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Flugunfähige Fledermäuse könnten Träger des Tollwutvirus sein

Finden Tierfreunde in diesen Tagen flugunfähige Fledermäuse, sollten sie Vorsicht walten lassen. Die Wildtiere könnten Träger des Tollwutvirus sein. Das Virus wurde ganz aktuell schon in mehreren Fällen nachgewiesen. Es ist streng genommen nicht identisch mit dem durch Füchse übertragenen Tollwutvirus, sondern nur verwandt. Für Menschen extrem gefährlich ist es leider trotzdem. Die Symptome einer Erkrankung sind dieselben.

Großer Abendsegler
Großer Abendsegler (Nyctalus noctula) Foto: © Ursula Bauer

Vor allem wenn man tagsüber auf die eigentlich nachtaktiven Flugkünstler trifft, liegt der Verdacht nahe, dass mit dem Findling etwas nicht in Ordnung ist. Eine Übertragung des Virus auf den Menschen erfolgt über den Biss der Fledermaus. Da sie lange und spitze Zähne hat, kann sie den Erreger tief in den menschlichen Körper versenken.

Will man eine hilfsbedürftige Fledermaus retten, ist das absolut lobenswert

Nur sollte man dazu unbedingt richtig dicke Handschuhe tragen. Den größten Gefallen tut man dem kranken Tier und zudem sich selbst, wenn man es direkt in eine dunkle Box mit Luftlöchern setzt und unverzüglich in fachkundige Hände weitergibt.

Kommt es zwischen Mensch und Fledermaus trotz aller Vorsicht zu einem Beißvorfall, muss die Wunde mit viel Wasser und Seife ausgewaschen werden. Der nächste Weg führt sofort zum Arzt. Eine als Notfallmaßnahme durchgeführte Impfung gegen Tollwut kann Schlimmeres verhindern.

Nicht ganz klar ist, inwieweit unsere Haustiere durch die Fledermaus-Tollwut gefährdet sind. Untersuchungen belegen, dass es wohl einer großen Anzahl von Viren der Tollwutvariante der Fledermaus bedarf, um eine Erkrankung bei Hund und Katze auszulösen. Impft man aber auch Haustiere gegen Tollwut, ist man jedenfalls auf der sicheren Seite.

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