aktion tier Tierheim Teneriffa

Ein spannendes Praktikum

„Last call for the flight to Teneriffa Sud.“ Und schon bin ich in der Luft in Richtung Kanaren. Nach einem guten Flug und einem herzlichen Empfang auf Teneriffa ging es am Abend früh ins Bett. Am nächsten Morgen war ich entsprechend früh auf den Beinen. Das Tierheim wird auf Vordermann gebracht, Spiele werden aufgebaut und Infotafeln werden aufgestellt. Ich werde sofort eingespannt, und trotz des Stresses wird mir geduldig erklärt was der ganze Trubel soll.

Ilze-Marie Schmid
Ilze-Marie Schmid Foto: Tierheim Acción del Sol, Teneriffa

Marion Gonzalez Mission ist es, Schulkindern zu zeigen wie man mit Hunden umgeht und vor allem, wie wichtig Tierschutz ist. Sie erklärt ihnen welche Eier von glücklichen Hühnern stammen, dass ein Hund in ein Haus und nicht auf die Straße gehört und noch vieles mehr zum Thema Tierschutz. Das alles verpackt sie in Spiel und Spaß. Auch die Mitarbeiter des Tierheims sind dabei und beantworten alle aufkommenden Fragen zu der Arbeit mit den Hunden.

Während die Kinder da sind, muss trotzdem geputzt werden. 200 Hunde machen eine Menge Dreck und der muss jeden einzelnen Tag weggeräumt werden. Ich hänge mich also an die Fersen von „Patsie“, einer engagierten Mitarbeiterin. Sie zeigt mir, was ich alles brauche und wie ich dann genau die Zwinger sauber mache. Häufchen wegräumen, Böden wischen und Wassernäpfe putzen sind nur einige Dinge, die für jeden der Hunde gemacht werden müssen. Da ist man schon eine Weile beschäftigt. Mir kommt zum ersten Mal der Gedanke: „So ein Tierheim macht echt eine ganze Menge Arbeit“. Aber man darf auch die schönen Dinge nicht vergessen. Mir persönlich haben die ausgiebigen Strandspaziergänge mit den Hunden sehr viel Spaß gemacht. Mit den Welpen zu spielen gehörte natürlich auch zu meinen Favoriten. Des Weiteren hat die Familie Gonzalez sich sehr viel Mühe gemacht, meine Zeit auf der Insel so spannend wie möglich zu machen. So konnte ich mir den Teide anschauen, einen riesigen Vulkan, und die Delfine im offenen Meer beobachten.

Doch die Freizeit war begrenzt, denn viele hungrige Mäuler müssen täglich gefüttert werden. Wieder tat ich mich mit Patsie zusammen und füllte unzählige Futternäpfe. Dann trugen wir beide alle Näpfe zu den jeweiligen Zwingern. Die Freude bei den Vierbeinern war natürlich groß, aber das Bellen war auf Dauer eine echte Belastung für die Ohren. Wenn sichergestellt ist, dass alle gegessen haben, werden alle Näpfe wieder eingesammelt und in die Küche gebracht. Das allein hat schon vier Stunden gedauert, und die Näpfe müssen ja auch noch gespült und zum Trocknen ausgelegt werden. Danach war ich fix und fertig. Nach einer Mittagspause wird es gleich wieder spannend. Eine niedliche Mischlingshündin wird für ihren Flug nach Frankfurt vorbereitet. Ihr Name ist Lida, und sie reist mit einer Flugpatin nach Deutschland.

Der Check-in der Hündin verläuft schnell und routiniert, denn viele Hunde werden nach Deutschland gebracht. Das funktioniert nur mit Hilfe der Flugpaten, welche sich freiwillig dazu bereit erklären, die Hunde auf ihre Reise in ein neues Zuhause zu begleiten. In Deutschland warten dann schon die Tierschützer am Flughafen auf den Hund. Dort wird er dann oft sehr viel bessere Chancen haben vermittelt zu werden. Guten Flug Lida!

Wenn ein Hund einer bestimmten Rasse angehört, kann er nicht nach Deutschland fliegen, denn dort ist es oft verboten diese Hunde zu vermitteln. Deswegen sammeln sich viel Vertreter der Rassen Staffordshire Terrier, Pitbull, Dogo Argentino und ähnliche Rassen im Tierheim Teneriffa. Mit den Hunden, die noch nicht bereit sind vermittelt zu werden, wird intensiv gearbeitet. Oft sind sie ängstlich, verstört oder einfach nicht sehr gut erzogen. Diese Hunde benötigen sehr viel Aufmerksamkeit. Dass diese Aufgabe jedoch gut gemeistert wird, habe ich sehr deutlich sehen können. Obwohl ich zu sehr vielen der Hunde engen Kontakt hatte, konnte ich nie ein Zeichen von echter Aggressivität bei einem der Hunde entdecken und hatte nicht einmal Angst, mich einem der Hunde zu nähern.

Kastration verhindert Tierleid!

Zu guter Letzt habe ich dem Tierarzt zugesehen und geholfen Rüden und Hündinnen zu kastrieren. Das ist eine sehr wichtige Aufgabe, denn dies verhindert, dass noch mehr Welpen gezeugt werden. Es ist schon jetzt kaum möglich alle Hunde von der Straße zu holen. Eine der Gründe ist das unkontrollierte Vermehren der Hunde und auch Katzen. Durch solche Maßnahmen soll sichergestellt werden, dass das Problem mit den Straßenhunden in Zukunft immer kleiner wird. Das ist das größte Ziel von aktion tier, die das Tierheim „Acción del Sol“ auf Teneriffa im Jahr 2006 erbaut haben und seitdem finanziert. Ziel ist es, nicht für immer Hunde von der Straße holen, sondern man erhofft sich, dass irgendwann die Hunde gar nicht erst auf der Straße landen. Und das soll durch die Aufklärungsarbeit und die Kastration erreicht werden.

Das Praktikum war ein sehr aufschlussreiches Erlebnis, das zwar echt hart und mit sehr viel Arbeit verbunden war, aber auch mit einer Menge Spaß. Und natürlich habe ich auch eine Menge über den Umgang mit Hunden gelernt und erkannt wie wichtig es ist, der nächsten Generation zu zeigen, dass man respektvoll mit unseren tierischen Freunden umgehen muss.

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