit, die Ferien sind vielerorts vorbei. Tagsüber bleiben Haustiere nun wieder öfter allein daheim zurück. Für die während des Lockdowns neu angeschafften Junghunde ist es überhaupt das erste Mal, dass sie allein zu Hause bleiben müssen.

Kein Wunder, dass viele Vierbeiner damit massive Probleme haben. Aus Angst, zurückgelassen zu werden, bellen sie ununterbrochen oder zerlegen sogar das Mobiliar. Diese Situation gefällt weder Tier noch Mensch. Doch wie bekommt man die Trennungsangst in den Griff?

„Der Hund ist von Hause aus ein Rudeltier. Alleinsein bedeutet Stress für ihn“, erklärt Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V., die Grundzüge der Problematik. Je eher der Tierhalter beginnt, bei Trennungsangst entgegenzusteuern, umso besser. Die Veterinärin beschreibt, was Tierhalter nun tun können: „Im ersten Schritt sollte der Besitzer eine Webcam installieren. So kann er genau einschätzen, wann und in welchem Rahmen der Hund panisch wird“.

Um gesundheitliche Beeinträchtigungen definitiv auszuschließen, sollte der Halter seinen Hund einem Tierarzt vorstellen. Denn eine grundlegende Voraussetzung für das Ertragen der Einsamkeit ist die körperliche Gesundheit. Schon Kleinigkeiten wie eine leichte Ohrenentzündung verursachen Stress und erschweren damit das Alleinsein.

„Darüber hinaus sollte der Hund die Wohnung immer als Ort der Sicherheit und Geborgenheit erfahren“, betont Frau Dr. Hölscher. Hier sollte der Besitzer folglich auf allzu strenge Erziehungsmethoden verzichten. Sowieso sind alle dem Hund erteilten Strafen im Zusammenhang mit Trennungsangst völlig kontraproduktiv. Sie verstärken das Problem nur, denn sie vermehren die Unsicherheit des Tieres.

Stattdessen gilt: üben, üben, üben. Der Hund wird gesund und in wohliger Umgebung allein gelassen. Für wie lange? Zu Beginn Sekunden, nicht länger! Nur ganz allmählich – immer unter Überwachung der Kamera – wird das Intervall ausgeweitet, sofern die vorangegangenen Trainingseinheiten erfolgreich waren. Dieses Training kann mehrere Wochen andauern. „In schwerwiegenden Fällen können temporär begleitend zur Übungsphase auch angstlösende Psychopharmaka zum Einsatz kommen, das sollte aber keinesfalls ein Dauerzustand sein“, betont die Tierärztin. Denn mit Geduld und Training können auch große Ängste ganz ohne Medikamente überwunden werden.

Wer Unterstützung im Training benötigt, kann sich gern an eine:n Hundetrainer:in seines Vertrauens wenden.

Weitere Informationen bei:

aktion tier e.V.
Dr. med. vet. Tina Hölscher

Mobil:
+49 177 2451198
E-Mail:
tierarzt[at] remove-this.aktiontier.org