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Brauchtum mit Risiken und Nebenwirkungen – Osterfeuer

Neben Ostermärkten und Prozessionen zählen Osterfeuer zu den beliebtesten Veranstaltungen. Vor allem im ländlichen Raum.

Dörfliches Osterfeuer
Dörfliches Osterfeuer Foto: © aktion tier, Ursula Bauer

Der alte Brauch germanischheidnischen Ursprungs, den Winter und böse Geister durch ein großes Feuer meist in der Nacht vom Samstag zum Ostersonntag zu vertreiben, ist grundsätzlich ein schönes und stimmungsvolles Erlebnis. Es gibt jedoch auch mehrere negative Aspekte.

Gefahren für Umwelt und Gesundheit

Die durch das Abbrennen der Holzstapel verursachte Feinstaubbelastung ist enorm und mit der an Silvester vergleichbar. In erster Linie bei Asthmatikern kann dies zu einer Verschlimmerung der Erkrankung führen. Des Weiteren führen Osterfeuer zu erhöhten Schadstoffemissionen – vor allem, wenn das meist im Freien gelagerte Holz feucht ist und Stücke verbrannt werden, die mit Holzschutzmitteln behandelt wurden oder lackiert sind. Wie allgemein bekannt, wird außerdem beim Verbrennen das im Holz gespeicherte CO2 frei, wodurch der Treibhauseffekt verstärkt wird und die Klimakrise weiter voranschreitet.

Grundsätzlich sollte man vor allem auch bei längerer Trockenheit daran denken, dass durch Funkenflug sogar größere Brände leicht ausgelöst werden können.

Gefahr für Tiere

Aufgeschichtetes Holz ist für viele Tiere attraktiv und wird in kurzer Zeit besiedelt. Insekten, Spinnen, Amphibien, Reptilien und Kleinsäuger wie Igel und Mäuse finden dort Unterschlupf und Nahrung. Um zu verhindern, dass diese Tiere verbrennen, sollten die Haufen unbedingt ein oder zwei Tage vor dem Entzünden noch einmal komplett umgeschichtet werden. Das macht Arbeit, rettet aber Leben, denn nur so haben die versteckten Lebewesen eine Chance zu fliehen und dem Feuer zu entkommen

Bitte weisen Sie die Veranstalter von Osterfeuern auf die Gefahr für Tiere hin und bitten Sie darum, dass umgeschichtet wird.

Ursula Bauer

Diplom-Biologin bei aktion tier – menschen für tiere e.V.