Um eine weitere Vermehrung zu verhindern, wurden sie alle mittels einer elektrischen Lebendfalle gefangen und kastriert. Man mag sich kaum ausmalen, wie groß diese kleine, verwilderte Kolonie in ein bis zwei Jahren geworden wäre.
Bereits jetzt sieht man die Folgen: Inzucht und Mangelernährung haben Spuren hinterlassen. Der jüngste Nachwuchs – mit 9 Monaten gerade einmal so groß wie ein 12 Wochen altes Kitten. Vermutlich war auch eine British Kurzhaar beteiligt – eine Rasse, die leider viel zu oft unter Qualzucht-Merkmalen leidet.
Da erwachsene Straßenkatzen in der Regel nicht an den Menschen gewöhnt sind, werden sie danach wieder freigelassen und weiterhin zugefüttert. Eine Katze der Gruppe war jedoch so zutraulich, dass wir sie vermitteln und ein neues Zuhause für sie finden konnten. Geboren in einem alten Autoreifen, wo ihre Mama Schutz suchte – daher ihr Name: Pirelli. Heute ist sie kaum wiederzuerkennen. Im neuen Zuhause wird sie mit Liebe, Wärme und hochwertigem Futter versorgt. Sie hat kurzerhand den vorhandenen Kater vom „Thron“ geworfen und ist nun selbsternannte Chefin. Sie spielt, genießt jede Streicheleinheit – und lebt endlich das Leben, das sie immer verdient hat. Für Pirelli war es ein absoluter Lottogewinn.
Dieser Fall war für uns wieder einmal der Beweis, wie wichtig Kastration und Aufklärung sind.

