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Die Bekassine (Bekassine Gallinago gallinago)

Foto: MdF (eigenes Werk) / CC BY-SA 3.0 CC BY-SA

Von Ingeborg Polaschek. Der Vogel des Jahres 2013, die Bekassine Gallinago gallinago, wird landläufig auch „Himmelsziege“ oder „Meckervogel“ genannt. Grund genug zum Meckern wie eine Ziege hätte dieser amselgroße Sumpfvogel mit dem langen, geraden Schnabel bestimmt, ist er doch in Deutschland vom Aussterben bedroht. 

Viele der heimischen Moore und Sumpfgebiete wurden bereits trockengelegt. Feuchte und vegetationsreiche Wiesen gibt es immer weniger. Die meisten werden von der Landwirtschaft genutzt. Ist der Boden zu trocken, kann die Bekassine kein Futter finden, denn ihr langer Schnabel ist nicht dafür geeignet, in harter trockener Erde nach Futter zu stochern. In Deutschland leben heute nur noch 5.500 bis 6.700 Brutpaare. Das ist etwa die Hälfte von vor 20 Jahren.

Das Gefieder der Bekassine ist braun gemustert und gestreift. Auffallend ist der durch die Länge des Schnabels lang erscheinende, gelblichbraun gestreifte Kopf. Ihre Brutgelegenheiten sind rar geworden. Als Wiesenbrüter bauen Bekassinen ihr Nest meist nahe einer Wasserstelle zwischen Seggen, Binsen und hohen Grasbüscheln gut versteckt auf feuchtem Boden. In die kleine, gut mit Gras und Blättern ausgelegte Mulde, legt das Weibchen von April bis August vier olivfarbene und grünlich gefleckte Eier, die es vom Vollgelege an alleine in 19-21 Tagen ausbrütet. Nach sechs Wochen sind die Jungen bereits selbständig.

Das „Meckern“ der Bekassine kommt nicht etwa aus ihrem Schnabel, denn ihr Ruf hört sich an wie „tüke-tüke-tüke“. Dieses meckerähnliche Geräusch entsteht vielmehr durch den Balzflug des männlichen Vogels. Wenn er im Sturzflug mit gespreiztem Schwanz zur Erde fliegt, hört man durch die in Schwingung geratenen Schwanzfedern ein dumpf meckerndes Summen. Bekassinen ernähren sich von Würmern, die sie zielsicher mit Hilfe ihres langen Schnabels mit schnellen, ruckartigen Bewegungen tief aus dem sumpfigen Boden holen. Aber auch Käfer, Insektenlarven, Fliegenmaden, Schnecken und Samen mancher Sumpfpflanzen stehen auf ihrem Speiseplan. Bekassinen überwintern in Südeuropa und Afrika bis Tansania.