Wildvögel | aktion tier Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen

Schornsteine: Gefahr für Vögel

Diese Rabenkrähe ist derzeit eine der vielen tierischen Patienten in der aktion tier- Wildtier und Artenschutzstation Sachsenhagen. Der Wildvogel hatte sich vermutlich auf einem hohen Industrieschornstein niedergelassen. Leider geschehen hierbei oft Unfälle, die auch große Greifvögel betreffen: Plötzlich steigt heiße Luft von unten im Schornstein auf, und der Vogel wird schwer verletzt.

Foto: © aktion tier e.V. / Both

Im Falle der Rabenkrähe sind die ganzen Schwungfedern abgeflammt, sodass der Vogel nicht mehr fliegen kann. Das Tier wurde in unserer Station medizinisch behandelt und muss nun komplett durchmausern, bevor es später gesund in die Freiheit entlassen werden kann.

Was ist die Mauser?

Unter der Mauser versteht man das Abwerfen und Neubilden der Vogelfedern. Hierbei erneuern Vögel also ihr Federkleid.

Dieser Federwechsel kommt meist einmal im Jahr vor. Dabei werden in der Regel die stark belasteten Schwung- und Schwanzfedern langsam gewechselt, damit der Vogel dauerhaft, auch während der Mauser, flugfähig bleibt. Denn das Federkleid ist stark beansprucht und gleichermaßen lebenswichtig für den Vogel.

Todesfalle Schornstein: Hausbesitzer können Abhilfe schaffen

Immer wieder kommt es auch vor, dass Vögel in ungesicherte Schornsteine fallen, aus denen sie ohne menschliche Hilfe nicht mehr herauskommen. Mitarbeiter von Vogelpflegestationen retten regelmäßig die verrußten und halbverhungerten Tiere aus ihrer misslichen Lage.

Für viele Piepmätze sind Schornsteine von Wohnhäusern beliebte Rast- und Aussichtsplätze. Besonders jetzt in der Jungvogelzeit stürzen unerfahrene kleine Singvögel, Eulen und Käuze in die Tiefe und finden aus eigener Kraft nicht mehr den Weg nach oben. Auffallend häufig zeigen sich Dohlen sehr interessiert an Schornsteinöffnungen und stürzen derzeit besonders häufig ab. Vielfach werden Hausbewohner dann durch Rascheln und Flattern aufmerksam undsollten diesen Geräuschen auch schnellstens auf den Grund gehen! Es empfiehlt sich in jedem Falle, den Bezirksschornsteinfeger hinzuzuziehen.

Hausbesitzer:innen sollten, wenn irgend möglich, präventiv tätig werden und dafür sorgen, dass nach oben hin offene Schornsteine etwa mit Dohlenschutzgittern, Kaminhüten aus nicht brennbarem Material oder Metall- und Plastikaufsätzen abgedeckt werden. Die verschiedensten Konstruktionen sind im Fachhandel erhältlich und sollten am besten schon beim Hausbau angebracht werden.

Sandy Both