Hauspferde

Tierportrait: Das Hauspferd (Equus ferus caballus)

Das Hauspferd (Equus caballus) ist die domestizierte Form des Wildpferdes (Equus ferus) und sowohl als Haus- als auch als Nutztier auf der ganzen Welt verbreitet. Bereits vor etwa 6.000 Jahren begann der Mensch Wildpferde zu zähmen und für sich zu nutzen.

Foto: Blaer. Lizenz: Pixabay.

Untersuchungen von gefundenen Fossilien und Auswertungen der DNA unserer heutigen Hauspferde lassen die Vermutung zu, dass die Domestikation des Pferdes an mehreren, voneinander unabhängigen Orten auf der Welt stattgefunden hat. Heute gibt es über 200 verschiedene Pferderassen. Die meisten dieser Pferderassen entstanden durch gezielte Zucht, bei der vor allem Dinge wie Leistungsfähigkeit und Wesen des Tieres im Vordergrund standen.

Bezeichnungen

Das männliche Pferd heißt ´Hengst´. Ist das männliche Pferd kastriert, spricht man von einem ´Wallach´. Das weibliche Pferd wird `Stute´ genannt, die nach der Befruchtung durch einen `Hengst´ nach einer Tragezeit von rund 11 Monaten in der Regel ein Baby zur Welt bringt, welches `Fohlen´ genannt wird. Äußerst selten, aber möglich, ist bei Pferden auch eine Zwillingsgeburt.

Sinne

Augen

Als Fluchttier basiert das Überleben des Pferdes auch darauf, dass es seine Feinde möglichst schnell sehen kann, um dann entsprechend zu reagieren. Die Augen des Pferdes liegen, anders als bei uns Menschen, seitlich am Kopf, was ihnen ein Rundumblick von fast 360 Grad ermöglicht. Nur direkt vor der Pferdenase liegt ein toter Bereich, der circa 60 bis 80 Zentimeter umfasst. Auch um direkt hinter seinen Schweif zu sehen, müsste das Pferd seinen Kopf nach hinten drehen.

Die Welt der Pferde ist deutlich weniger farbenfroh als die des Menschen. Das Sehvermögen in Bezug auf Farben, wäre vergleichbar dem eines Menschen mit Rot-Grün-Schwäche. Die Farben, die Pferde am besten sehen können, sind blau und gelb. In der Dämmerung sehen Pferde deutlich besser als wir Menschen, da sie eine Art Restlichtverstärker, das sogenannte Tapetum lucidum, im Auge haben.

Ohren

Die Ohren des Pferdes sind sehr beweglich. Pferde haben dadurch keinen tauben Bereich, sondern können alles um sich herum akustisch wahrnehmen. Dies ist aufgrund der 16 Muskeln im Ohr möglich, die dafür sorgen, dass das Pferd seine Ohren unabhängig voneinander bis zu 180°Grad bewegen kann. Pferde benötigen ihre Ohren aber nicht nur zum Hören, sondern auch für die körpersprachliche Kommunikation.

Geruchssinn

Pferde haben einen hervorragenden Geruchssinn. Im Vergleich zu uns Menschen, können Sie nicht nur mehr Gerüche wahrnehmen, sondern riechen auch deutlich differenzierter. Sie sind also in der Lage einzelne Geruchsstoffe aus Duftkompositionen herauszuriechen. Wie das gute Sehvermögen hilft auch der gute Geruchssinn dem Pferd beim Überleben. So ermöglicht die hohe Riechleistung die Wahrnehmung von Wasser und Raubtieren über eine weite Entfernung und identifiziert giftige Pflanzen, bevor sie gefressen werden.

Lebenserwartung

Pauschal kann man sagen, dass die Lebenserwartung eines Pferdes durchschnittlich bei 25 bis 30 Jahren liegt. Je nach Größe und Vollblutanteil des Pferdes, können die Lebenserwartungen aber variieren.

  • Ponys können bei guter Pflege und artgerechter Ernährung und Haltung gerne ein Alter von 35 Jahren erreichen.
  • Großpferde leben etwas kürzer als ihre kleinen Artgenossen und leben im Durschnitt 20 bis 30 Jahre.
  • Kaltblüter erreichen durchschnittlich ein Lebensalter von 15 bis 18 Jahren.
  • Pferde der Warmblutrassen leben im Durchschnitt etwa 20 Jahre.
  • Vollblüter können ein Alter von bis zu 25 Jahren erreichen.

Eine artgerechte Haltung, ausreichend Bewegung und gutes Futter haben Einfluss auf die Lebenserwartung des Pferdes. Fast alle Pferde, die professionell im Turniersport eingesetzt werden sterben deutlich früher. Das älteste Pferd der Welt soll laut Medienberichten „Old Billy“ sein, der mit 62 Jahren in England, wo er sein Leben als Treidelpferd verbracht hatte, verstorben ist.

Ann Kari Sieme

aktion tier-Geschäftsstelle Berlin