Artenschutz | Amphibien

Einwanderer aus Nordamerika – Forellenbarsche in Brandenburg

Sie sind bis zu zehn Kilo schwer, werden bis zu 95 cm groß und sind gefräßig. Die Rede ist vom Forellenbarsch, (Micropterus salmoides), ein großer Vertreter der Sonnenbarsche (Centrarchidae), der eigentlich in Nordamerika Zuhause ist, aber vor kurzem in der Havel in Brandenburg entdeckt wurde. Die gefangenen Fische hatten eine Größe zwischen 10 und 25 Zentimetern, sodass bereits eine Folgegeneration vermutet wird.

Forellenbarsch
Der Forellenbarsch kann bis zu zehn Kilo schwer werden. Foto: Adobe Stock 431173567

Sehr willkommen ist der neue Räuber nicht, denn in unseren Gefilden hat er keine Fressfeinde, dafür aber einen gesunden Appetit und ist eine invasive Art, d.h. gebietsfremd. Auf dem Speiseplan des Forellenbarschs stehen Krebse, Fische, Lurche, Frösche und kleine Wasservögel, und er fühlt sich bei uns mit für ihn angenehmem Klima vermutlich wie im Schlaraffenland bei dem großen Speisenangebot.

Der Landesfischereiverband Brandenburg-Berlin vermutet, dass der Forellenbarsch illegal ausgesetzt wurde, und Berufsfischer und Angler machen sich Sorgen um Fischbestände. Für den privaten Gartenteich darf man sich Forellenbarsche zwar zulegen, aber ihn natürlich nicht in anderen Gewässern aussetzen. Es steht nun zu befürchten, dass er sich stark und schnell vermehren wird. In Bayern und in Sachsen wurde der imposante Fisch auch schon gesichtet.

Obacht ist bei einem Direktkontakt geboten, denn der Forellenbarsch lässt sich so schnell nichts gefallen und beißt mit seinen scharfen Zähnen auch gerne einmal zu.

Wer in einem Gewässer im Berliner und Brandenburger Raum einen Forellenbarsch entdeckt, soll dies bitte dem jeweils zuständigen Fischereiverband melden, möglichst mit Foto und Angaben zu Fang-Ort und Größe per E-Mail: info[at]lfv-brandenburg.de.

Die Heimat der Forellenbarsche, auch "Großmäuliger Schwarzbarsch" oder "Amerikanischer Schwarzbarsch" genannt, liegt im östlichen Nordamerika, im Gebiet der Großen Seen, des Sankt-Lorenz-Stroms, der Hudson Bay und des Mississippi Rivers bis in die Gewässer von Texas, Florida und Mexiko. Für die Fischerei wurden sie allerdings in einigen Ländern, zusammen mit der Regenbogenforelle, eingeführt, so auch in Europa und leben zum Beispiel im Wörthersee (Österreich), in der Rhone (Frankreich) oder in Gewässern von Spanien und Portugal.

Alexandra Pfitzmann

Redaktion "mensch & tier"

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