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Was tun, wenn ich ein Vogelküken (Ästling oder Nestling) gefunden habe?

Nicht jedes Vogelküken, das außerhalb eines Nests gefunden wird, ist in Not. Ab einem bestimmten Alter ist es ganz normal, dass die Küken ihr Nest verlassen. Um zu entscheiden, ob ein Jungvogel Hilfe benötigt, muss man zuerst die Entwicklungsstadien von Nesthockern kennen.

Diese lassen sich in Nestlinge und Ästlinge unterscheiden. Nestlinge sind außerhalb des Nestes hilflos. Sie sind nackt oder noch nicht vollständig befiedert (Ausnahme: Greifvögel, Eulen und Nestflüchter). Diese sind bereits beim Schlupf mit einer Dunenschicht bedeckt und können deshalb ihre Körperwärme noch nicht alleine aufrechterhalten. Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist, dass Nestlinge noch auf den Beinen hocken und nicht auf den Zehen stehen. Nestlinge, die außerhalb des Nests gefunden werden, brauchen immer Hilfe!

Als Ästlinge werden Jungvögel bezeichnet, die das Nest verlassen, um das Fliegen und die Futtersuche zu trainieren. Sie werden noch von ihren Eltern versorgt, diese tauchen aber in immer längeren Zeitabständen auf. Ästlinge, die unverletzt sind, brauchen keine Hilfe! Häufig werden sie aber mit ausgewachsenen, flugunfähigen Vögeln verwechselt und deshalb eingesammelt.

Was tun, wenn ich einen Nestling gefunden habe?

  1. Halten Sie es warm! Setzen Sie das kleine Küken in ein warmes Nest. Dafür können Sie ein Handtuch oder ein Küchentuch in eine Schüssel legen. Wichtig: Bieten Sie eine Wärmequelle an. Das kann eine Wärmflasche, ein Körnerkissen oder auch ein Gummihandschuh oder eine Flasche mit warmem Wasser sein. Die Wärmequelle legt man unter bzw. in das Nest. Aber es muss immer ein Handtuch oder ähnliches zwischen der Wärmequelle und dem Küken sein, damit es sich nicht verbrennt
  2. Wenden Sie sich sofort an fachkundiges Personal! Es muss zuerst abgeklärt werden, ob eine Rückführung zu den Eltern möglich ist!
  3. Vorher dem Küken kein Futter anbieten! Erst wenn geklärt ist, um welche Art es sich handelt, kann man einem Küken auch das richtige Futter anbieten. Wichtig: Nicht füttern, wenn das Küken nicht aufgewärmt ist! Nur das füttern, was Ihnen von fachkundigen Personen empfohlen wurde!
  4. Kein Wasser anbieten! Küken können sich verschlucken und zu Schaden kommen!
  5. Übergeben Sie das Küken an erfahrene Pflegestellen und Vogelstationen. Natürlich sind Vogelküken süß, und man verliebt sich schnell in die Kleinen. Aber man muss immer das Wohl des Tieres vor Augen haben. Aufzuchtstationen und Päppler haben das nötige Know-how und die Ausstattung, um einem Vogel alles zu bieten, damit er erfolgreich wieder ausgewildert werden kann.

Was tun, wenn ich einen Ästling gefunden habe?

Hat das Tier offensichtliche Verletzungen, wirkt schlapp und träge oder wurde es Ihnen von Ihrer Katze oder Ihrem Hund gebracht? Dann sichern Sie das Tier, und wenden Sie sich bitte umgehend an eine Aufzuchtstation! Das Tier braucht dringend Hilfe! Gerade bei Katzenkontakt ist größte Eile geboten! Die Bakterien im Speichel von Katzen können schnell zu einer Sepsis und dem Tod des kleinen Vogels führen, er braucht deshalb so schnell wie möglich Antibiotika.

Ist das Tier unverletzt? Dann beobachten Sie es zunächst nur! Dabei sollte man einen großen Abstand (ca. 10 m und mehr) halten und wenn möglich in Deckung gehen. Wenn die Eltern vorbei kommen, um das Kleine zu füttern, ist alles in Ordnung, und es muss nicht eingegriffen werden. Wichtig dabei ist, dass man den Ästling über 1-2 Stunden durchgehend beobachten muss. Die Eltern füttern in diesem Alter nur noch sporadisch, es reicht also nicht, das Tier nur 5-10 Minuten lang zu beobachten!

Wie finde ich fachkundiges Personal in meiner Nähe?

Leider wohnt nicht jeder in der Nähe einer Vogelstation, und auch nicht jeder Tierarzt ist geschult im Umgang mit Wildtieren. Trotzdem kann ein Anruf beim örtlichen Tierarzt oder Tierheim helfen, eine Station oder erfahrene Päppler in der Umgebung zu finden.